Brancheninfo aktuell 52-11/2020

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150 150 Klaus Henning Glitza

Morgen wird die Europäische Woche der Abfallvermeidung 2020 gestartet

 

„Invisible Waste: Abfälle, die wir nicht sehen – schau genau hin!“, unter diesem Motto steht die Europäische Woche der Abfallvermeidung 2020, die am morgigen Sonnabend gestartet wird.

Bis zum 29. November werden in ganz Deutschland über 1.000 Aktionen rund um das Thema Abfallvermeidung stattfinden. Aufgrund des gegenwärtigen Infektionsgeschehens werden viele Aktionen digital durchgeführt. Koordiniert wird die EWAV in Deutschland durch den Verband kommunaler Unternehmen (VKU).

Die Europäische Woche der Abfallvermeidung solle dazu animieren, „hinter die Kulissen zu blicken, um Abfälle auch dort zu vermeiden, wo sie uns auf den ersten Blick verborgen bleiben“, betont der  Präsident des Umweltbundesamts (UBA) Dirk Messner.  Zwar sei die Menge an Restmüll in Deutschland zuletzt zurückgegangen, jedoch falle mehr Abfall in der Wertstoffsammlung an. Deswegen  sei die Menge der Haushaltsabfälle im Vergleich zu 1985 um fast ein Viertel gestiegen, so der UBA-Chef. Die umweltschonende Antwort auf weiterhin steigenden Ressourcenverbrauch und immer mehr Abfall heiße Vermeidung.

„Abfälle entstünden auch dort, „wo wir sie nicht auf den ersten Blick sehen, etwa bei der Produktion, beim Transport von Konsumgütern oder auch beim Online-Shopping, bei dem große Mengen von zusätzlichem Verpackungsmaterial anfallen“, erläuterte VKU-Vizepräsident Patrick Hasenkamp. Ein anderes Beispiel sei Mikroplastik. „Es befindet sich in vielen Kosmetikartikeln, kann sich als Faser beim Waschen synthetischer Kleidung herauslösen oder entsteht durch den Abrieb von Autoreifen. Durch Abwässer gelangt es schließlich zurück in die Natur und von dort aus sogar wieder auf den eigenen Teller!“, sagte Hasenkamp.

Nach seinen Worten bräuchte es daher einen verantwortungsvollen Konsum und eine sorgfältige Reflektion der Kaufentscheidungen. „Anstatt gleich ein neues Radio zu kaufen, könnte ich auch versuchen es zu reparieren. Wozu eine eigene Bohrmaschine, wenn ich sie mir auch beim Nachbarn nebenan oder im Baumarkt ausleihen kann? Warum nicht einmal den Unverpacktladen um die Ecke oder Food-Sharing ausprobieren? Und was kann ich tun, um Mikroplastik zu vermeiden?“, lauten die Fragen, die der VKU-Vizepräsident in den Raum Jeder Einzelne müsse darauf gute Antworten finden.

Im Rahmen der Europäischen Woche der Abfallvermeidung organisieren deutschlandweit zahlreiche Akteure aus Kommunen, Wirtschaft, Bildung und Zivilgesellschaft Veranstaltungen und Aktionen wie Bildungsprogramme, Diskussionsrunden oder Ausstellungen. Die Aktionswoche richtet sich in besonderem Maße an Bildungs- und Kultureinrichtungen, Vereine, Behörden, Unternehmen und Privatpersonen, die in ihrer Arbeit einen Fokus auf die Wissensvermittlung legen.

Die zentrale Auftaktveranstaltung findet am 23. November 2020 von 10 bis 12.30 Uhr online statt. Die Teilnahme daran ist kostenlos. Programm und Anmeldung unter https://kommunaldigital.de/invisible-waste-abfaelle-die-wir-nicht-sehen-schau-genau-hin

Die Europäische Woche der Abfallvermeidung (https://www.wochederabfallvermeidung.de/). Die nunmehr zum elften Male stattfindet, ist Europas größte Kommunikationskampagne zu Abfallvermeidung und Wiederverwendung. Ihr Fokus: praktische Wege aus der Wegwerfgesellschaft aufzeigen. Alle Europäerinnen und Europäer sollen dafür sensibilisiert werden, mit Alltagsgegenständen und dem Ressourcenverbrauch bewusster umzugehen und wo es geht, Abfälle zu vermeiden.

In Deutschland wird die Kampagne mit Mitteln der Europäischen Klimaschutzinitiative finanziert. Das Bundesumweltministerium (BMU) ist offizieller Partner der EWAV. Das Umweltbundesamt (UBA) ist der fachliche Ansprechpartner.

EMa/rd

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