Brancheninfo aktuell 31-11/2019

Brancheninfo aktuell 31-11/2019

150 150 Klaus Henning Glitza

 Gecko im Sperrmüll  / REMONDIS kauft Kastrup Recycling  / Alba- Group: Klimaziele ohne klimaentlastendes Recycling nicht zu erreichen

 

 

Entkräftet und in kritischem Zustand: der kleine Gecko, der am vergangenen Dienstag von einem GEM-Mitarbeiter gerettet wurde. Foto: GEM

Es gibt nichts, was es nicht gibt. Eine Devise, die sich viele Müllwerker zu eigen machen mussten. Doch der folgende Fall hat selbst hartgesottene Entsorgungspraktiker bis ins Mark erschüttert,

Mönchengladbach, am vorgestrigen Dienstag: Als Tobias Göckler auf den Sperrmüllhaufen an der Helenastraße zugeht, fällt ihm sofort ein Terrarium auf. Eigentlich wird das beim Sperrmüll gar nicht mitgenommen. Den GEM-Mitarbeiter beschleicht ein ungutes Gefühl. Er sieht sich den Inhalt genauer an und findet Terrarien-Deko, Steine – und einen Gecko. Das kleine Reptil hatte sich in einem Loch verkrochen.

„Er war in einem sehr schlechten Zustand und total unterkühlt“, berichtet Tobias Göckler, der selbst Geckos gehalten hat. Der Müllwerker rettet den kleinen Kerl aus seiner misslichen Lage und legt ihn mitsamt einem Stein  in einen Karton, um ihn abholen zu lassen. Ein GEM-Kollege aus der Disposition holt den Gecko ab und bringt ihn zu Mönchengladbacher Reptilien-Experten, die das Tierchen nun aufpäppeln.

Die erste Nacht hat der Gecko, der übrigens ein Leopardgecko ist, überstanden. Doch sein Zustand ist kritisch. Der teppenbewohner ist völlig unterernährt. Sein Stoffwechsel ist derart im Keller, dass er sich nicht mehr alleine häuten kann. Und er hat keinen Appetit. Um ihm zu helfen, wurde er jetzt vergesellschaftet, da der Leopardgecko normalerweise sehr gesellig ist und in kleinen Gruppen lebt. Bis er wieder auf dem Damm ist, dauert es nach Aussage der Experten etwa drei bis vier Wochen.

Den Fall hat die GEM bei der Polizei zur Anzeige gebracht. Für Tobias Göckler steht fest, dass er den kleinen Leopardgecko aufnimmt, wenn es sein Zustand wieder zulässt.

YvT/rd

***

Eines der ersten deutschen Unternehmen, die sich als Entsorgungsfachbetrieb zertifizieren ließen wird vorbehaltlich der kartellrechtlichen Zustimmung vom größten Entsorgungskonzerns Deutschlands übernommen.

REMONDIS OWL hat beim Bundeskartellamt den Anteils- und Kontrollerwerb der Traditionsfirma. Kastrup Recycling GmbH & Co. KG, , Kastrup Recycling GmbH & Co. KG mit Hauptsitz in Bielefeld angemeldet, Aktenzeichen B5-160/19.

Das 1904 von den Brüdern Heinrich und Otto Kastrup gegründete Familienunternehmen beschäftigt an den beiden Standorten Bielefeld (NRW) und Bad Essen (Niedersachsen) zirka 80 Mitarbeiter. Nach Unternehmensangaben werden Industrie, Gewerbe und Handel in ganz Ostwestfalen (OWL) und im südlichen Niedersachsen im Bereich Entsorgung, Logistik und Rückführung von Sekundärrohstoffen bedient. Zum Kundenkreis gehören unter anderem die  Aluminium-, Stahl,  Kunststoff- und Papierindustrie.

Im Bielefelder Stadtteil Quelle unterhält Kastrup-Recycling seit 1973 ein rund 40.000 Quadratmeter großes gemietetes Betriebsgelände, auf dem sich Produktionshallen und die Verwaltungszentrale befinden. 2008 kam der Standort Bad Essen (Landkreis  Osnabrück. Niedersachsen) hinzu. Seine Logistikaufgaben bewältigt Kastrup Recycling mit einer Flotte von Spezialfahrzeugen, darunter Abroller, Muldenfahrzeuge, Überkopflader und Kastenwagen.

bem

***

Um die Klimaschutzziele bis 2030 erreichen zu können, müsse Recycling fester Bestandteil in Produktion und Wirtschaft werden. Diese Forderung erhebt das Recycling- und Rohstoffversorgungsunternehmen ALBA Group.

Aus Anlass des  morgen stattfindenden globalen Klimastreiks „Fridays for future“ weist das Recycling- und Rohstoffversorgungsunternehmen auf die große Bedeutung des Recyclings für die Entlastung des Klimas hin. „Leider wird dieser Umstand in der Politik noch immer missachtet“, erklärt Dr. Axel Schweitzer, Vorstandsvorsitzender der ALBA Group.

Sein Appell: „Wir benötigen generell wesentlich mehr Rezyklateinsatz. Dabei ist es dringend erforderlich, dass auch die öffentliche Hand ihrer Vorbildrolle gerecht wird und im Rahmen ihres Einkaufsverhaltens rezyklathaltige Produkte zwingend mit einplant. Hier muss die Politik handeln und entsprechende Vorgaben schaffen.“

Allein die ALBA Group habe durch die Kreislaufführung von 5,6 Millionen Tonnen Wertstoffen im Jahr 2018 insgesamt 4,4 Millionen Tonnen klimaschädliche Treibhausgase eingespart, heißt es in einer Pressemitteilung. . Dies entspreche „einem Prozent der deutschen CO2-Einsparungen im Vergleich zu 1990 oder auch dem Klimaschutzeffekt eines über 441.000 Hektar großen Mischwaldes, vergleichbar mit einer Fläche fast doppelt so groß wie das Saarland“. Zudem würden durch das Recycling im Vergleich zur Primärproduktion 31,9 Millionen Tonnen Ressourcen wie beispielsweise Erze, Kohle oder Holz eingespart. Ermittelt worden seien diese Werte von Fraunhofer-Institut UMSICHT im Rahmen der Studie „resources SAVED by recycling“ im Auftrag der ALBA Group.

„Um den Einsatz von Rezyklat zu fördern, benötigen wir weitere Industriestandards“, so Schweitzer weiter. „Bisher gibt es nur einen definierten Standard für die Nutzung in Lebensmittelverpackungen. Aber all das Material, das wir aus der Gelben Tonne und dem Gelben Sack gewinnen, darf nach diesem Standard nicht zur Produktion von Lebensmittelverpackungen verwendet werden. Wir brauchen daher neben dem für Lebensmittel tauglichen Standard noch einen Qualitätsstandard für Kosmetika und Körperpflegemittel und einen dritten für Reinigungsmittel.“

Die ALBA Group, bestehend aus den beiden Marken ALBA (zweitgrößter Entsorger Deutschlands) und Interseroh (duales System), ist in Deutschland und Europa sowie in Asien aktiv. 2018 erwirtschaftete die Group nach Eigenangaben einen Umsatz von 2,1 Milliarden Euro.

SJ/rd

Hinterlasse eine Antwort

Subscribe to our newsletter