Brancheninfo aktuell 49-06/2020

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150 150 Klaus Henning Glitza

VKU: “Wir wollen weniger Abfall – nicht andere Abfälle“

 

„Wir wollen weniger Abfall – nicht andere Abfälle“. Mit diesen Worten nimmt der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) Stellung zur heutigen Entscheidung des Bundeskabinetts über die Einwegkunststoffverbotsverordnung. Konkret geht  es um das Verbot bestimmter Plastikprodukte wie Einwegbecher aus Styropor, Besteck, Wattestäbchen oder Trinkhalme.

„Wir brauchen mehr Mehrweg und nicht anderes Einweg“ , erklärt dazu   VKU- Vizepräsident Patrick Hasenkamp. Die Umsetzung der Kunststoffrichtlinie in Deutschland könne seinen Worten zufolge ein Meilenstein hin zu weniger Plastikverbrauch sein. Die Effektivität der Maßnahmen werde jedoch stark davon abhängen, wie die EU-Vorgaben umgesetzt werden. „Hier liegt der Teufel im Detail. Wenn bestimmte Punkte nicht im Sinne eines wirksamen Umweltschutzes geregelt sind, werden Produzenten Schlupflöcher suchen und finden. Die kommunalen Stadtreiniger sehen Tag für Tag auf den Straßen, Plätzen und in den Parks, wie alle möglichen Arten von weggeworfenen Einwegprodukten die Umwelt vermüllen. Die Verordnung muss daher so ausgestaltet sein, dass wir am Ende nicht andere Abfälle sehen, sondern insgesamt weniger“, so Hasenkamp.

Konkret gehe es beispielsweise um eine wirksame Abgrenzung von Einweg- und Mehrwegprodukten. Ist diese nicht eindeutig, stehe zu befürchten, dass Hersteller ein und dasselbe Produkt plötzlich als „mehrfach verwendbar“ deklarieren. Objektiv nachweisbare Produkteigenschaften (wie etwa Materialstärke) könnten hier eine verlässliche Abgrenzung bieten. Auch muss klar sein: Wenn wir vom exzessiven Kunststoffgebrauch abkommen wollen, müssen sowohl Produkte, die ganz wie auch zum Teil aus Kunststoff bestehen, adressiert werden.

„Dass die von der Verbotsverordnung betroffenen Produkte erheblich zur Vermüllung unserer Städte beitragen, haben erste Auswertungen der Sortieranalysen im Rahmen des VKU-INFA-Verbundvorhabens ergeben“, stellte der VKU-Vizepräsident klar. Die betreffenden Produkte machten etwa zehn Volumenprozent, in Einzelfällen sogar bis zu 20 Volumenprozent des Mülls aus, der auf den Straßen und in den Papierkörben der Kommunen landet. Getränke- und Lebensmittelbehältnisse und Getränkebecher aus Styropor fänden sich dabei am häufigsten in den Abfällen.

Für den nächsten wichtigen Schritt im Umsetzungsprozess sei die Finanzierungsverantwortung der Hersteller für Einwegprodukte für die Straßenreinigung aus Plastik in den Blick zu nehmen, so Hasenkamp weiter. Auch hier müsse die bloße Substitution von Einwegkunststoffprodukten durch Einwegprodukte aus anderen Materialien – etwa Aluminium, Papier oder Holz – verhindert werden.

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