Brancheninfo aktuell 38-07/2020

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Brancheninfo aktuell 38-07/2020 150 150 Klaus Henning Glitza

Bei der WEA-Rückbauwelle werden zwei Unternehmen eine wesentliche Rolle spielen

 

Wenn ab 2021 eine Rückbauwelle von Windenergieanlagen (WEA) durch Deutschland geht, werden zwei Unternehmen eine wesentliche Rolle spielen: die Lüneburger neowa GmbH und die Bremer neocomp GmbH. Beide Unternehmen haben sich den ressourcenschonenden Rückbau von Windenergieanlagen auf die Fahnen geschrieben.

Die seit 2015 operativ aktive neowa GmbH betreibt nach Eigenangaben ein europaweites Netzwerk für den ressourcenschonenden Rückbau von Windenergieanlagen und die qualifizierte Behandlung von Faserverbundabfällen.  Ihren Kunden bietet die neowa GmbH seit diesem Jahr „auch eine tiefere Wertschöpfungsstruktur, von der Planung über den Rückbau und den Verkauf beziehungsweise die Verwertung von Windenergieanlagen“, wie es in einer Pressemitteilung heißt. Nach der Firmenphilosophie „We design waste“ versteht neowa nach Eigenangaben die wertstoffliche Seite des Recyclings als Verpflichtung der Kreislaufwirtschaft gegenüber.

Die 2015 gegründete neocomp GmbH ist ein Gemeinschaftsunternehmen der neowa GmbH (40 Prozent) und dem Partner Nehlsen AG (60 Prozent). Die Firma betreibt zwei Aufbereitungsanlagen für die Substitution weiterer Rohstoffe, die national wie international in die Zementproduktion geliefert werden.

In einem der Betriebsteile der neocomp GmbH werden Abfälle aus glasfaserverstärkten Kunststoffen (GFK), zum Beispiel Rotorblätter, in einem mehrstufigen Verfahren zerkleinert, homogenisiert und von Störstoffen befreit. Mit dem so gewonnenen Wertstoff werden Primärrohstoffe, zum Beispiel Kohle und Sand in der Zementindustrie ersetzt. Das bei den GreenTec Awards 2017 mit einem Umweltpreis ausgezeichnete und nach Unternehmensangaben “europaweit einzigartige System garantiert die stoffliche- und thermische Verwertung von Rotorblättern zu 100 Prozent“.  Dies sei „die logische Konsequenz aus fünf Jahren erfolgreicher Pionier-Arbeit und technologischer Aufklärung für eine echte stoffliche Verwertung des im GFK vorhandenen Silikats“, so Frank J. Kroll, Geschäftsführer der neowa GmbH und neocomp GmbH.

Der zweite Betrieb der neocomp GmbH bereitet in einem einstufigen Verfahren Wertstoffe dergestalt auf, „dass das von Kunden nachgefragte Aluminiumoxid für deren Produktionsprozesse optimiert einsetzbar ist“, teilt das Unternehmen mit.

ML/rd

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