Brancheninfo aktuell 25-07/2021

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150 150 Klaus Henning Glitza

EEW und DSD haben  die Gründung eines Joint Ventures vereinbart / Ziel: Mehr Mischkunststoffe und Sortierreste für den Rohstoffkreislauf zurückgewinnen

 

Die EEW Energy from Waste GmbH (EEW) und die die DSD – Duales System Holding GmbH & Co. KG rücken im Rahmen eines Joint Ventures enger zusammen.

EEW,  das in Europa führende Unternehmen bei der thermischen Abfall- und Klärschlammverwertung,  und  DSD, das älteste deutsche duale System, wollen gemeinsam ein Verfahren zur Aufbereitung von Mischkunststoffen und Sortierresten unter anderem aus Wertstofftonnen oder dem Gelben Sack beziehungsweise der Gelben Tonne entwickeln.

Ziel der Unternehmenskooperation ist nach Angaben beider Unternehmen, in großem Umfang Kunststoffabfälle für chemisches Recycling zu gewinnen, die bislang aus technischen oder wirtschaftlichen Gründen noch nicht wiederverwertet werden können. Bis Jahresende 2021 wollen die Partner ein technisch und wirtschaftlich tragfähiges Verfahren entwickeln, um in einer gemeinsam zu errichtenden und zu betreibenden Anlage jährlich 200.000 Tonnen Kunststoffabfälle aufbereiten zu können. Die Eingangsmaterialien sollen aus Abfallströmen von DSD und EEW gewonnen werden.

Mit dem Joint  Venture werde eine überzeugende Lösung für Kunststoffabfälle geschaffen, für die ein Recycling heute noch ausgeschlossen ist, so das Statement von Michael Wiener (Bild links), CEO Der Grüne Punkt Bislang könnten nach seinen Worten die Kunststoffabfälle allenfalls energetisch in Zementwerken oder Abfallverbrennungsanlagen verwertet oder beseitigt werden. „Unsere weit entwickelten Verfahren zum mechanischen Recycling ergänzen wir damit komplementär um ein völlig neues Aufbereitungsverfahren. Damit können wir unseren Kunden in Zukunft ein noch breiteres Angebot machen. Das im Rahmen des Joint Ventures entwickelte Modell bietet zudem eine weitere Option, den Weg in ein klimafreundliches Recycling für schwierig zu verwertende Kunststoffabfälle zu eröffnen“, so Wiener.

„Mit der Kooperation bündeln erstmals Unternehmen auf dem Gebiet der stofflichen und der energetischen Verwertung ihre Kräfte, um das chemische Recycling zu stärken und damit den Rohstoffkreislauf weiter zu schließen“, geht Bernard M. Kemper /Bild rechts), CEO EEW GmbH, auf das Joint Venture ein.  Das gelinge, „indem wir aus dem Abfallstrom der Mischkunststoffe und Sortierreste einen Rohstoff als Ausgangsbasis für neue Produkte gewinnen“. Dazu werde EEW seine Recyclinganstrengungen vor dem energetischen Verwertungsprozess verstärken und bislang für die Energiegewinnung genutzte Abfälle für den Rohstoffkreislauf zurückgewinnen. „Auf einen Nenner gebracht steht unser Joint Venture für mehr und besseres Recycling, für das wir unsere Standorte und unser technisches Know-how im Sinne einer nachhaltigen Kreislaufwirtschaft einsetzen“, erklärt der EEW-Chef.

Für das geplante Aufbereitungsverfahren kommen nach Angaben beider Unternehmen beispielsweise flächige Mischkunststoffe aus der Sortierung von Leichtverpackungen aus dem dualen System und Aufbereitungsreste der beiden Kunststoffrecyclinganlagen des Grünen Punkts in Frage. EEW wird aus dem Hausmüll vor der energetischen Verwertung in seinen Anlagen darin enthaltene Kunststoffabfälle aussortieren und diese Mengen damit einem chemischen Recycling erschließen. In einem weiteren Schritt wird ein Dienstleister die von den Kooperationspartnern EEW und DSD aufbereiteten Kunststoffabfälle chemisch recyceln. Dabei kommt das Verfahren der sogenannten Verölung beispielsweise mittels Pyrolyse zum Einsatz. Das gewonnene Pyrolyseöl wird das Joint Venture als Grundstoff für die Produktion hochreiner und lebensmitteltauglicher Kunststoffe für die Produktion von Verpackungen etwa an Markenartikelhersteller vermarkten. Die Hersteller könnten damit auf einen Rohstoff zugreifen, der nachweislich aus Post-Consumer-Abfall gewonnen wird.

NV/RPh/rd

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