Brancheninfo aktuell 36-12/2020

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Brancheninfo aktuell 36-12/2020 150 150 Klaus Henning Glitza

Weihnachten- Fest der Geschenke, aber auch Belastungsprobe für die Umwelt

 

Weihnachten ist ein Fest der Geschenke, aber auch eine Belastungsprobe für die Umwelt. Denn die Kehrseite von Einkaufstouren, Weihnachtsgeschenken und üppigen Festessen ist bis zu 20 Prozent mehr Abfall rund um die stillste Zeit im Jahr. Der Verband Österreichischer Entsorgungsbetriebe (VOEB) , die freiwillige Interessensvertretung der kommerziell geführten Entsorgungsunternehmen in Österreich, ruft dazu auf, gerade in der Corona-Zeit auf Müllvermeidung und Mülltrennung zu achten.

„Unser Ziel: weniger Restmüll, mehr getrennte Sammlung“, erläutert dazu Gaby Jüly, Präsidentin des VOEB. Wer Abfall reduzieren wolle, kaufe nur wirklich benötigte Lebensmittel ein, habe die eigene Einkaufstasche stets dabei und verzichte auf unnötige Verpackungen. „In jedem Fall sollte überlegt werden, welcher Abfall tatsächlich in den Restmüll gehört. Denn das alte Handy, die leere Weinflasche oder die Spielzeug-Verpackung aus Karton sind kostbare Altstoffe, die recycelt werden können und getrennt entsorgt werden müssen“, so die Präsidentin.

 Nach VOEB-Angaben sammeln die Österreicherinnen und Österreicher im Schnitt 172 Kilogramm Altstoffe pro Jahr, das sind insgesamt 1,5 Millionen Tonnen*. Zu diesen Altstoffen gehören Papier, Glas, Kunststoffe oder Metall. Besonders fleißig sind die Tiroler und Oberösterreicher, sie trennen jährlich 206 beziehungsweise 201 Kilogramm Altstoffe. Schlusslicht ist Wien mit nur 118 Kilogramm. Die regionalen Sammelmengen müssten laut VOEB allerdings immer in Relation zur Bevölkerungsdichte gesetzt werden, urbane Zahlen könne man nicht mit jenen im ländlichen Raum vergleichen.

Zusätzlich werden österreichweit im Schnitt 61 Kilogramm Bioabfall getrennt entsorgt. Dennoch: Rund 600.000 Tonnen recycelbare Wertstoffe landen jährlich im Restmüll, wie eine Erhebung der Montanuniversität Leoben ergab**, wie auch rund 157.000 Tonnen*** an teils genießbaren Lebensmitteln– im Wert von einer Milliarde Euro.

VOEB-Präsidentin Jüly: „Das ist eine unglaubliche Verschwendung. Jeder sollte darauf achten, Lebensmittelabfälle zu verhindern. Auch Wertstoffe haben nichts im Restmüll verloren, sondern gehören getrennt entsorgt, damit daraus neue Ressourcen entstehen können. Mein Wunsch ans Christkind: Höchstens 100 kg Restmüll und doppelt so viel gesammelte Altstoffe pro Jahr und Einwohner.“

Mehr als 1.100 High-Tech-Betriebe sorgten nach VOEB-Angaben in Österreich  dafür, dass mithilfe aufwändiger Verfahren der Abfall sortiert, zerkleinert und recycelt wird. So entständen Sekundärrohstoffe, also neue Ressourcen für Wirtschaft und Industrie. Aus einer alten PET-Flasche werde Kunststoffgranulat, das in der Produktion von Kunststoffprodukten wieder zum Einsatz kommt. Nach demselben Prinzip werde aus Altpapier ein neues Buch, aus kaputtem Glas eine neue Milchflasche oder aus Biomüll wertvoller Dünger für die Landwirtschaft.

Gaby Jüly: „Das ist gelebte Kreislaufwirtschaft. Wer seinen Müll sorgfältig trennt, tut der Umwelt einen großen Gefallen.

DK/rd

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* Statusbericht Abfallwirtschaft (BAWP) 2020, Daten aus 2018: https://www.bmk.gv.at/dam/jcr:04ca87f4-fd7f-4f16-81ec-57fca79354a0/BAWP_Statusbericht_2020.pdf 
** Mengenmäßige Umrechnung der Wertstoffe im Restmüll laut Bundes-Abfallwirtschaftsplan (BAWP) 2017 durch Prof. Roland Pomberger. Davon sind rund 252.000 Tonnen (t) Kunststoffe, 200.000 t Papier, Pappe, Karton, 70.000 t Glas und 67.000 t Metalle.
*** Quelle: Lebensmittelabfälle in österreichischen Haushalten, bmlrt.gv.at

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