Brancheninfo aktuell 30-04/2020

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Brancheninfo aktuell 30-04/2020 150 150 Klaus Henning Glitza

Nach vier Jahren Planfeststellung ist die Deponie „Haus Forst“ in Kerpen offiziell in Betrieb genommen worden

 

 

Vier Jahre nach Einreichung des Planfeststellungsantrags durch die REMONDIS GmbH, Region Rheinland, wurde am vergangenen Freitag die Deponie „Haus Forst“ in Kerpen offiziell in Betrieb genommen. Dies teilte aktuell die für den Bau und Betrieb der Deponie verantwortliche REMEX Mineralstoff GmbH, ein REMONDIS-Tochterunternehmen, mit.

 

Dieses Luftbild zeigt die Ausmaße der Deponie in Kerpen. Foto: REMEX

 

Über eine Gesamtlaufzeit von bis zu 29 Jahren werde REMEX im Rahmen der Betriebsführung rund 40 Millionen Euro investieren, ist einer von Dipl.-Ing. Astrid Onkelbach, MSc, Leiterin Marketing und Produktmanagement, verfassten Pressemitteilung zu entnehmen.  Die Notwendigkeit der Errichtung einer neuen Deponie im südlichen NRW sei zuletzt durch den „Sachstandsbericht zu Deponiekapazitäten in Nordrhein-Westfalen“ des Jahres 2018 des Ministeriums für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen bestätigt worden. Ohne neue Maßnahmen wären danach die Kapazitäten für Deponien der Klasse I in NRW nur bis zum Jahr 2024 gesichert gewesen; insbesondere in den Regierungsbezirken Köln und Münster wurden damals schon Engpässe festgestellt.

Bei dem Projekt in Kerpen handelt es sich um eine DK-I-Deponie. Genehmigt ist die Ablagerung von bis zu 7,3 Millionen Tonnen beziehungsweise 4,4 Millionen Kubikmetern nicht gefährlicher, mineralischer Abfälle. Der Standort befindet sich zirka fünf Kilometer westlich der Stadt Kerpen, unmittelbar südlich der Autobahn A 4, Anschlussstelle Elsdorf. Das Haupteinzugsgebiet der Deponie umfasst den Großraum der Städte Köln, Bonn, Leverkusen und Aachen sowie die benachbarten Kreise.

Die Deponie „Haus Forst“ existiert seit den 1970er Jahren – damals planfestgestellt als Deponie der Klasse II. Von 1977 an wurde hier der Hausmüll des Rhein-Erft-Kreises abgelagert. Mit Verbot der Ablagerung nicht vorbehandelter Siedlungsabfälle im Jahr 2005 wurden die bis dahin betriebenen alten Deponieabschnitte stillgelegt; nur rund vier Millionen Kubikmeter der genehmigten 8,2 Millionen Kubikmeter wurden damals tatsächlich verfüllt. Das nicht verfüllte Volumen wird nun durch die Neudeponie der Klasse I weiter genutzt.

Die neue Deponie wurde als „Deponie auf Deponie“ konzipiert. Dort, wo der Neu- an den Altteil stößt, übernimmt eine bifunktionale Zwischenabdichtung sowohl die Funktion der Oberflächenabdichtung der alten DK-II-Deponie als auch der Basisabdichtung der neuen DK-I-Deponie.

Die Deponieverfüllung wird in drei Teilabschnitten erfolgen. Jeweils nach Verfüllung eines Teilabschnitts schließt sich die Zwischen-/Basisabdichtung des nächsten Abschnittes und sukzessive Herstellung des Oberflächenabdichtungssystems des verfüllten Bereichs an. Dies stellt sicher, dass nur möglichst kleinräumige Ablagerungsbereiche offen liegen, so dass u. a. der Sickerwasseranfall minimiert wird.

„Die neue Deponie stellt die Entsorgungssicherheit für die größten Abfallströme der Region sicher, darunter nicht verwertbare mineralische Bauabfälle und Schlacken aus der Müllverbrennung. REMEX erwartet eine jährliche Anlieferungsmenge von 250.000 Tonnen“, teilt REMEX mit.  Daraus ergebe sich eine geschätzte Laufzeit bis zum Jahr 2049.

Die mit international mehr als 60 Standorten  zu den größten Herstellern von Ersatzbaustoffen in Europa zählende REMEX Mineralstoff mit Sitz in Düsseldorf ist nach Eigenangaben spezialisiert auf Mineralstoffentsorgung und -recycling sowie Bodenbehandlung und Altlastensanierung, Bergversatz und Deponiebetrieb. REMEX gehört zur weltweit tätigen REMONDIS-Gruppe und erzielt mit mehr als 800 Mitarbeitern ein Umsatzvolumen von rund 500 Millionen Euro.

AO/rd

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