Brancheninfo aktuell 29-06/2020

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Brancheninfo aktuell 29-06/2020 150 150 Klaus Henning Glitza

Hasenkamp: Auch in Krisenzeiten haben kommunale Unternehmen einen sehr guten Job gemacht

 

Die kommunalen Unternehmen hätten in den vergangenen Wochen dank ihrer umfangreichen Erfahrungen ihre Zuverlässigkeit und Fähigkeit zur schnellen Krisenanpassung  bewiesen sowie im Sinne der Interessen von Bürgerinnen und Bürgern sowie der politischen Vorgaben ein hervorragendes Krisenmanagement an den Tag gelegt. Das hat der Vizepräsident des Verbandes kommunaler Unternehmen (VKU), Patrick Hasenkamp, hervorgehoben.

Nach seinen Worten waren die coronabedingten Änderungen des Lebens in den vergangenen Monaten wie für alle Branchen auch für die kommunale Abfallwirtschaft und Stadtreinigung eine große Herausforderung. Die Abfallentsorgung sei sehr personalintensiv und Müllwerkerinnen und Müllwerker könnten nicht im Homeoffice arbeiten. Denn Abfälle müssten im Sinne der Daseinsvorsorge und des Gesundheitsschutzes in den Kommunen immer entsorgt werden – auch in den Zeiten von Corona.

Innerhalb weniger Tage hätten die Unternehmen im März daher ihre Notfallpläne aktiviert. Laut Hasenkamp stand dabei der Schutz der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie der Kundinnen und Kunden im Mittelpunkt – im Sinne der unternehmerischen Fürsorge genauso wie im Sinne einer kontinuierlichen und verlässlichen Abfallentsorgung. Auch seien Prioritäten festgelegt worden, welche Fraktionen im Falle von coronabedingten Personalabfällen zuerst abgeholt werden sollten – etwa medizinische Abfälle. „Das war eine große Kraftanstrengung, die die Betriebe gut gemeistert haben. Ein Großteil der Maßnahmen lief im Hintergrund und blieb von den meisten Bürgerinnen und Bürgern unbemerkt“, konstatiert der VKU-Vizepräsident.

Mitunter herausfordernd sei in den Monaten März und April der große Andrang auf den Recyclinghöfen gewesen. Patrick Hasenkamp: „Viele Menschen haben die Zeit genutzt, um auszumisten oder zu renovieren. So verständlich dieses Ansinnen war, mussten einige kommunale Entsorger den Betrieb der Höfe jedoch einschränken. Das hatte verschiedene Gründe: Die Besucher waren teilweise so zahlreich, dass die von Bundes- und Landesregierungen geforderten Abstandsregeln nicht mehr eingehalten werden konnten. Zudem haben sich einige Unternehmen dazu entschlossen, Personal von den Höfen abzuziehen, um im Falle von krankheits- und quarantänebedingten Ausfällen genug Personal für die Kernaufgaben, insbesondere für die Hausmüllsammlung, zu haben. Die konkrete Bewertung wurde auf die lokalen Gegebenheiten vor Ort abgestimmt – Faktoren waren etwa Krankheitsfälle in den Regionen oder das zur Verfügung stehende Personal. Viele Wertstoffhöfe wurden schnellstmöglich nach Ausarbeitung von besonderen Sicherheitskonzepten wiedereröffnet.“

Auch im Müllaufkommen spiegelten sich die coronabedingten Änderungen wider. Viele kommunale Entsorger hätten vor allem in der Zeit von Mitte März bis Mitte April einen Anstieg der Hausmüllmengen bei gleichzeitigem Rückgang des Gewerbeabfalls beobachtet, berichtet der Vizepräsident.  Die Gründe dafür lägen auf der Hand: „Viele Menschen sind in dieser Zeit zu Hause geblieben, Restaurants, Kantinen und viele Geschäfte blieben geschlossen“.

EMa/rd

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