Brancheninfo aktuell 42-01/2021

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150 150 Klaus Henning Glitza

Anagni: ALPLA investiert gut fünf Millionen Euro in Extrusionanlage

 

Der international tätige Hersteller von Kunststoffverpackungen und Recyclingspezialist ALPLA Group investiert gut fünf Millionen am mittelitalienischen  Standort Anagni in eine Extrusionsanlage für lebensmitteltaugliches recyceltes PET (rPET) aus gebrauchten PET-Flaschen (sogenanntes. Post-Consumer-Material).

Die Kapazität soll nah ALPLA-Angaben 15.000 Tonnen rPET betragen. Der Betriebsstart ist für die zweite Hälfte 2021 geplant. Zehn neue Arbeitsplätze werden geschaffen.

Anagni ist für ALPLA Group einer der bedeutendsten Standorte für die Produktion von Vorformlingen (Preforms). Der Betrieb mit derzeit 91 MitarbeiterInnen verarbeitet jährlich rund 50.000 Tonnen PET, wovon aktuell nur ein sehr geringer Anteil Recyclingmaterial ist. In Zukunft soll ein nennenswerter Teil der benötigten Menge mit Recyclingmaterial abgedeckt werden. Kunden erhalten so die Möglichkeit, Preforms aus bis zu 100 Prozent rPET zu beziehen.

„Wir werden PET-Flakes aus gebrauchten Haushaltsverpackungen von lokalen Recyclern zukaufen, diese zu lebensmitteltauglichem Regranulat aufbereiten und am Standort für Preforms einsetzen“, informiert Fabio Mazzarella, Plant Manager in Anagni. Durch die Produktion des Recyclingmaterials direkt im verarbeitenden Betrieb ergeben sich laut Mazzarella attraktive Synergien in der Logistik und Lagerhaltung und möglicherweise beim Energieverbrauch.

Georg Lässer, Head of Corporate Recycling bei ALPLA, bezeichnet die Investition in Mittelitalien als vorausschauende, strategische Entscheidung. „Wir wollen den Kreislauf von Flasche zu Flasche ankurbeln und Downcycling vermeiden. Darüber hinaus fördern wir damit lokale Recyclinglösungen in einer Region, die derzeit nicht über die nötige Infrastruktur für den Flaschenkreislauf verfügt“, erklärt der Recyclingexperte. Derzeit ist die Nachfrage nach Recyclingmaterial gut zu bewältigen. „Jedoch stellen wir mit dieser Maßnahme langfristig sicher, dass wir unsere Kunden bei der Umsetzung neuer Vorgaben und Ziele optimal unterstützen und Recyclingmaterial in höchster Qualität anbieten können.“

ALPLA (rund 21.600 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, weltweit 178 Standorten in 45 Ländern) gehört zu den führenden Unternehmen für Kunststoffverpackungen und betreibt  eigene Recyclinganlagen für PET und HDPE. Als Unterzeichner des New Plastics Economy Global Commitment im Oktober 2018 hat sich ALPLA zu folgenden Zielen bis 2025 bekannt: Alle Verpackungslösungen sind vollständig recyclingfähig. Das Volumen an recycelten Materialien soll auf 25 Prozent des gesamten Materialverbrauchs steigen. Für die Erweiterung der Recyclingaktivitäten stehen 50 Millionen Euro bereit.

AL/rd

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