Brancheninfo aktuell 34-03/2020

Brancheninfo aktuell 34-03/2020

150 150 Klaus Henning Glitza

Ansturm auf Recyclinghöfe- Gefahr für Nutzer und Personal / Nur die nötigsten Entsorgungen vornehmen / Li-Ion-Batterien gerieten in Brand

 

An allen geöffneten Recyclinghöfen ist in diesen Tagen ein wahrer Ansturm festzustellen. Die kritische Folge: In dieser besonderen Situation können die in Corona-Zeiten  besonders wichtigen Mindestabstände nur schwer eingehalten werden. Entsorgungsbetriebe wie die EBU in Ulm haben deshalb an die Bürger den dringenden Appell gerichtet, die Recyclinghöfe  zu entlasten und nur nötigste Entsorgungen vorzunehmen.

Nach Beobachtungen der Entsorgungs-Betriebe der Stadt Ulm (EBU) sind derzeit viele Menschen aufgrund der Pandemie zu Hause und nutzen oftmals die Zeit zu Entrümpelungen. Auch das Aussetzen des EBU-Abholservices für Sperrmüll, Elektrogeräte und Gartenabfälle bis Mitte Mai und die Schließung der Recyclinghöfe Einsingen und Donaustetten verstärke den Ansturm. Ebenso erschwere die umgesetzte Blockabfertigung zur Einhaltung der Hygiene- und Verhaltensregeln die Bewältigung bei hohem Anlieferungsaufkommen zusätzlich.

Die EBU bitten deshalb die Bürger dringend, “auf die Entrümpelung, den Frühjahrsputz und nicht weiter notwendige Müllentsorgungen zum eigenen Schutz und zum Schutz anderer Kunden und der Mitarbeiter der Recyclinghöfe zu verzichten!“.  Nur die nötigsten Entsorgungen sollten durchgeführt werden. Entsorgungen, die nur über die Recyclinghöfe erfolgen können, sind weitestgehend zu vermeiden oder auf einen späteren Zeitpunkt zu verschieben. „Die EBU dankt allen Bürger für Ihr Verständnis in der aktuellen Ausnahmesituation durch die Corona-Pandemie!“, heißt es in einer Mitteilung.

DOL/rd

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Auf möglicherweise längere Wartezeiten vor den Wertstoffhöfen Luisental und Heidgesberg macht die GEM, ein Tochterunternehmen der  mags Mönchengladbacher Abfall-, Grün- und Straßenbetriebe AöR, aufmerksam.

Neben Grünschnitt wurde an diesen Standorten vermehrt Rest- und Sperrmüll angeliefert. „Um sowohl die Anlieferer als auch die GEM-Mitarbeiter zu schützen, wird die Zufahrt auf die Wertstoffhöfe verändert: Durch das geltende Kontaktverbot sind die Mitarbeiter vor Ort gezwungen, nur noch eine begrenzte Zahl Anlieferer auf die Sammelstellen fahren zu lassen. So soll der derzeit gebotene Abstand zwischen den Anlieferern selbst sowie zwischen Anlieferern und Mitarbeitern gewahrt werden“, wird mitgeteilt.  Die GEM bittet um Verständnis, „dass es durch diese Maßnahme zu längeren Wartezeiten vor und auf den Wertstoffhöfen kommen kann.“

Wer die Wertstoffhöfe besucht, sollte sich zudem gut vorbereiten, so die GEM. Abfälle sollten schon im Fahrzeug nach Abfallart sortiert sein, damit sie auf dem Wertstoffhof unkompliziert und schnell ausgeladen werden können. Das verkürze die eigene Aufenthaltsdauer und Wartezeiten für andere.

APD/rd

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Aus gegebenem Anlass weist die Stadt Oldenburg darauf hin, dass die seit dem 16. März geschlossenen Wertstoffannahmestellen vorerst nicht wiedereröffnet werden. Die Schließungen seien vorsorglich mit dem Ziel vorgenommen worden, Kontakte zu reduzieren und damit das Risiko einer Infektion mit dem Coronavirus zu senken, erläutert Volker-Schneider-Kühn, Betriebsleiter des Abfallwirtschaftsbetriebes Stadt Oldenburg (AWB).

Da beim AWB vereinzelte Beschwerden über die Schließungen eingegangen sind, hat Schneider-Kühn noch einmal die Entscheidung begründet.  Schon an normalen Tagen hätten noch seinen Worten  bis zu 1.100 Anlieferer die Wertstoffannahmestellen aufgesucht. „Bei dieser hohen Kundenfrequenz ist aus heutiger Präventionssicht kein ausreichender Infektionsschutz der Bürgerinnen und Bürger sowie des Betriebspersonals möglich. Bei einer fortgeführten Öffnung wäre vielmehr zu befürchten gewesen, dass die Zahl der Anlieferungen deutlich zugenommen hätte“, so der AWB-Betriebsleiter. Der gebotene Abstand zwischen den Mitarbeitenden und der Kundschaft sowie auch zwischen den Kundinnen und Kunden untereinander hätte dann nicht mehr gewahrt werden können.

Volker Schneider-Kühn bittet nachdrücklich darum., die Entsorgung von Abfällen (auch Gartenabfälle), die auch im häuslichen Bereich zwischengelagert werden können, auf einen späteren Zeitpunkt zu verschieben.  Gartenabfälle könnten  auch nach und nach über die Biotonnen entsorgt werden.

Lediglich schadstoffhaltige Abfälle werden, allerdings nur im Bereich an der Wertstoffannahmestelle Neuenwege, weiterhin angenommen . Auch werden weiterhin Entsorgungen aus dem Kleingewerbe direkt über die Abfallbehandlungsanlagen ermöglicht. Gerade diese kleineren Unternehmen führen momentan wichtige Dienstleistungen aus, haben in der Regel keine größeren Lagermöglichkeiten und häufig auch keine Genehmigungen dafür. Der AWB stehe in dieser Phase im engen Austausch mit den Abfallwirtschaftsbetrieben der Region und den Entsorgungspartnern der Stadt Oldenburg.

„Der Abfallwirtschaftsbetrieb hat eine bedeutende Funktion zur Daseinsvorsorge. Werden hier Mitarbeiterinnen oder Mitarbeiter infiziert, kann im schlimmsten Fall die Abfallsammlung und -entsorgung darunter leiden“, betont Schneider-Kühn. Hauptziel sei es, die Grundentsorgung – das heißt, insbesondere die Bioabfall- und Restabfallsammlung sowie die nachgeschalteten Behandlungs- und Entsorgungswege – sicherzustellen. „Wir bedanken uns ausdrücklich bei allen, die uns in dieser für uns alle schwierigen Situation Verständnis entgegenbringen, unterstützen und unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ein Lächeln schenken oder eine positive Botschaft übermitteln. Und da sprechen wir ganz sicher auch im Namen unserer Partner von der ARGE, die für Papier und gelbe Säcke/Tonnen zuständig sind“, so der AWB-Chef.

StO/rd

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Zum Brand in einem Recyclingbehälter ist es am Montagvormittag in einem  Discountmarkt in Dorsten-Feldmark (Kreis Recklinghausen, NRW) gekommen.

Nach Angaben  der Feuerwehr Dorsten lag die Ursache „in einer elektrischen Entladung mit thermischer Energiefreigabe“ einiger offenbar mechanisch beschädigter Lithium-Ionen-Batterien. „Gerade Lithiumbatterien sind aufgrund ihrer hohen Energiedichte Hochleistungsbatterien. Schon einfache Beschädigungen am Schutzmantel der Batterie durch Fallenlassen oder Verbiegen führen unter Umständen auch mit großem zeitlichen Verzug zu einem Kurzschluss mit Selbstentzündung“, so die Feuerwehr in einer Pressemitteilung.

Beim Eintreffen der Feuerwehr war der bereits durchgebrannte Recyclingbehälter durch Mitarbeiter in den Außenbereich gebracht worden. Es mussten lediglich Brandreste aufgesammelt und die Brandausbruchstelle mit einer Wärmebildkamera kontrolliert werden, teilt Dirk Heppner von der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Feuerwehr Dorsten mit.

FFW/rd

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