Brancheninfo aktuell 26-07/2020

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Brancheninfo aktuell 26-07/2020 150 150 Klaus Henning Glitza

VOEB: Abfall sorgfältig sammeln heißt die Umwelt schonen

 

„Wer Abfall sorgfältig sammelt und trennt, schont die Umwelt.“ Darauf hat der Verband Österreichischer Entsorgungsunternehmen (VOEB) hingewiesen. Denn aus Altpapier, gebrauchten Getränkeflaschen oder Dosen entständen „wertvolle Sekundärrohstoffe, die in Industrie und Wirtschaft wieder zum Einsatz kommen“, Dennoch, konstatiert der Verband, landeten „jedes Jahr 600.000 Tonnen recycelbare Wertstoffe und 1,4 Millionen brandgefährliche Lithium-Batterien im Restmüll“ (1) .

Als Beispiele werden vom VOEB die gerade in heißen Sommermonaten beliebten Plastikflaschen oder Getränkedose genannt. Nach dem einmaligen Gebrauch sei ihr Lebenszyklus noch lange nicht beendet. Dasselbe gelte für Bioabfall, gebrauchte Batterien oder Versandkartons. All diese Abfälle sind wertvoll und sollen getrennt in die dafür vorgesehenen Tonnen korrekt entsorgt werden, damit sie die Abfall- und Entsorgungswirtschaft recyceln kann“, erläutert VOEB-Geschäftsführerin Mag. Daisy Kroker.

Nach ihren Angaben hat das Umweltbundesamt  soeben eine Studie veröffentlicht, wonach 4.000 Tonnen Abfall achtlos entlang von Straßen weggeworfen werden. „Recycelbare Abfälle sind wertvoll und gehören auf keinem Fall in den Restmüll, sondern in die dafür vorgesehenen Tonnen“, erinnert Gaby Jüly, Präsidentin des Verbands Österreichischer Entsorgungsbetriebe (VOEB).  Der Verband ruft dazu auf, insbesondere auch im Sommer beziehungsweise. im Urlaub auf eine korrekte Mülltrennung zu achten.

Werden Abfälle richtig entsorgt, könnten sie im Ressourcenkreislauf behalten werden. „Die lineare, einmalige Nutzung von Wertstoffen gehört der Vergangenheit an“, bestätigt VOEB-Präsidentin Gaby Jüly, die selbst einen Entsorgungsbetrieb in Bruck an der Leitha betreibt. „Prinzipiell liegen die Recyclingquoten bei Papier und Glas bereits bei 85 Prozent beziehungsweise 86 Prozent. Aufholbedarf gibt es aber bei Kunststoffverpackungen oder Batterien, wo nur die Hälfte korrekt entsorgt wird.“

Die Liste an Gründen, die für Recycling sprechen, sei lang und reiche von positiven Auswirkungen auf Klima- und Umweltschutz bis zu einem geringeren CO2 Ausstoß. Auch aus wirtschaftlicher Sicht rentiere sich die Abfalltrennung. Denn je weniger Restmüll entsteht, desto geringer sind die jährlichen Müllgebühren.

85 Prozent der Österreicher sehen laut einer repräsentativen Studie (2) des VOEB die Mülltrennung als ihren wichtigsten Beitrag zum Umweltschutz, weitere 45 Prozent achten in ihrem Haushalt sogar sehr darauf, Papier, Glas, Kunststoffe oder Metalle getrennt zu entsorgen. Aber nicht immer sind alle sattelfest, wenn es um das Wissen geht, welcher Abfall in welche Tonne gehört. „Wir können es uns nicht leisten, wertvolle Abfälle falsch zu entsorgen. Die österreichische Abfall- und Ressourcenwirtschaft investiert seit Jahren enorme Summen in technisches Know-How, Forschung und Innovation, um aus getrenntem Abfall wertvolle Sekundärrohstoffe zu schaffen und so unsere Ressourcen zu schonen. Umso wichtiger ist es daher, dass jedem einzelnen Konsument bewusst ist, wie wichtig Mülltrennung ist“ erklärt Gaby Jüly.

Im Fall von Lithiumbatterien hat das mangelhafte Wissen um die korrekte Entsorgung fatale Folgen. Nur jeder dritte Österreicher kennt den Unterschied zwischen herkömmlichen Alkaline-Batterien und Lithiumbatterien, die enorme Brandgefahr mit sich bringen. Lithiumbatterien befinden sich in blinkenden Kinderschuhen, Tablets, Stabmixern oder Gartengeräten und müssen in den dafür vorgesehenen Sammelboxen oder bei dem Hersteller entsorgt werden. Trotzdem landen jährlich 1,4 Millionen Stück davon im Restmüll. Bei kleinsten Reibungen können sie explodieren und zu gefährlichen Bränden in Entsorgungsbetrieben führen, die nur mit großen Anstrengungen der Feuerwehr gelöscht werden können und enorme wirtschaftliche Schäden in den Entsorgungsbetrieben verursachen. „Egal ob Altpapier, gebrauchte Plastikflaschen, Getränkedosen oder leere Batterien: Sie gehören in die dafür vorgesehenen Tonnen und nicht in den Restmüll“, schließt Gaby Jüly.

  • (1) Laut einer Erhebung der Montanuniversität Leoben.
  • (2) Im Auftrag des VOEB befragte das Markt- und Meinungsforschungsinstitut Marketagent.com im März 2018 insgesamt 1.500 webaktive Österreicherinnen und Österreicher im Alter von 14 bis 69 Jahren zum Thema „Mülltrennung“.

DK/rd

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