Brancheninfo aktuell 25-10/2020

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Brancheninfo aktuell 25-10/2020 150 150 Klaus Henning Glitza

SUEZ-VEOLIA: Pariser Gericht setzt Übernahmeaktivitäten vorerst aus

 

Das Pariser Gericht Tribunal judiciaire de Paris hat mit einer einstweiligen Anordnung die Übernahme von SUEZ durch VEOLIA vorerst gestoppt. Das von den  Sozial- und Wirtschaftsausschüssen der SUEZ-Gruppe angerufene Tribunal hat am gestrigen Freitag die  Aussetzung aller Transaktionen angeordnet, die sich aus dem Übernahmeangebot von Veolia für die von Engie gehaltenen Suez-Aktien sowie aus dem geplanten öffentlichen Übernahmeangebot ergeben.

Die Aussetzung bleibt gemäß Gerichtsbeschluss so lange in Kraft, bis die betreffenden Ausschüsse bei Suez und der Wassersparte Suez Eau in Frankreich “informiert und konsultiert” worden sind. Dies sei bisher nicht der Fall gewesen.

VEOLIA und ENGIE, dessen Verwaltungsrat dem Verkauf von 29.9 der SUEZ-Aktien an VEOLIA zugestimmt hat, haben Berufung angekündigt. Laut französischen Medien erklärten beide Konzerne, dass der aktuelle Gerichtsbeschluss keine Auswirkungen auf die Transaktion habe und den Erwerb der ENGIE-Aktien nicht infrage stelle. Inzwischen ist das Aktienpaket bereits an VEOLIA übertragen worden und auch die Kaufsumme, 3.4 Milliarden Euro, ist bereits auf den ENGIE-Konten eingegangen.

„Wir werden kämpfen, um eine schleichende Übernahme von Suez zu verhindern”, machte laut französischen Medien ein  ungenanntes Vorstand der SUEZ- Gruppe deutlich, Auch die für SUEZ zuständigen Gewerkschaftsvertreter erklärten sich mit allen Mitteln gegen die Übernahme von Veolia  zu wehren”. Dabei wird auf das Schweizer Baustoffunternehmen Sika verwiesen, das sich vier Jahre lang erfolgreich juristisch gegen die Übernahme durch Saint-Gobain trotz dessen 52-Prozent-Beteiligung zur Wehr gesetzt hatte.

khg

 

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