Brancheninfo aktuell 52-12/2020

Brancheninfo aktuell 52-12/2020

Brancheninfo aktuell 52-12/2020 150 150 Klaus Henning Glitza

Landkreis Göppingen: Ausgebooteter Entsorger ist  jetzt wieder mit im Boot

 

Als REMONDIS im Landkreis Göppingen (Baden-Württemberg) den Zuschlag für die Sammlung von Restmüll bekam und nicht die örtliche, unwesentlich teuere ETG Entsorgung + Transport GmbH, ging ein Sturm der Entrüstung durch große Teile der Einwohnerschaft. Doch jetzt ist urplötzlich das ausgebootete Unternehmen wieder mit im Boot.

 „Ab 2022 wird die Firma ETG im Auftrag der Firma Remondis die Hälfte der Restmüllabfuhr im Landkreis Göppingen übernehmen“, teilt der Abfallwirtschaftsbetrieb des Landkreises Göppingen  mit.  Da beim AWB auf Grund der langjährigen Partnerschaft mit der Firma ETG keine Bedenken gegenüber einer Unterbeauftragung der Firma ETG beständen, habe die AWB-Betriebsleitung nunmehr zugestimmt. Laut AWB-Mitteilung zeigt sich Landrat Edgar Wolff, der die Vergabe bis zuletzt eisern verteidigt hatte, sich über diesen Schritt von Remondis sehr zufrieden. Wörtlich erklärt er: „Das ist ein gutes Signal für unseren Entsorgungsstandort und ein auf gute Kooperation gerichteter Schritt der Firma Remondis.“

Gegen die Vergabe an REMONDIS hatten sich unter anderem  die Bürgerinitiative (BI) Müll-Konzept Göppingen, der ehemalige CDU-Kreisrat Eberhard  Neubrand und  kürzlich auch der Kommunalpolitiker der FDP Georg Gallus jr. gewandt. Der HNO-Mediziner Dr. Michael P. Jaumann   von der BI hatte eine fehlerhafte und rechtswidrige Ausschreibung moniert und grobe Mängel bei der bestehenden LVP-Sammlung von REMODUS angeprangert.

Ihm graue schon heute vor einer unzuverlässigen Abfuhr des Restmülls, hatte Eberhard  Neubrand ausgeführt. ETG habe dagegen seit Jahrzehnten für eine störungs- und pannenfreie Müllabfuhr im Landkreis gesorgt. Der Zuschlag an dieses Unternehmen hätte Arbeitsplätze gesichert und die Gewerbesteuer wäre im Landkreis geblieben.“.

Wie SWP (Verfasser Dirk Hülser) meldet, graust es auch Georg Gallus jr. gewaltig. In einer Sitzung des Kreisumweltausschusses erklärte er „Ich bin ein ganz kleines Bäuerlein und kann mir vorstellen, wie es meinen Vorfahren ging, die im Bauernkrieg mit Mistgabeln gegen die Obrigkeit gekämpft haben“. „Ihnen gehört ja die ganze Welt“, meinte er laut SWP mit Blick auf die Größe des Unternehmens Remondis. „Zum Thema Gelbe Säcke konnte er aus Hattenhofen berichten, dass auch nach ‚20 Mal anrufen‘ der Gelbe Sack bei ihm noch immer nicht abgeholt werde.  Die Konsequenz: ‘ Ich stopfe jetzt wieder alles in den Restmüll rein‘, gibt Dirk Hülser in SWP Gallus´ Worte wieder.

khg

 

Hinterlasse eine Antwort