Brancheninfo aktuell 23-11/2021

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150 150 Klaus Henning Glitza

MVA Nürnberg: Großbrand forderte etwa 150 Wehrleute gut sechs Stunden

 

In der Müllverbrennungsanlage im Nürnberger Stadtteil Schweinau ist am gestrigen Dienstag aus bislang unbekannten Gründen Feuer ausgebrochen. Zirka 150 Feuerwehrleute kämpften gut sechs Stunden lang gegen die Flammen an. Verletzt wurde glücklicherweise niemand.

Gegen 8 Uhr gingen die ersten Notrufe ein. Der Brand war in einem Bunker, in dem der angelieferte Müll gelagert wird, entstanden.   Zunächst kam es zu einer weithin sichtbaren massiven Rauchentwicklung, die zu einer Warnung der Anwohner in einem Umkreis von 500 Metern Anlass gab. Der Qualm war durch eine Dachöffnung nach draußen gedrungen. Als diese Luke geschlossen wurde, konnte die Rauchentwicklung augenblicklich gestoppt und über  die reguläre Abgasreinigung abgeleitet werden.

Nach Angaben von Feuerwehrsprecher Sebastian Kahl gingen die Einsatzkräfte vom Dach aus mit Leichtschaummitteln gegen den Brand vor.  Dort ist diese Angriffsoption gemäß Konzept über die Klappen der Rauch- und Wärmeabzugsanlage  (RWA) bereits für den Brandfall vorbereitet. Die Wehrleute können dann auf Anschlüsse für die Löschschaumgeneratoren zurückgreifen.

Der Betreiber der MVA, der Abfallwirtschaftsbetrieb Stadt Nürnberg (ASN), hat im Inneren der Anlage eine stationäre Löschanlage mit festverbauten Werfern installiert. Diese reichte aber aufgrund des Ausmaßes des Brandes im aktuellen Brandfall nicht aus.

„Feuer aus“ hieß es kurz nach 14 Uhr. Nach kleineren Nachlösch- und Aufräumarbeiten (unter anderem Rückverlegung der umfangreichen Löschwasserversorgung) konnten gegen 15 Uhr – abgesehen von einem Löschfahrzeug- nahezu sämtliche Kräfte abgezogen werden. Im herausfordernden Einsatz waren neben der Berufsfeuerwehr Nürnberg auch Angehörige der Freiwilligen Feuerwehr.

Wehrleute sprechen von einer gewissen Routine.  Erst in der Nacht zum 7. September war es in der MVA zu einem Großbrand gekommen. Wie damals werden  auch beim aktuellen Brand Gegenstände, die im Restmüll nichts zu suchen haben, als Auslöser des Schadensfeuers angenommen, Das können falsch entsorgte leicht brennbare Stoffe oder die Klassiker nicht restentleerte Spraydosen oder Lithium-Ionen-Batterien sein. Diese kleinteiligen Gegenstände  vorab im Restmüll zu entdecken, ist so gut wie unmöglich,

In der MVA Nürnberg wird Restmüll aus der Stadt Nürnberg, dem Landkreis Nürnberger Land, der Stadt Schwabach sowie der Stadt und dem Landkreis Fürth thermisch behandelt. Aufgrund des Brandereignisses wird mit einer Verzögerung der Müllabfuhr in diesen Bereich gerechnet.

Zur Schadenshöhe liegen noch keine Informationen vor. Die Brandursachenermittlung wurde eingeleitet.

FW-N/khg

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