Brancheninfo aktuell 28-09/2019

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Brancheninfo aktuell 28-09/2019 150 150 Klaus Henning Glitza

Kunststoffrecycling: JV für Betrieb einer neuen Anlage in Bruchsal gegründet

 

 Um die noch im Bau befindliche Kunststoff-Recyclinganlage „Xpastics“ in Bruchsal gemeinsam zu betreiben, haben die beiden Unternehmen SUEZ Recycling Süd GmbH und ELM Recycling GmbH & Co. KG  ein 50/50/ Joint Venture (JV) ins Leben gerufen. Die Anlage wird nach SUEZ-Angaben im März 2020 ihren Betrieb aufnehmen und in einem zweistufigen Verfahren knapp 70.000 Tonnen Material aus Verpackungs- und Gewerbeabfällen zu PO, LDPE und hochkalorischen Ersatzbrennstoffen (kurz: EBS) verarbeiten.

 Nachdem die SUEZ Recycling Süd GmbH im März dieses Jahres bereits die nach Eigenangabe modernste Sortieranlage für Leichtverpackungen Europas im knapp 30 Kilometer entfernten baden-württembergischen Ölbronn in Betrieb nahm, investiert das Unternehmen gemeinsam mit der ELM Recycling GmbH & Co. KG weiter in den Süden des Landes. Das Ziel: Mischkunststoffe aus diversen Inputströmen, etwa aus der Ölbronner LVP-Sortierung oder aus der Gewerbe- und Industriesammlung, noch hochwertiger zu sortieren und zu recyceln.

 „Mit der ELM Recycling GmbH & Co. KG haben wir einen kompetenten Partner mit viel Erfahrung in den Bereichen Kunststoff-Recycling und Ersatzbrennstoffe gefunden“, erklärt Jochen Zickwolf, einer der beiden Geschäftsführer der Anlage die Wahl des Joint-Venture-Partners. „Durch die Zusammenarbeit können wir wertvolle Synergien für die Kreislaufwirtschaft heben“, ergänzt ELM-Mitgeschäftsführer Eberhard Lebküchner. Knapp acht Millionen Euro investieren die beiden Unternehmen in das Projekt. Xplastics soll zudem als Letztempfängeranlage für Verpackungsabfälle aus den Dualen Systemen zertifiziert werden, um den neuen ambitionierten Recyclingquoten des seit Anfang des Jahres geltenden Verpackungsgesetzes gerecht zu werden.

„Der Recyclingmarkt wächst stark. Auch aus Gründen des Umwelt- und Ressourcenschutzes begrüßen wir die Entwicklung, dass das hochwertige Kunststoff-Recycling zunehmend an Bedeutung gewinnt“, erklärt Jochen Zickwolf die Hintergründe für die Investition in ein höherwertiges Recycling unter den aktuellen gesetzlichen Rahmenbedingungen.

Zum Verfahren: Im ersten Schritt wird das Inputmaterial aus verschiedenen Bezugsquellen zunächst mithilfe von Siebtrommeln und Nah-Infrarottechnologie sortiert und anschließend auf eine einheitliche Korngröße geschreddert. Nach der Abscheidung unerwünschter Störstoffe erfolgt im nächsten Schritt eine Nassaufbereitung mittels Schwebe-Sink-Verfahrens für eine nochmalige Säuberung der Kunststoff-Flakes von schweren Störstoffen wie kleinen Glas- oder Mineralikpartikeln. So werden durch das Verfahren eine hochreine und gewaschene PE-PP-Mischfraktion (PO), hoch- und mittelkalorischer EBS für den Einsatz beispielsweise in der Zementindustrie, sortenreine LDPE-Folien sowie weitere Recyclingrohstoffe gewonnen. – Darüber hinaus sollen weitere Recyclingrohstoffe wie Eisen und Aluminium gewonnen werden.

LM/rd

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