Brancheninfo aktuell 40-01/2021

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150 150 Klaus Henning Glitza

Erneute Forderung der Deutschen Umwelthilfe: Pfand für Getränkekartons

 

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) hat Bundesumweltministerin Svenja Schulze erneut aufgefordert,   Getränkekartons mit einem Pfand von 25 Cent   belegen. Nur so ließe sich verhindern, dass die schwer recyclebaren, Verbundverpackung aus Plastik, Aluminium und Neupapier laufend in der Umwelt landen.

Technisch sei das kein Problem, heißt es in einer Erklärung der Umwelt- und Verbraucherschutzorganisation. Die Rücknahme von Getränkekartons sei an bestehenden Pfandrücknahmeautomaten auf unkomplizierte Weise umsetzbar.

Laut DUH besteht akuter Handlungsbedarf, denn Getränkekartons seien „in den letzten Jahren deutlich unökologischer geworden“.  Bei abnehmenden Papierfaseranteil  sei der Plastikanteil gestiegen. Überdies hätten die Verbundverpackungen  in der zurückliegenden 20 Jahren um 35 Prozent an Gewicht zugelegt.

Hinzu komme, dass  die behauptete Recyclingquote für Getränkekartons von rund 76 Prozent nicht den Tatsachen entspreche. Aktuelle Berechnungen der DUH hätten ergeben, dass tatsächlich nur rund 30 Prozent der Getränkekartons in Deutschland recycelt würden. Ein „miserables Recyclingergebnis“ und „eine „massive Täuschung von Verbraucherinnen und Verbrauchern seitens der Einwegindustrie“, kritisiert die DUH.

Folglich landeten „von vornherein rund vierzig Prozent der Verbundverpackungen gar nicht zum Recycling im gelben Sack, sondern im Restmüll, der Papiertonne oder der Umwelt, fasst  die stellvertretende DUH-Bundesgeschäftsführerin Barbara Metz das Untersuchungsergebnis zusammen.  Nach ihren Worten sei der „umweltfreundliche Getränkekarton“ deshalb ein „Märchen“.

„Getränkekartons stehen in starkem Widerspruch zu ihrem umweltfreundlichen Image“, so sieht es auch Thomas Fischer, Leiter Kreislaufwirtschaft bei der DUH. Als Beispiel nennt er Getränkekartonmodelle mit einem Anteil von mehr als 50 Prozent Kunststoff. Eine „Mogelverpackung“, die den Namen Kartonverpackung nicht verdient habe. Fischer: „Vielmehr handelt es sich um Plastikflaschen 2.0 mit komplett aus Kunststoff bestehenden Oberteilen, langstieligen Ausgusshilfen oder überdimensionierten Schraubverschlüssen. Umweltbewusste Verbraucherinnen und Verbraucher sollten einen weiten Bogen um Getränke-Plastikkartons machen.“

Am besten ist es, „ganz auf umweltbelastende Getränkekartons zu verzichten und stattdessen regionale Mehrwegflaschen zu nutzen“, zeichnet Barbara Metz eine Alternative auf.

DU/rd.

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