Brancheninfo aktuell 6-11/20185

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150 150 Klaus Henning Glitza

Bochum: Müll-Chaot gefasst / Brand in Krumpa/  Kritik an Gelber Tonne/Landkreis Lichtenfels führt Obermainbecher ein / Potsdam: Elektromobiler Saubermacher

 

 

Der Müll-Randalierer wirft einen Müllsack auf den Bahnsteig. Später reißt er einen Metall- Mülleimer aus der Verankerung und wirft ihn in das Gleisbett. Ein gefährlicher Eingriff in den Bahnverkehr, so die Polizei. Der Zug hätte entgleisen können. Foto: Polizei

Der Müll-Randalierer von Bochum ist gefasst worden. Der 25-jährige Mann hatte an der U-Bahn-Haltestelle Planetarium Mülltüten aus den Abfallbehältern gerissen und zu allem Überfluss eine Mülltonne aus Metall aus der Verankerung gerissen und auf das Gleisbett geworfen.

Eine Stunde später fuhr nach Angaben der Polizei eine Bahn war über diese Tonne. Zum Glück wurde niemand verletzt. „Eine Entgleisung der Straßenbahn und eine damit einhergehende Gefährdung des Fahrers sowie der Fahrgäste waren aber möglich gewesen“, so die Polizei.  An dem Unterboden der Bahn entstand ein Sachschaden von über 30.000 Euro.

Dieser Vorfall ereignete sich bereits m Sonnabend, 8. September um 1.23 Uhr, Anfang November entschied sich die Polizei, nachdem das zuständige Gericht zugestimmt hatte, zu einer Öffentlichkeitsfahndung. Veröffentlicht wurde dabei ein Foto vom Tatverdächtigen, das von der Videoüberwachungsanlage der Bahnhaltestelle aufzeichnet worden waren. Die Maßnahme hatte vollen Erfolg. Kurz nach der Veröffentlichung meldeten sich Zeugen, die den bereits polizeibekannte Randalierer eindeutig wiedererkannt hatten, beim Bochumer Verkehrskommissariat.

kg

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Wie jetzt bekannt wurde, ist auf dem Gelände der Recycling-Firma LBR GmbH in Krumpa im Geiseltal am Samstagabend Recyclingmaterial, unter anderem Kunststoffabfälle und Reifen, in Brand geraten. Das Schadensfeuer in dem Ortsteil von Braunsbedra, (Saalekreis, Sachsen-Anhalt) konnte erst am frühen Montagmorgen unter Kontrolle gebracht werden. Die Nachlöscharbeiten dauerten noch bis zum Montagabend an.   Laut Medienmeldungen war eine Vielzahl von Feuerwehrleuten ohne Unterbrechung im mehrtägigen Einsatz.

„Wir fanden acht gefüllte Schüttmulden mit geschreddertem Müll vor, das Dach ist einsturzgefährdet”, zitiert MDR SACHSEN-ANHALT Einsatzleiter Matthias Töhrl.  Nach Polizeiangaben hat ein Mitarbeiter der Recyclingfirma das Feuer entdeckt. Es handelte sich bereits um den zweiten Großbrand in diesem Jahr. Schon im Mai war ein Feuer in einer Lagerhalle ausgebrochen. Brandursache soll ein Deo-Fläschchen gewesen sein, das in den Kunststoffabfall geraten war und beim Schreddern Funken schlug.  Die Ursache des aktuellen Brandes ist noch unklar. Die Kriminalpolizei in Merseburg hat die Ermittlungen aufgenommen.

Update I

Die Brandermittlung hat der Zentrale Kriminalitätsdienst (ZKD) in Halle übernommen. Ergebnisse liegen noch nicht vor, da  wegen der noch nicht abgeschlossenen Nachlöscharbeiten der Brandort noch nicht untersucht werden konnte. Die Feuerwehr meldet, dass sich der Abtransport des verbrannten Materials als problematisch erwiesen habe. .

khg

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Zu den Plänen der Stadtverwaltung, ab 2020 flächendeckend die Gelbe Tonne in Dessau einzuführen, hat sich Udo Achtert, der Geschäftsführer des gleichnamigen Entsorgungs- und Containerdienstes, kritisch geäußert. Nach einem Bericht der Mitteldeutschen Zeitung befürchtet der Unternehmer aus Aken (Landkreis Anhalt-Bitterfeld, Sachsen-Anhalt), dass es im Gegensatz zu den transparenten Gelben Säcken zu mehr Fehlwürfen kommen werde. Schon jetzt würde es in manchen Gegenden wie dem Prof.-Paulick-Ring in Dessau zu massiven Fehlbefüllungen kommen. Es seien bereits Klodeckel mit unappetitlichen Spuren, benutzte Windeln und Speisereste im Wertmüll gefunden worden. Es stehe zu befürchten, dass sich dies noch verstärken werde, wenn blickdichte Gelbe Tonnen eingeführt würden.

„Wir als Entsorger laufen immer Gefahr, dass die Sortieranlagen die eingesammelten Stoffe reklamieren und uns auf den Hof kippen“, lässt die Mitteldeutsche Zeitung den Unternehmer zu Wort kommen. Achtert entsorgt laut dieser Zeitung „in der gesamten Region Plasteabfälle (…), die er in drei Sortieranlagen anliefert“.

bem

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Der Landkreis Lichtenfels sagt den Coffee-to-go-Bechern den Kampf an. Als Alternative zu Plastik und Pappe gibt es jetzt den Obermainbecher.  Von den 2000 bestellten Mehrwegbechern sind bereits Ende September 1.340 an den 25 Abgabestellen   im Landkreis abgeholt worden. Wer einen Becher haben möchte, kauft sich für fünf Euro eine Pfandmarke, für die beim nächsten Coffee to go einem Obermainbecher erhält. Das leere Trinkgefäß kann dann bei einer beliebigen teilnehmenden Filiale wieder abgegeben werden.

Mehr Infos und die Abgabestellen auf www.obermainbecher.de

nic

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Sie kriegen stets die Kurve und stromern für mehr Sauberkeit durch Potsdams Gassen: Zwei elektromobile Renaults sollen die Stadtentsorgung Potsdam GmbH (STEP) ab sofort bei ihrer zentralen Aufgabe Stadtreinigung flexibler und klimafreundlicher machen.

Die batteriebetriebenen Fahrzeuge werden in ihrer normalen Straßenvariante seit Anfang 2012 in Deutschland angeboten. Als Saubermacher mit Umweltplus sei das futuristisch wirkende Fahrzeug technisch wie optisch aufgerüstet worden, teilt STEP dazu mit. Neben der klassischen Kommunallackierung in Orange mit grünem Akzent sind es vor allem die Dachleuchten, die das offiziell als Quad eingestufte Batteriemobil unübersehbar machen, wenn es sich dezent durch Potsdam komplexe Verkehrsinfrastruktur schlängelt.

Die beiden elektrischen Fahrzeuge und die elektrische Kehrmaschine” der Stadtentsorgung Potsdam (STEP) auf dem Alten Markt in Potsdam. Foto: Reinhard & Sommer

Die Einsatzmöglichkeiten in der Stadt setzen dort an, wo die Optimierung der Stadtsauberkeit bislang für die STEP besonders zeit- und damit auch logistikaufwändig war. „Durch seine extreme Wendigkeit und die schmale Silhouette gelangt das Kommunalfahrzeug mühelos an jeden Abfallbehälter – zur Not auch als Bordsteinkletterer geradewegs durch eine schmale Lücke“, kommentiert STEP-Geschäftsführer Florian Freitag den Einsatzstart. Auch die Parks der Stadt werden profitieren – bei der Leerung der Behälter wird die lästige Begleitmusik bislang üblicher Entsorgungsfahrzeuge weniger – und obendrein bleibt die Luft sauber.

„Mit diesem innovativen und umweltfreundlichen Produkt“, so der zweite Geschäftsführer des Unternehmens, Dr. Burkhardt Greiff, „geht die STEP einen weiteren Schritt auf dem Weg zur Reduzierung von Luft-und Schadstoffemissionen zur Erfüllung der Klimaschutzziele in der Landeshauptstadt Potsdam.“

Auch Azubis dürfen mit dem Mobil auf Sauberkeitsstreife rollen: Das für Potsdam georderte Modell fährt zügige 90 Kilometer pro Stunde und darf mit einem PKW-Führerschein gelenkt werden. Selbst bei starker Belastung verlangt das Elektromobil erst am Ende einer Schicht von acht Stunden nach einer Ladestelle.

sk/bem

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