Brancheninfo aktuell 31-03/2019

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REMONDIS-Topmanager Wilms:  Auch nach Übernahme “keine marktbeherrschende Stellung”

 

Auch bei Übernahme des Dualen Systems habe REMONDIS „keine marktbeherrschende Stellung“. Diese Auffassung vertritt REMONDIS-Topmanager Herwart Wilms gegenüber der Onlineredaktion des Wirtschaftsmagazins CAPITAL.

Der bei einem Umsatz von 7,3 Millionen Euro vor der Berliner ALBA-Gruppe mit Abstand größte deutsche Entsorgungskonzern sei im Gegensatz zu Meinungen der breiten Öffentlichkeit in keinem Bereich der Wertschöpfungskette ein Monopolist, „Wir werden durch den Zukauf auch im Dualen System mit einem Marktanteil von 30 Prozent keine marktbeherrschende Stellung bekommen”, erklärte Wilms.  Er sei deshalb zuversichtlich, dass die Behörde die Übernahme bis zum 16. Mai genehmigen werde.

Gegenüber CAPITAL betonte Wilms weiter, dass er die vom EU-Parlament beschlossene Richtlinie über die Verringerung der Auswirkungen bestimmter Kunststoff-Produkte für kontraproduktiv: halte. „95 Prozent der Verschmutzung der Weltmeere durch Plastikabfall stammt aus zehn Flüssen in Asien und Afrika. Aus Deutschland kommt kein Gramm von diesen Kunststoffen in die Weltmeere“, sagte Wilms gegenüber CAPITAL.  Gleichzeitig werde durch den Strohhalm-Bann Kunststoff als hocheffizientes Verpackungsmaterial diffamiert. Viele Alternativen wie Glas würden hingegen durch ein deutlich höheres Gewicht zu höherem Transportaufkommen und damit zu einer schlechteren Öko-Bilanz führen.

Der massive öffentliche Druck und die schärfere Regulierung hätten ohnehin schon dazu geführt, dass sich immer mehr Hersteller, Händler und Entsorger um einen besseren Umgang mit Kunststoff bemühen. Auch Remondis will in diesem Jahr rund 300 Mio. Euro investieren. Dazu gehört die geplante Übernahme des Dualen Systems Deutschlands (Grüner Punkt), die rund 150 Mio. Euro kosten werde. “Zusätzlich geben wir etwa die gleiche Summe für den Bau neuer Recycling-Anlagen aus, in denen Kunststoff aus der Gelben Tonne aufbereitet wird”, kündigt Remondis-Geschäftsführer Wilms im CAPITAL-Interview an.

Zu der Vorgaben des alten, bis Ende 2018 geltenden  Verpackungsgesetzes, nur 36 Prozent der LVP-Abfälle wiederzuverwerten, sagte Wilms:. “Ja, die gesetzlich vorgeschriebene Recycling-Quote war zu niedrig”. Es habe bislang für die Industrie schlicht keinen Anreiz gegeben, mehr zu machen und innovativere Lösungen zu finden. Zu den neuen Vorgaben (seit Anfang 2019 gilt die Kunststoff-Recyclingquote von 58,5 Prozent, ab 2022 sind es sogar 63 Prozent) erklärt der Topmanager: „Das Ziel ist extrem ehrgeizig, aber wir glauben, das wir das können. (…)  Wir brauchen diesen gesetzlichen Zwang, weil es ein Markt ist, der sich sonst nicht rechnet.” Für große Handelsketten summierten sich die Lizenzgebühren für das Duale System bereits jetzt auf hohe zweistellige Millionenbeträge, Tendenz steigend.

Quelle OTS: Capital, G+J Wirtschaftsmedien newsroom: http://www.presseportal.de/nr/8185 newsroom via RSS: http://www.presseportal.de/rss/pm_8185.rss2

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