Brancheninfo aktuell 3-11/2018

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Brancheninfo aktuell 3-11/2018 150 150 Klaus Henning Glitza

Lastenrad: Muskelkraft und E-Antrieb / Das Handy im Sperrmüll / Übergriff auf Müllwerker / Sieben Millionen für Neubau / Gelber Sack brachte Fäuste zum Schwingen / Ganztägige Versammlung bei aha

 Drei Räder, eine Ladefläche und ansonsten nur Muskelkraft und umweltfreundlicher Elektroantrieb. Das ist das Berliner Lastenrad. Vom 8. bis 10. November wird die Müllabfuhr der Zukunft“, so die Berliner Zeitung, im Bereich Nord-Neukölln probeweise eingesetzt. Bewährt es sich, ist ein flächendeckender Einsatz in ganz Berlin vorgesehen.

Das Lastenrad ist eine rollende Sammelstation.  Aufgeladen werden kann „alles, was gut erhalten ist und nicht mehr gebraucht wird“. Und selbstredend so handlich ist, dass es auf die Ladefläche.

Der Testlauf steht im Zusammenhang mit dem Beschluss des rot-grünen Berliner Senats, die Bundeshauptstadt nach dem Vorbild von San Francisco in eine „Zero Waste City“ zu verwandeln.   Damit sei eine eine Stadt gemeint, „die möglichst wenig Müll produziert und ihren Abfall möglichst vollständig recycelt“, schreibt die Berliner Zeitung. Lastenräder seien eine echte Alternative zu Autos und Lieferwagen, so die die Berliner Umweltverwaltung. Die Suche nach einem Parkplatz entfalle weitgehend und der Unterhalt sei kostengünstig.

Ziel der „Recycling-Abholung auf dem Lastenrad“ ist aber nicht nur die umweltfreundliche und kostengünstige Entsorgung, sondern auch die Wiederverwertung. So sollen die gesammelten Güter im Pop-up-Store in der Neuköllner Rollbergstraße 26 vom 30. November bis zum 16. Dezember jeweils freitags bis sonntags für wenig Geld verkauft werden, meldet die Berliner Zeitung. Der Erlös gehe vollständig an „Zero-Waste-Projekte“, also Null-Abfall-Initiativen . Wer vom 8. Bis 10. November  nicht benötigten Hausrat abgeben will, kann auf den Internetseiten der Senatsinitiative „Re-Use Berlin“ ein Bestellformular ausfüllen.

Neu ist die Idee im Übrigen nicht:  Bereits im Jahr 2016 hatte die Freiburger Müllabfuhr ein Lastenrad für die Stadtreinigung eingesetzt. Motto: Null Abgase, die die Luft verschmutzen.

ber/nic

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Über ehrliche Finder freut sich ein Jeder. So auch ein Berliner Gaststättenleiter. Als er kürzlich auf einem Recyclinghof der Berliner Stadtreinigung alte Küchenmöbel ablud, entsorgte er aus Versehen etwas zu viel. Wieder am Arbeitsplatz bemerkte er, dass sein Handy verschwunden war. Und mit ihm Adressen, Telefonnummern, Musikdateien und Fotos.  Letztere unwiederbringlich.

Es war eher ein verzweifelter Versuch, als der Gastronom seine eigene Mobilfunknummer wählte. Die Berliner Zeitung berichtet: „Dann hörte er eine Männerstimme. Sie kam vom Sperrmüllhof, den er zuvor besucht hatte. Ein Kunde hatte beim Entsorgen seiner Möbel die anfahrende Dampflok (den originellen Klingelton- die Redaktion) gehört und einen Müllmann gebeten, nachzuschauen. Das tat dieser auch und barg das Handy aus dem Abfall.  (…). Als Dank spendierte er Geld für eine Kaffeerunde unter den Kollegen mit den orangefarbenen Jacken. Und die Retter des Geräts lud er zum Essen ein. (…)

bem

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Die gewalttätigen Übergriffe auf Polizisten, Feuerwehrleute und selbst Sanitäter häufen sich. Auch Mitarbeiter der Entsorgungsbetriebe sind von diesem schlimmen Trend nicht ausgenommen. Jüngstes Beispiel: In Essen schlug Ende Oktober ein Anwohner der Goldschmidtstraße (Ostviertel) auf einen Mülllader ein. Dabei hatte der Mann nur geklingelt, weil er wie üblich im Rahmen des Vollservices die Tonne wieder ins Haus stellen wollte.  Kollegen, die dem Mülllader zu Hilfe eilten, wurden von dem völlig außer Kontrolle geratenen Anwohner mit einer leeren Tonne beworfen.

Bei den Entsorgungsbetrieben Essen (EBE) sei es in diesem Jahr schon zu „zwei grenzüberschreitenden Konflikten zwischen Bürgern und Mitarbeitern gekommen“, wird dazu der EBE-Aufsichtsratsvorsitzende Roman Brüx in der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung (WAZ) zitiert. „Das ist nicht hinnehmbar.“ Solche Vorfälle sorgten im Unternehmen für Aufsehen und Kopfschütteln. Leider widerfahre so etwas immer häufiger den Mitarbeitern der Entsorgungsbetriebe. Betroffen ist von solchen Konflikten nicht nur die Müllabfuhr, immer wieder kommt es, auch auf den Recyclinghöfen, vermehrt zu vollkommen unangemessenen Reaktionen von Kunden. „Es ist wünschenswert mehr Verständnis füreinander aufzubringen, damit die tägliche Arbeit ohne Angst vor Aggressoren erledigt werden kann“, ergänzt Geschäftsführer Uwe Unterseher-Herold.

Als Reaktion auf die Vorfälle bietet die EBE zukünftig ihren Mitarbeitern, die während ihres Dienstes dem erhöhten Risiko von Aggressivität ausgesetzt sind, die Teilnahme an so genannten Deeskalationstrainings-Veranstaltungen an.

jh

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In Springe am Deister (Region Hannover) wird richtig Geld in die Hand genommen. Für sieben Millionen Euro bauen die dortigen Stadtwerke einen neuen Betriebshof, wie die Neue Presse berichtet. Geplant ist, den Neubau bis Ende 2019 fertigzustellen und bis Anfang 2020 einzuziehen. Die Stadtwerke tragen mit dem neuen Gebäude ihrer Personalentwicklung (von 14 auf künftig 30 Mitarbeiter) Rechnung. Außerdem wird die Mannschaft des kooperierenden Wasserversorgers PURENA mit einziehen.

nic

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Ein gelber Sack hat in Garitz (Stadtteil von Bad Kissingen, Unterfranken) zu einem handfesten Streit zwischen Nachbarn geführt. Als einer der Männer beim Rangieren mit dem Auto einen gelben Sack aufriss und offenbar einfach liegen ließ, kehrte der andere wutentbrannt die Abfälle in den Vorgarten seines Anrainers. Ein böses Wort gab das andere- bis schließlich Fäuste und ein Besenstiel eine härtere Eskalationsstufe einleiteten.  Auslöser hätte durchaus auch ein anderer Vorfall sein können, denn die beiden Streithähne liegen seit Jahren in Fehde.

bem

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Am Dienstag, 6. November, findet für die Beschäftigten der Abfallwirtschaft Region Hannover (aha) eine ganztägige Personalversammlung statt. Darum verschiebt sich die Abfuhr von Abfällen und Wertstoffen unter Einbeziehung des Samstags um einen Tag nach hinten.

Am Dienstag, 6. November, holt aha keine Abfälle und Wertstoffe ab. Die Touren werden am Mittwoch, 7. November, nachgeholt und die Mittwochstouren am Donnerstag, 8. November. Die Donnerstagstouren verschieben sich auf Freitag, 9. November. Die Freitagstouren holt aha schließlich am Samstag, 10. November, nach.

Die Wertstoffhöfe und Deponien sowie die Sonderabfall-Annahmestelle bleiben am Dienstag geschlossen. Das aha-Servicetelefon und die Gebührenhotline sind an diesem Tag ebenfalls nicht besetzt. Auch die Betriebsstätten und die aha-Zentrale in der Karl-Wiechert-Allee in Groß-Buchholz bleiben an diesem Tag geschlossen.

aha/hh

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