Brancheninfo aktuell 28-04/2019

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Brancheninfo aktuell 28-04/2019 150 150 Klaus Henning Glitza

Brandursache unbekannt / Aktion „Saubere Baumscheiben“ gestartet / Hamburg: Hausmüllmenge gesunken

 

Beim verheerenden Großbrand von Marl gibt es noch keine Erkenntnisse zur Ursache des Brandes der LVP-Sortieranlage von ALBA. Dies teilte der Sprecher des Polizeipräsidiums Recklinghausen, Michael Franz, auf EM-Anfrage mit. Die Brandexperten des 11. Kriminalkommissariats werden zeitnah zusammen mit einem Gutachter die Ermittlungen vor Ort aufnehmen.

Wie EUWID berichtet, hat Remondis-Vorstand Thomas Conzendorf vor dem Hintergrund des Großbrandes alle acht dualen Systembetreiber zu einem gemeinsamen Maßnahmenplan aufgerufen. „Zwar sei die Erfassung der Verpackungsabfälle derzeit ‘keinesfalls gefährdet‘, doch werde die deutliche Unterstützung durch die dualen Systeme benötigt“. Die ohnehin angespannte Situation könne sich aber „sehr schnell verschärfen“, zitiert EUWID den REMONDIS-Manager.

Es gilt als sicher, dass die erst am Jahresanfang in Betrieb genommene Sortieranlage für längere Zeit ausfällt. Die Anlage fällt für die nächsten Monate aus, mindestens bis zum Sommer“, teilt ALBA- Pressesprecher Henning Krumrey mit.

Insider halten jedoch die andernorts vermeldete Angabe, die Anlage werde das komplette Jahr 2019 ausfallen, für verfrüht.

khg

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Pflanzen und Sauberkeit statt Unrat und Hundekot. Das könnte das Motto der gemeinsamen Aktion der Stadtreinigung der Abfallwirtschaft Region Hannover (aha) und der Landeshauptstadt Hannover(LHH) sein, die heute in der hannoverschen Südstadt vorgestellt wurde.

Gepflegte und optisch ansprechende Baumscheiben sind das Ziel der Aktion, die Teil der von aha und der Landeshauptstadt gemeinsam initiierten Hannover sauber!“-Kampagne ist. Partner der Aktion in der Südstadt sind das Wohnungsbauunternehmen hanova sowie die Wohnungsgenossenschaft Gartenheim.

Der Finanz- und Ordnungsdezernent der Landeshauptstadt, Dr. Axel von der Ohe, freut sich sehr über dieses Engagement. „Auf Straßen, Wegen und Plätzen wünscht sich jeder Sauberkeit. Bepflanzte und gepflegte Baumscheiben sorgen für ein sauberes Stadtbild. Baumpatenschaften durch die Wohnungswirtschaft sind der Beginn“, sagte er am heutigen Freitag. . Auch direkte Anwohner können nach Angaben von Dr. von der Ohe  Baumpatenschaften übernehmen. Dafür sei der Fachbereich für Umwelt und Stadtgrün künftig der richtige Ansprechpartner.“

„Bei Hannover konnten wir uns sofort für die Aktion begeistern. Stadtbäume sind ein wichtiger Beitrag für die Luftqualität in der Stadt und wirken klimaausgleichend. Und: Ein sauberes Wohnumfeld wertet unseren Wohnungsbestand auf “, erläutert Dierk Schneider, Leiter Wärmecontracting von hanova.“Auch Dr. Günter Haese, Vorstand der Wohnungsgenossenschaft Gartenheim sieht Vorteile: „Es entstehen grüne Inseln, die unter einer dauerhaften Patenschaft Pflege erfahren. Unsere Mieter fühlen sich in einem solchen Wohnumfeld wohl.“

Der Aktion „Saubere Baumscheiben“ ging eine Hundekot-Kampagne der Stadtreinigung von aha voraus. . „Es ist ein Appell an alle Hundehalter, die Hinterlassenschaften ihrer Hunde zu entfernen und für ein besseres Lebensgefühl zu sorgen“, betont Mathias Quast, Leiter der Stadtreinigung. „Eigentlich sollte es längst bekannt sein: Hundekot gehört nicht auf öffentliche Plätze, Straßen, Wege oder Baumscheiben. Im gesamten Stadtgebiet reinigt die Stadtreinigung 18.000 Baumscheiben.“

Deshalb sollte jeder Hundebesitzer beim Gassi gehen einen Plastikbeutel dabeihaben. Ob vom letzten Einkauf oder aus dem Fachhandel für Tierbedarf – jede Tüte ist richtig. Rund 5.000 Papierkörbe stehen im Stadtgebiet für die Entsorgung bereit. Und wer es umweltfreundlich mag, für den gibt es eine plastikfreie und damit umweltfreundliche Lösung. „Es handelt sich hierbei um einen Karton, mit dem man die Hinterlassenschaften der verbeinigen Lieblinge aufnehmen kann. Innerhalb weniger Monate bleibt von dem Produkt nichts mehr übrig“, erläutert poopic-Chef, Christian Salzmann. Unterstützt wurde die Verteilaktion von poopics durch die Fachhandelskette für Tiernahrung „Fressnapf“ aus der Südstadt.

Mehr Informationen unter:www.hannover-sauber.de

HH/rd

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Gute Nachricht aus Hamburg: Die durchschnittliche Hausmüllmenge pro Einwohner (Ew) und Jahr (a) ist in Hamburg seit 2016 von knapp 214 kg/Ew/a auf 208 kg/Ew/a in 2018 gesunken.

Wie die Stadtreinigung Hamburg dazu mitteilt, ist der Anteil an kompostierbarer Organik (Biomüll) in der schwarzen Restmülltonnen mit knapp 76 kg/Ew/a unverändert hoch und stellt die größte Fraktion im Hausmüll. Altpapier und Pappe stellt mit 22 kg/Ew/a die zweitgrößte Wertstofffraktion in der schwarzen Restmülltonne. Der Anteil an verpackten und im Hausmüll entsorgten Lebensmitteln steigt auf 21 kg/Ew/a (entspricht 36.000 t/a). Das sind die wichtigsten Ergebnisse der aktuellen Hausmüllanalyse der Stadtreinigung Hamburg (SRH).

SRH-Geschäftsführer Prof. Dr. Rüdiger Siechau freut sich über die erneut gesunkene Restmüllmenge, mahnt jedoch gleichzeitig, den Hausmüll besser zu trennen: „Schwarze Restmülltonnen enthalten immer noch viel zu viele Wertstoffe, die in die grüne Biotonne, die blaue Altpapiertonne oder in die gelbe Hamburger Wertstofftonne gehören. Selbst bei Haushalten, die eine Papiertonne und Biotonne haben, besteht im Durchschnitt über die Hälfte des Inhalts der Restmülltonne aus Bioabfall und Papier. Wenn unverpackte Speisereste und Küchenabfall nicht in der Biotonne entsorgt werden, können wir daraus kein Biogas und keinen Kompost erzeugen. Dabei profitiert nicht nur der Klima- und Umweltschutz von einer sorgfältigen und konsequenten Mülltrennung: die Haushalte können mit Mülltrennung auch kräftig Müllgebühren sparen.“

Die Stadtreinigung Hamburg begleitet eine seit 2011 laufenden Recycling-Offensive mit bisher sechs repräsentativen Hausmüllanalysen, die von einem unabhängigen Ingenieurbüro durchgeführt und ausgewertet werden. Dabei werden von der Großsiedlung bis zum Einfamilienhaus alle wesentlichen Siedlungstypen berücksichtigt. Aus einer Stichprobe von 1.700 Standplätzen wurden 64 Kubikmeter Abfall aus 660 schwarzen Restmülltonnen getrennt erfasst, sortiert und in 7 Abfallfraktionen (Papier und Pappe, Glas, Kunststoffe, Metalle, Verbundverpackungen, Organik und sonstige Abfälle) und 47 Abfall-Untergruppen unterteilt.

rd/bem

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