Brancheninfo aktuell 40-07/2020

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150 150 Klaus Henning Glitza

DSD- eine gute Partie / Saarbrücken:  Löste eine Gasflasche Brand eines Müllfahrzeuges aus?

 

Der Grüne Punkt- Duales System Deutschland GmbH (DSD) ist eine gute Partie. Nach dem internationalen Bonitätsindex, der schulnotenmäßig von 1 bis 6 reicht, wird das Unternehmen mit dem Spitzenwert 1,9 eingeschätzt.

Das entspricht einem sehr niedrigen Ausfallrisiko und einer positiven geschäftlichen Entwicklung. Auch deshalb hält der mit Hauptsitz in Miami ansässige Mehrheitseigentümer H.I.G. Capital nach dem Scheitern der REMONDIS-Übernahme an der Beteiligung fest. Intern heißt es, dass Duale Systeme im Gegensatz zur produzierenden Industrie nicht im vergleichbaren Maße von den Corona-Folgen betroffen seien.  Der Bedarf an Rezyklaten, derzeit noch durch den niedrigen Ölpreis ausgebremst, werde mittelfristig eher zunehmen. Das wird offenbar auch in internationalen Investorenkreisen so gesehen. Dem Vernehmen nach soll es bereits erste Signale von Kaufinteressenten geben. Verhandlungen werden aber derzeit nicht geführt.

Für REMONDIS wird das Scheitern der DSD-Übernahme zum Millionengrab. Für den Fall einer kartellrechtlichen Untersagung war- wie berichtet- mit H.I.G. eine so genannte Breakup Fee vereinbart worden. Zusammen mit dieser Art von Konventionalstrafe und den exklusiv hohen Rechnungen der exklusiv guten Anwälte plus saftiger Gerichtskosten gehen nach Insiderschätzungen die finanziellen Kollateralschäden in den zweistelligen Millionenbereich. Branchenkenner sprechen von deutlich über 30 Millionen.

Bei H.I.G-Capital kann man also zufrieden sein. DSD ist zwar nicht verkauft, aber es hat bereits durch den Nichtverkauf Gewinn eingebracht. Optimaler geht es kaum.

khg

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Bei der Leerung der Wertstofftonnen hat am vergangenen Dienstag im Saarbrücker Stadtteil St. Johann die Ladung eines Abfallentsorgungsfahrzeuges Feuer gefangen. Dies teilt der örtlich zuständige Zentrale Kommunalen Entsorgungsbetrieb (ZKE) mit.

Die genaue Brandursache ist noch nicht hundertprozentig bekannt, jedoch deuten erste Anzeichen darauf hin, dass sich in einer Wertstofftonne fälschlicherweise eine Gasflasche befand.  Verletzt wurde glücklicherweise niemand. Auch das Fahrzeug wurde nicht beschädigt, weil sich die Besatzung vorbildlich verhielt.

Nach ZKE-Angaben bemerkte der Fahrer des Müllautos während der Fahrt Rauch, der aus dem Laderaum des Fahrzeugs drang, und verständigte sofort Feuerwehr und Polizei. Die Besatzung schaffte es, die gesamte brennende Ladung auf einer Freifläche außerhalb der engen Ortslage in der Innenstadt zu leeren. Der ZKE transportierte den abgebrannten Müll ab.

ZKE-Pressesprecher Otto Drossel: „Dies ist leider bereits der fünfte Brand innerhalb von vier Jahren und wir sind froh, dass niemand zu Schaden kam“. Bei den zurückliegenden Bränden spielte offenbar auch E-Schrott eine Rolle. „Wir appellieren daher an die Nutzer der Abfallgefäße, gefährliche Stoffe zum Ökomobil zu bringen und Elektroschrott nicht mehr in die Mülltonnen zu füllen“, so der Pressesprecher. Solche Fehlbefüllungen „können verheerende Folgen für unsere Mitarbeiter und das Fahrzeug mit sich bringen“.

Der ZKE weist darauf hin, dass es verboten ist, Elektrogeräte über die Mülltonnen zu entsorgen. Bei einer Zuordnung der Fehlbefüllung werden Verursacher deshalb zum Schadenersatz herangezogen.

ZK/rd

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