Brancheninfo aktuell 51-10/2020

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150 150 Klaus Henning Glitza

Initiative geTon erklärt: Umsetzung des neuen KrWG erfordert „Mut zur Lücke“

 

Für die Umsetzung  des neuen Kreislaufwirtschaftsgesetzes brauche es „Mut zur Lücke“. Mit dieser Aussage nimmt die Initiative geTon zum kurz KrWG genannten Gesetz Stellung, das in diesem Monat in Kraft tritt.  Es formuliere zwar abfallpolitisch wichtige Ziele, lasse aber gewissermaßen ein Schlupfloch offen.

Als Beispiel nennt geTon den Einkauf von recycelten Produkten statt Neuwaren durch die öffentliche Hand. Laut KrWG-Neufassung sollen die 6.000 Beschaffungsstellen im Bund sowie deren nachgeordnete Behörden nicht mehr nur prüfen, ob sie womöglich Wandfarbe in Kunststoff-Rezyklateimern bestellen. Vielmehr sollen diese ab sofort „Vorrang“ bekommen, wenn sie „rohstoffschonend, abfallarm, reparierbar, schadstoffarm und recyclingfähig“ sind. Das seien sie nachweislich, so die Initiative  Aber: das Gesetz formuliere eine „kleine Einschränkung“: sofern keine „unzumutbaren Mehrkosten“ entstehen.

Deshalb wird man laut geTon „in den 6.000 Beschaffungsstellen über ein gerüttelt Maß an Durchsetzungskraft verfügen müssen, um beispielsweise Wandfarbe in recycelten Eimern einzukaufen, da sie etwas teurer sind als Neuware“.  Hochwertige Umwelttechnik, wie das Sammeln, Wiederaufbereiten und Wiedereinsetzen in den Stoffkreislauf, koste Aufwand und Geld.

Das Gesetz habe aus geTon-Sicht  also festgeschrieben: „Solange der niedrige Ölpreis die Kunststoffproduktion billig macht und CO2 keinen angemessenen Preis hat, haben recycelte Produkte im direkten Wettbewerb preislich keine Chance“.

Die Initiative appelliert deshalb an „die Weitsicht und das nachhaltige Denken in den Behörden, bei deren politischen Entscheidern und in den kommunalen Institutionen“. Die Bitte: „Wirken Sie auf Ihre Dienstleister ein und bestellen Sie Produkte, durch die Plastik recycelt und zurück in den Kreislauf gebracht wird.“

geTon: „Diese Entscheidung können Sie Ihren Bürgerinnen und Bürgern erklären, das verstehen sogar Ihre Kinder: Sie investieren Steuergelder für etwas, das der Umwelt wirklich zugutekommt – durch die Einsparung von Ressourcen bei der Plastikproduktion und die Vermeidung von CO2-Emissionen. Tun Sie es! Ihr Green Deal wäre eine sportliche Ansage an die Wirtschaft.“

Zu dieser wichtigen Thematik hat die Initiative ein sehenswertes  Beschaffungs-Video veröffentlicht. Link: https://youtu.be/8OCLnvUFadM

geTon ist nach Eigenangaben ein Initiativbündnis aus Unternehmen der Verpackungsindustrie, über Markenhersteller und Handelsunternehmen bis zu den Dualen Systemen und Recyclingunternehmen. „Uns geht es um einen vernünftigen Umgang mit Kunststoff und Plastikverpackungen und um die Organisation einer effizienten und beispielhaften Kreislaufwirtschaft“. Heißt es auf der Webseite. Das bedeute: „Umdenken. Bei Verbrauchern, Politikern, Verbänden, Unternehmen“.

GT/rd

 

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