Brancheninfo aktuell 31-08/2020

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150 150 Klaus Henning Glitza

Globaler Erdüberlastungstag ist für aha ein mahnendes Zeichen / Tipps im neuen „Alltagsguide“

 

Der globale Erdüberlastungstag ist für die Abfallwirtschaft Region Hannover (aha) ein mahnendes Zeichen.  Denn dieses Datum macht deutlich, welcher Raubbau auf Kosten kommender Generationen betrieben wird. An diesem Tag, in diesem Jahr ist es Samstag, 22. August, sind die nachwachsenden Ressourcen der Erde für das laufende Jahr theoretisch erschöpft.  Alles, was danach verbraucht wird, geht gewissermaßen auf die Substanz.

Dagegen lässt sich etwas tun, ist aha-Verbandsgeschäftsführer Thomas Schwarz überzeugt. Ein Beispiel dafür sei richtiges Trennen. Um dafür Anregungen zu geben, hat aha eine neue Broschüre aufgelegt, den so genannten Alltagsguide. Darin werden die unterschiedlichen Recycling-Kreisläufe erklärt, aber auch ganz praktische Tipps gegeben.

Einer dieser Tipps:  Wer den Deckel vom Joghurtbecher komplett abziehe und beides getrennt in den gelben Sack werfe, habe schon mitgeholfen. Denn nur so könnten Becher aus Plastik und Deckel aus Aluminium in maschinellen Sortieranlagen richtig getrennt und später recycelt werden. Ungetrennt entsorgte Abfälle, die aus unterschiedlichen Stoffen zusammengesetzt sind, landeten dagegen in der Müllverbrennung und seien für den Stoffkreislauf verloren. „Wenn jeder Einzelne einen kleinen Teil täglich zur Nachhaltigkeit beiträgt, ist viel gewonnen“, hebt Thomas Schwarz hervor.

Die Abfallwirtschaft in Deutschland habe nach seinen Worten durch die Abkehr von der bloßen Deponierung bereits einen großen Beitrag geleistet. Denn der Müll, der noch bis vor 30 Jahren einfach deponiert wurde, enthalte „organische Materialien, die bei der Vergärung das Klimakillergas Methan freisetzen“. Inzwischen gelange dieses Gas nicht mehr ungefiltert in die Atmosphäre.

Wie der Verbandsgeschäftsführer weiter ausführt, habe die deutsche Abfallwirtschaft durch Auffangen von Methan im Zeitraum von 1993 bis 2015 den Ausstoß um mehr als ein Viertel verringert: von 40 Millionen Tonnen auf 11,2 Millionen Tonnen CO2-Äquivalenten. Von CO2-Äquivalenten wird gesprochen, um eine Vergleichbarkeit der Stoffe herzustellen. Damit kann die höhere Schädlichkeit von Methan durch Umrechnung berücksichtigt werden. „Die Abfallwirtschaft ist einer der ersten Wirtschaftssektoren, die mit einer konkreten Strategie ihren Beitrag leisten, die globalen Klimaschutzziele 2030 zu erreichen“. konstatiert Thomas Schwarz.

Der Nordberg der Deponie Hannover sei ein gutes Beispiel für den Beitrag von aha für Klimaschutz. Hier lagert der Müll, der von 1933 bis 1980 dort deponiert wurde. Der abgedeckte und renaturierte Berg sei eigentlich als Bauwerk zu bezeichnen, aus dem Methan und Sickerwasser aus den Verrottungsprozessen abgesaugt beziehungsweise aufgefangen werden. Das gewonnene Gas werde in einem Blockheizkraftwerk verstromt und das Sickerwasser in einem speziell dafür ausgelegten Klärwerk gereinigt.

Der neue Alltagsguide ist auf www.aha-region.de/alltagsguide als digitale Broschüre und zum Download zu finden.

khg

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