Brancheninfo aktuell 42-11/2020

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150 150 Klaus Henning Glitza

KVA Helmstedt: 68-Tonnen-Trockner wurde in seine Position gehievt

 

Einen weiterhin optimalen Projektablauf vorausgesetzt, soll die erste Klärschlamm-Monoverbrennungsanlage Niedersachsens, die KVA Helmstedt, im Herbst kommenden Jahres in Betrieb gehen.

 

Die künftige Anlage aus luftiger Höhe fotografiert. Foto: EEW

 

Die KVA Helmstedt nimmt Gestalt an. Bis dato geht der Baufortschritt am Standort Buschhaus zügig und planmäßig voran.  Kürzlich wurde der zweite Scheibentrockner an seinen Bestimmungsort auf der 9-Meter-Ebene des Kesselhauses gehoben. Zwei 500-Tonnen-Kräne waren erforderlich, um das 68 Tonnen wiegende Riesenteil in seine Position zu hieven.

Die insgesamt zwei Trockner  zählen zu den wichtigsten Komponenten der späteren KVA. Sie dienen dazu, „den Klärschlamm später soweit entwässern, dass er bei etwa 43 Prozent selbstständig im Wirbelschichtkessel verbrennt”, erklärt Projektleiter Helge Goedecke.

Zwei 500-Tonnen-Kräne heben den riesigen Trockner ein. Foto: EEW

In der Klärschlamm-Monoverbrennungsanlage Helmstedt können nach Angaben von Pressesprecher Ronald Philipp nach Fertigstellung etwa ein Fünftel der Klärschlämme Niedersachsens verwertet werden. Neben der Anlage am Helmstedter Stammsitz von EEW plant die Energy form Waste GmbH (EEW) weitere Anlagen im schleswig-holsteinischen Stapelfeld nahe Hamburg und im mecklenburgischen Stavenhagen.

Die Klärschlammverwertung ist erforderlich, weil nach dem Willen des Gesetzgebers künftig keine belasteten Klärschlämme mehr in der Landwirtschaft eingesetzt werden dürfen. Jedoch ist Klärschlamm auch ein unschätzbarer Wertstoff, denn er enthält mit einem Anteil von 20 Prozent Phosphate. Phosphor, ein synthetisch nicht herstellbar, gilt als kritischer Rohstoff, der in Deutschland nicht vorkommt und deshalb exportiert werden muss. Bei der thermischen Behandlung bleiben die Phosphate in der Asche erhalten. In der KVA werden  jährlich etwa 15.000 Tonnen Asche anfallen.

Die EEW-Gruppe, zur Bejing Enterprises Holdings Limited (BEHL) gehörend, betreibt mit ihren 1,150 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter  in Deutschland und im benachbarten Ausland insgesamt 18 Anlagen.

RP/rd

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