Brancheninfo aktuell 27-02/2021

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Brancheninfo aktuell 27-02/2021 150 150 Klaus Henning Glitza

Recyclingverbände: Chance, die Sammelquoten zu erhöhen, muss wahrgenommen werden

 

Scharfe Kritik an der Empfehlung des Bundesrats-Umweltausschusses, zertifizierten Erstbehandlungsanlagen die direkte Annahme von Altgeräten aus privaten Haushalten nicht zu gewähren, üben vier deutsche Recyclingverbände.

„Mit dieser Ablehnung spricht sich der Ausschuss gegen das primäre Ziel der Novelle, nämlich mehr Sammelmengen für ein ressourcenschonendes Recycling zu erreichen, aus, sind sich die Verbände einig“, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung Bundesverband der Deutschen Entsorgungs-, Wasser- und Rohstoffwirtschaft e.V. (BDE), der  Bundesvereinigung Deutscher Stahlrecycling und Entsorgungsunternehmen e.V., des Bundesverbandes Sekundärrohstoffe und Entsorgung e.V. (bvse) und des Verbandes Deutscher Metallhändler e.V. (VDM).

Der Begründung des Umweltausschusses.  dass die Ausweitung der Sammelberechtigten den Vollzug erschwere, was zwangsläufig bedeuten würde, dass mehr Altgeräte in illegalen Kanälen verschwinden, können die Recyclingverbände nicht folgen. „Sie ist nicht sachgerecht, nicht durch Fakten belegt und zudem werde eine ganze Branche unter Generalverdacht gestellt. Die Voraussetzungen für die Zertifizierung einer Erstbehandlungsanlage sind klar gesetzlich geregelt und werden gerade dort vom Vollzug überprüft“, wird in der gemeinsamen Erklärung betont.

Die Recyclingverbände sehen nach Eigenangaben vielmehr in der Ausweitung der Rücknahmemöglichkeiten eine Chance, die Sammelquoten zu erhöhen. Seit Jahren betonten sie, dass ein flächendeckenderes und flexibleres Rücknahmeangebot für den Bürger notwendig ist, um zumindest in die Nähe der EU-Sammelquote von 65 Prozent zu kommen. Um dieses Ziel zu erreichen, setze der Umweltausschuss aber offenbar nur einseitig auf eine Ausweitung beim Handel. „Auf welcher Basis eine Differenzierung zwischen gewünschter Vertreiberrücknahme und abzulehnender Rücknahme durch zertifizierte Erstbehandlungsanlagen vorgenommen wird, erschließt sich den Recyclingverbänden nicht“, heißt es wörtlich.

Begrüßt werde von den Verbänden hingegen, „dass sich der Umweltausschuss dafür aussprach, zukünftig für die Erfassung von Bildschirmgeräten (Sammelgruppe 2) kleine Gebinde mit einzelnen Fassungsvermögen von 2,5 m³ vorzusehen“. „Dies sei ein notwendiger Schritt, der Bruchgefahr der Geräte, insbesondere der schadstoffhaltigen Flachbildschirme, vorzubeugen. Die gemeinsame Erfassung aller Bildschirmarten im Großcontainer muss mit der dritten Novelle des ElektroG zum Schutze der Mitarbeiter am Wertstoffhof und in den Erstbehandlungsanlagen und dem Ziel der Wertstoffgewinnung explizit und gesetzlich beendet werden“, so die vier Verbände.

BSch/etal/rd

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