Brancheninfo aktuell 45-10/2020

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Brancheninfo aktuell 45-10/2020 150 150 Klaus Henning Glitza

Heute und morgen erneut ganztägige Warnstreiks bei der SRH in Hamburg

 

Nach Aufrufen der Gewerkschaften komba, dbb beamtenbund, tarifunion und ver.di ist die Stadtreinigung Hamburg (SRH) am heutigen Mittwoch und morgigen Donnerstag erneut von Warnstreiks betroffen. „Aus diesem Grund müssen die Hamburgerinnen und Hamburger bedauerlicherweise mit starken Einschränkungen in den Dienstleistungen der SRH rechnen“, teilt Pressesprecher Kay Goetze mit.

Zu erwarten sind Ausfälle bei der Müllabfuhr, der Reinigung, der Sperrmüllabfuhr und der mobilen Problemstoffsammlung. Außerdem wird der Betrieb der Recyclinghöfe erheblich beeinträchtigt. Die SRH empfiehlt dringend, Anlieferungen auf den Recyclinghöfen erst wieder ab Freitag vorzunehmen.

In der Müllabfuhr priorisiert die Stadtreinigung aufgrund der Sondersituation die Abholung von Biotonnen vor der Leerung von Restmüll und Altpapier. Die SRH versucht, alle ausgefallenen Leerungen schnellstmöglich nachzuholen.

Die Leerung der gelben Hamburger Wertstofftonne und die Abholung der gelben Säcke sind nicht vom Warnstreik betroffen.

Aktuelle Informationen zu den warnstreikbedingten Einschränkungen sind unter www.stadtreinigung.hamburg zu finden, außerdem gibt es montags bis freitags von 7 bis 18 Uhr aktuelle Informationen unter der Telefonnummer 040.25760.

Kay Goetze. „Die SRH versucht zwar, den Betrieb so gut es geht aufrecht zu erhalten, kann dies aber nicht vollumfänglich garantieren. Die SRH bedauert diese Einschränkungen für ihre Kundinnen und Kunden sehr und bittet um Verständnis.“

Nach Angaben des ver.di-Landesbezirks Hamburg handelt es sich -zusammen mit anderen Arbeitsniederlegungen im Bundesgebiet- um den letzten Warnstreik vor den am Mittag des morgigen Donnerstags beginnenden Verhandlungen. Die Streikmaßnahmen hätten den Hintergrund. „den Druck auf die öffentlichen Arbeitgeber in der laufenden Tarifrunde zu erhöhen und sie zu Verhandlungen über ein Angebot auf Augenhöhe zu bewegen“.

„30 Euro Mindestbetrag und das nur einmal, das ist ein Affront für alle Kolleg*innen in den unteren Einkommensgruppen“, so das Statement von Rainer Hahn, Personalratsvorsitzender der Stadtreinigung Hamburg und Mitglied der Bundestarifkommission. Auch die reine Verlängerung der Altersteilzeit erkenne nicht den Bedarf an. „Gerade wir in der Stadtreinigung halten Tag für Tag unsere Knochen hin und müssen in der Krise noch mehr leisten. Dafür haben wir mehr verdient als nur Brotkrümel. Wenn die Arbeitgeber weiterhin motivierte Beschäftigte haben wollen, dann müssen sie endlich mehr rausrücken!“, so Hahn.

Das Resümee der Warnstreiks könne sich sehen lassen, fasst Sieglinde Frieß, stellvertretende. Landesbezirksleiterin Hamburg, aus ver.di-Sicht die Ergebnisse der Warnstreiks zusammen. „Wir haben trotz schwieriger Rahmenbedingungen viele Menschen erreicht und ausreichend Druck organisiert. Mein Dankeschön gilt den Streikenden aber auch den Bürger*innen, die alle in vorbildlicher Weise zueinander gestanden haben. Dieses gemeinsame Verständnis erwarten wir nun auch von dem Arbeitgeber und fordern eine klare Kante für ihre Beschäftigten.“

Die unveränderte Forderung der ver.di:

–  Erhöhung der Tabellenentgelte um 4,8 Prozent, mindestens aber um 150 Euro monatlich,
–  Erhöhung der Entgelte der Auszubildenden um 100 Euro monatlich,
–  Laufzeit zwölf Monate

KG/vd/rd

 

 

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