Brancheninfo aktuell 58-09/2020

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Brancheninfo aktuell 58-09/2020 150 150 Klaus Henning Glitza

PreZero: Mehr als eine Milliarde Euro für die SUEZ-Käufe

 

PreZero hat für die Übernahme von SUEZ in Deutschland, den Niederlanden. Luxemburg und Polen mehr als eine Milliarde Euro bezahlt. Insider sprechen von rund 1,1 Milliarden.

Nach zuverlässigen Informationen hat zum Interessentenkreis auch eine REMONDIS-VEOLIA-Bietergruppe gehört. REMONDIS, so heißt es, habe besonderes Interesse an dem niederländischen Bereich gehabt. Auch Polen, wo sich Deutschlands größter Entsorger allmählich zur Nummer 1 entwickelt, schien interessant. Wie seinerzeit bei Tönsmeier schnappten die offensichtlich verhandlungsstarken PreZero-Manager den Lünenern und Veolia die Kaufobjekte vor der Nase weg.

Derweil tobt die Übernahmeschlacht VEOLIA-SUEZ (EM berichtete) in Frankreich weiter. SUEZ hat jüngst die französische Finanzaufsicht Autorité des marchés financiers (AMF) um Hilfe gebeten. Die Behörde möge das VEOLIA-Angebot zum Erwerb von 29,9 Prozent des ENGIE-Anteils an SUEZ prüfen. Aus SUEZ-Sicht weist die Offerte eine Reihe von kritischen Punkten auf.

Außerdem hat die SUEZ-Führungsetage eine jüngst gegründete Stiftung gebeten, eine Strategie für den Erhalt des Wassergeschäftes auszuarbeiten.

Da SUEZ analog seiner Zukunftsstrategie SUEZ 2030 auf seine Kernkompetenzen, darunter der Wassergeschäft, beschränken will, sind weitere Verkaufstransaktionen im Entsorgungs-  und Recyclinggeschäft nicht auszuschließen. Allerdings ist das Tafelsilber bereits veräußert. Das Duale System BellandVision bleibt aber ausdrücklich außen vor. Nicht zu den Verlaufsobjekten gehören auch Anlagen des Kunststoffrecyclings und der Entsorgung und Behandlung gefährlicher Abfälle, die auch in Deutschland betrieben werden.

Der VEOLIA-CEO hat mittlerweile bekräftigt, er halte an den Übernahmeplänen fest und schließe eine Erhöhung des Angebotes nicht aus. Seine zeitgleiche Aussage, es sei auch vorstellbar, dass sich VEOLIA komplett aus dem Deal zurückziehe, werten Insider als Druckmittel gegenüber dem Energiekonzern ENGIE, der für eigene Umbaupläne dringend Geld braucht.

Bei ENGIE, deren Gremien das bisherige VEOLIA-Angebot über 2.9 Milliarden als zu niedrig zurückgewiesen haben, ist bis dato weder von VEOLIA noch von SUEZ oder anderer Seite ein neues Angebot eingegangen.

BM

 

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