Brancheninfo aktuell 24-04/2019

Brancheninfo aktuell 24-04/2019

150 150 Klaus Henning Glitza

Müllsünder entlarvt sich selbst / Pilotprojekt wird nicht ausgeweitet / Schrottmarktbericht / Ladenburg: Schmutz hilft gegen Schmutz

 

Dumm gelaufen und noch dümmer gefahren. 

In Zwölfaxing (Bezirk Bruck an der Leitha, Niederösterreich) hatte ein Autofahrer, der nach Polizeiangaben offenbar vom österreichischen Sammel- und Recyclingsystem überfordert war, seinen Unrat illegal im Grünstreifen entsorgt. Doch als er von dannen fahren wollte, bewegte sich sein Auto nicht, es steckte fest.

Der Umweltfrevler rief hilfesuchend selbst Polizei und Feuerwehr, die dadurch der illegalen Abfallbeseitigung auf die Spur kamen, Reumütig lud der Mann seine Hinterlassenschaften wieder in den Kofferraum. Hoffentlich, um sie zur nächsten Müllsammelstelle zu bringen, so die Polizei.

rd/bem

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Gut gedacht- schlecht gewürdigt.

Zwei Hundekotbehälter, die die Stadtreinigung Leipzig im Rahmen eines Pilotprojektes im Clara-Park 2018 aufgestellt hatte, trugen nicht zur konkreten Verbesserung der Parksauberkeit bei.  Stattdessen gab es unschöne Begleiterscheinungen.

Wie Sprecherin Susanne Zohl ausführte, waren die mit 450 beziehungsweise 650 Beutel gefüllten Behälter zum Teil an einem Tag leergeräumt. Das heißt: Nutzer hatten sehr viel mehr Beutel entnommen als sie brauchten. Außerdem fanden sich in den Behältern andere Hinterlassenschaften, zum Beispiel Grillabfälle.

Der Pilotversuch wird deshalb nicht ausgeweitet, teilt die Stadtreinigung Leipzig mit,

rd/khg

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„Die Schrottwirtschaft kann insgesamt auf ein gutes Jahr zurückblicken”, erklärte bvse-Vizepräsident Sebastian Will anlässlich der Veröffentlichung des Schrottmarktberichts 2018. Nach einem guten ersten Halbjahr, zeigten sich jedoch in der 2. Jahreshälfte erste Schwächetendenzen.

 Die Schrottnachfrage der inländischen Verbraucher ist in 2018 nach einer vorläufigen Schätzung des bvse und der BDSV um 0,6 Prozent auf 22,484 Millionen Tonnen angewachsen, obwohl die Rohstahlproduktion um 2 Prozent auf 42,4 Mio. Tonnen gefallen ist. Die Stahlwerke kauften im vergangenen Jahr zwei Prozent weniger Schrott ein. Das waren rund 14,6 Millionen Tonnen. Dagegen stieg die Schrottnachfrage der Eisen-, Stahl- und Tempergießereien deutlich um 4,1 Prozent auf 3,57 Millionen Tonnen. Da die Exportmengen auf 8.565 Millionen Tonnen (-2,7 %) sanken und die Einfuhrmengen um fast 11 Prozent auf 4,3 Millionen Tonnen zurückgingen, schließt der bvse daraus, dass mehr Schrott aus dem Inland verwertet wurde.

Nach Einschätzung der Wirtschaftsinstitute und der Bundesregierung befindet sich die deutsche Wirtschaft, wenn auch abgeschwächt, auch 2019 immer noch im Wachstumsmodus. Insbesondere die Baukonjunktur boomt weiter, so dass die Auslastung der entsprechenden Zulieferanten weiter positiv sein wird. Alles in allem erwartet die deutsche Schrottwirtschaft daher bei unveränderter Auslastung der Stahlwerke in diesem Jahr eine entsprechende Schrottnachfrage.

Allerdings mehren sich auch die Risiken. Zwar war die Auftragslage der Schrottverbraucher im III. Quartal 2018 noch gut, doch die ersten Konjunkturwolken über dem deutschen Wirtschaftsmotor Automobilindustrie trübten die positive Stimmung deutlich ein.

Auch die so wichtige Schrottnachfrage der türkischen Stahlwerke, die die Schrottpreisbildung in Europa mitbeeinflusst, zeigte erste Schwächen. Das sind nicht zu unterschätzende Warnsignale, mahnt deshalb bvse-Vizepräsident Will. Er verweist auf die hohe Bedeutung des Schrottexports für die deutsche Schrottwirtschaft, denn nach wie vor wird deutlich mehr Schrott exportiert als importiert. Mit einem Überschuss von 4,3 Mio. Tonnen war die Differenz sogar um rund 300.000 Tonnen höher als 2017.

Die geopolitischen Verwerfungen durch weltweite Marktabschottungen in Form von Schutzzöllen jedweder Art, die türkischen Wirtschafts- und Währungsturbulenzen sowie die chinesischen Importrestriktionen für Abfälle und deren Expansionspolitik verunsichern nicht nur die Märkte und die Marktteilnehmer, sie erfordern auch ein immer höheres Maß an unternehmerischer Flexibilität. Kurzfristige Reaktionen haben Vorrang vor langfristigen Planungen, wodurch das unternehmerische Risiko deutlich steigt. Niemand kann vorhersagen, ob und wann die russische Regierung den Schrottexport verbieten oder deutlich einschränken wird oder ob bspw. die türkische Regierung in der Lage sein wird, einen wirtschaftlichen Aufschwung einleiten zu können. Welchen Schaden Europa durch die anhaltende Brexit-Problematik nehmen wird, ist ebenfalls unklar. Das Fazit von bvse-Vizepräsident Sebastian Will fällt nüchtern aus: “Einflussfaktoren, die nicht planbar sind, scheinen derzeit Konjunktur zu haben.”

Der komplette Schrottmarktbericht zum Download¸ https://www.bvse.de/images/pdf/Presse/bvse_Jahresschrottmarktbericht_2018.pdf

JL/rd

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Mit Schmutz gegen Schmutz.

Dieses Wortspiel hat in Ladenburg (Rhein-Neckar-Kreis, Baden-Württemberg) durchaus seine positive Berechtigung. „Hilf mit – sauber durch Ladenburg” heißt eine Aktion, die Bürgermeister Stefan Schmutz auf den Weg gebracht hat.  Ziel: die Bürger dazu animieren, das Müllaufkommen in Ladenburg zu reduzieren.

„Wer Müll einfach in die Gegend wirft, der handelt verantwortungslos“, sagt Schmutz. Obwohl täglich vier Mitarbeiter (davon zwei neu eingestellte) unterwegs seien, um die 190 Mülleimer in der Stadt zu leeren, lasse die Sauberkeit in Ladenburg zu wünschen übrig. Immer wieder finde sich Hausmüll in den Abfallkörben. Mit rund 30.000 Euro im Jahr schlug die Entsorgung dieses Mülls zu Buche. Bauhofleiter Harald Kramer ergänzt: „Wenn sich alle Menschen an die Regeln halten würden, könnten wir die vier Mitarbeiter für andere Arbeiten einsetzen”.

rd/nic

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