Brancheninfo aktuell 20-10/2018

Brancheninfo aktuell 20-10/2018

150 150 Klaus Henning Glitza

Ramadamas in München /  Abfuhr und Feiertag / Recyclinghöfe in Berlin/ Kunststoffrecycling mit Luft nach oben / Entsorgung im Doppelpack/ Auch Anlieger zur Laubbeseitigung verpflichtet

 

Ramadamas sind beispielhafte Abfallsammelaktionen von Bürgerinnen und Bürgern. In München ist es bereits Tradition geworden, dass Vereine, Initiativen, Schulen sowie verschiedene Gruppen unter diesem Oberbegriff  in Wäldern und auf Wiesen und Flussauen achtlos weggeworfene Plastiktüten, Dosen und anderen Unrat wegräumen, bevor der Winter einkehrt. Der Abfallwirtschaftsbetrieb München (AWM) unterstützt diese Aufräumaktionen seit Jahren, indem Arbeitshandschuhe, Abfallsäcke, Container und ein Brotzeitzuschuss beigesteuert und die Abfälle kostenlos entsorgt werden.

„So ein Ramadama ist ein tolles Gemeinschaftserlebnis“, kommentiert Kristina Frank, Kommunalreferentin und Erste Werkleiterin des AWM. „All diese Menschen übernehmen damit freiwillig Verantwortung für die Sauberkeit in ihrer Heimatstadt. Deshalb unterstützt der AWM dieses nachhaltige bürgerschaftliche Engagement zum Erhalt der Münchner Naherholungsgebieten sehr gerne.“

awm/nic

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Aufgrund des Reformationstages am 31. Oktober kommt es in den Bundesländern Brandenburg, Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und Thüringen in einigen Fällen zu Verschiebungen der Abfuhrtermine um diesen Feiertag herum.  Nähere Informationen gibt es den örtlich zuständigen Entsorgungsunternehmen.

rd/bem

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Wegen einer Personalversammlung bleiben am Montag, 29. September, fünf Recyclinghöfe der Berliner Stadtreinigung  (BSR) geschlossen.  Es handelt sich um die Recyclinghöfe   Asgardstraße, Ilsenburger Straße, Berliner Straße, Ostpreußendamm und Ruppiner Chaussee. Die übrigen Recycling­höfe der BSR mit Schadstoff- und Laubsackannahme bleiben – wie gewohnt geöffnet.

rd

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Für das Recycling von Kunststoffen gibt es nach Auffassung des bvse-Bundesverbandes Sekundärrohstoffe und Entsorgung noch Luft nach oben.

Immer noch basiere ein Großteil des Kunststoffrecyclings auf der Verwertung von Verpackungen aus den Sammlungen der dualen Systeme, dem Recycling von PET-Flaschen sowie von Folien aus den Bereichen Transport und Industrie, erläuterte der bvse-Experte Dr. rer. nat. habil. Thomas Probst. „Zusammenfassend ergibt sich, dass durch das Recycling 2,82 Millionen Tonnen Abfälle verwertet werden, aus denen 1,88 Millionen Tonnen Recyclate erzeugt werden. Dies ist ein schöner Erfolg für das Kunststoffrecycling und dennoch steht es damit erst am Anfang seiner Möglichkeiten“, erklärte der habilitierte Diplomchemiker.

Grundlage dieser Aussagen war die Auswertung der Studie „Stoffstrombild Kunststoffe 2017“, die durch Dr. Probst vorgenommen wurde. Danach wurden in Deutschland im vergangenen Jahr rund 21,8 Millionen Tonnen Kunststoffe erzeugt, darunter waren 1,88 Millionen Tonnen Recyclate. Zur Herstellung von Kunststoffprodukten wurden 14,4 Mio. t eingesetzt, wovon wiederum 1,76 Millionen Tonnen aus Recyclaten bestanden. Bezogen auf die verarbeitete Kunststoffmenge beträgt somit der Recyclatanteil 12,3 Prozent. Von den insgesamt rund 1,76 M Millionen Tonnen in Deutschland eingesetzten Recyclaten, werden 1,3 Millionen Tonnen als Ergänzung von Neuware eingesetzt und 0,4 Millionen Tonnen als Substitution von Werkstoffen wie Beton, Holz und Stahl.

Nach den weiteren Ausführungen des bvse-Experten betrug die Kunststoffabfallmenge in 2017 rund 6,2 Millionen Tonnen (2015: 5,92 Millionen Tonnen). Die Kunststoffabfälle wurden dabei wie folgt verwertet: 2,82 Millionen Tonnen werkstofflich (46,5 Prozent), 3,14 Millionen Tonnen energetisch (52 Prozent) und rohstofflich 0,05 Millionen Tonnen (1 Prozent). In 2015 betrug die werkstoffliche Verwertung 2,67 Mio. t. Mit einer Steigerung um 6 Prozent erreicht die werkstoffliche Verwertung in 2017 ihren bisher höchsten Wert. Bei der energetischen Verwertung nimmt der Einsatz von Kunststoffabfällen als Ersatzbrennstoff mit 1,10 Millionen Tonnen weiterhin einen wichtigen Raum ein. In die Müllverbrennung gelangen immerhin noch 2,14 Millionen Tonnen.

Den Worten von Dr. Probst zufolge haben Recyclate eine doppelte Funktion: zum einen ergänzen sie als unabhängige Quelle die Kunststoffproduktion und zum anderen finden sie in der Kunststoffverarbeitung ihre Anwendung. Die größten Einsatzgebiete für Recyclate sind die Bereiche Bauprodukte mit 758.000 Tonnen, Verpackungen mit 399.000 Tonnen und 198.000 Tonnen Landwirtschaft. „Damit wird deutlich, dass die Kunststoffrecyclate inzwischen ein unverzichtbarer Bestandteil des Kunststoffkreislaufs sind“, hebt der bvse-Experte hervor.

Das neue Verpackungsgesetz gebe durch deutlich erhöhte Recyclingquoten den Rahmen für mehr Recycling vor. Der bvse sieht weiteres Recyclingpotenzial für Kunststoffe, beispielsweise bei privatem Siedlungsabfall, beim Sperrmüll, aber auch bei Mischkunststofffraktionen aus dem gewerblichen beziehungsweise industriellen Sektor.

Die alle zwei Jahre fortgeschriebene Studie „Stoffstrombild Kunststoffe in Deutschland“, wird inzwischen von 14 Stake Holdern, unter anderem dem bvse, beauftragt. Die vorgelegte Studie bildet die Kunststoffe von der Herstellung über die Verarbeitung bis zur Verwertung ab. In das Stoffstrombild 2017 werden zum ersten Mal die Recyclate miteinbezogen. Das Kunststoffrecycling wird dadurch quantitativ abgebildet. Die Recyclingmengen beziehen sich auf in Deutschland angefallene Kunststoffabfälle, unabhängig ob diese in Deutschland selbst oder in anderen Ländern recycelt wurden. Die Recyclingmengen repräsentieren somit nicht die Recyclingmengen, die bei deutschen Recyclern verarbeitet werden.

rd/khg

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Entsorgung im Doppelpack. Im Bereich des Zweckverbandes Abfallwirtschaft Region Hannover (aha) gibt es zwei Arten, den Restmüll abzufahren. Einmal die Mülltonnen in der Stadt Hannover und des Weiteren die Restabfallsäcke im Umland. Aha möchte am liebsten die Zwei-Wege-Entsorgung vereinheitlich, um Kosten zu sparen. Aber da spielt die regionale Politik nicht mit.

Den Restabfallsack wird es im Umland der Landeshauptstadt folglich auch 2019 noch geben. Jedoch mit einer Änderung. Zukünftig werden statt unterschiedlicher Größen ausschließlich 20 Liter-Restabfallsäcke angeboten, aha begründet diesen Schritt mit der „Schonung wertvoller Ressourcen“ und einem „verantwortungsvollen Umgang mit den Abfallgebühren“.  Durch den künftigen Einsatz von einer Sackgröße müssten weniger Säcke produziert und in den Geschäften vorgehalten werden. Dies vereinfache das Verfahren und sei dadurch kostengünstiger. Laut aha nutze die Mehrheit der Kundinnen und Kunden zudem bereits heute das Mindestabfallvolumen. Eine Rolle mit 26 Säcken à 20 Liter Restabfallvolumen entspreche dem jährlichen Mindestbedarf einer Person.

Die Restabfallsäcke erhält, wer einen Gutschein vorlegt. Ab 1. November werden diese Coupons von aha an die Eigentümerinnen und Eigentümer der entsprechenden Grundstücke und Wohnungen verschickt.  Mieterinnen und Mieter bekommen die Gutscheine wie gewohnt von ihrem Vermieter beziehungsweise dem Verwalter. Die aha-Kundinnen und -Kunden können ihre Gutscheine dann im Einzelhandel (165 Abgabestellen), den Umland-Wertstoffhöfen oder den Deponien in Hannover, Wunstorf und Burgdorf  gegen Säcke eintauschen Eine Übersicht aller Ausgabestellen gibt es unter www.aha-region.de.

Im Jahr 2017 verwendeten die aha-Kundinnen und Kunden nach Angaben des kommunalen Entsorgungsunternehmens 6,56 Millionen Restabfallsäcke aus Plastik.

rd/khg

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Es sei nicht allein Aufgabe der AWM, durch Laubkehren für größtmögliche Verkehrssicherheit zu sorgen, auch Anlieger seien unter Umständen verpflichtet, Flächen vor ihrem Grundstück zu reinigen.  Darauf weisen die Abfallwirtschaftsbetriebe Münster (AWM) hin.

Wer sich nicht sicher sei, ob Gehweg oder Straße eigenständig gereinigt werden müssen, finde die entsprechenden Informationen im Abgabenbescheid. Sei hier keine Gebühr für die Straßenreinigung aufgelistet oder finde sich nur eine geringe Gebühr für die Fahrbahnreinigung, müssten Anlieger selbst zum Besen greifen, macht AWM-Einsatzleiter Christian Kaufmann deutlich.

„Unabhängig davon, ob für die Reinigung gezahlt wird, gilt darüber hinaus grundsätzlich: Sobald die Verkehrssicherheit auf dem Gehweg vor dem eigenen Grundstück gefährdet ist, müssen Anlieger selbst aktiv werden. Etwa dann, wenn zwischen den regelmäßigen Reinigungsterminen wegen eines Sturms große Mengen an Laub auf dem Gehweg liegen“, betont der Einsatzleiter.

Keinesfalls dürfe Laub einfach auf die Straße oder in den Rinnstein gefegt werden. Das hätte nicht nur verstopfte Gullys zur Folge. „Für unsere Teams der Straßenreinigung ist es durch die dann zusätzlich anfallenden Laubmengen unmöglich, das Tagespensum zu schaffen“, so Kaufmann.  In der Herbstsaison sei der Arbeitsaufwand ohnehin schon erhöht. „Sollten wir eine Straße am eigentlichen Reinigungstag einmal nicht schaffen, wird sie am folgenden regulären Termin bevorzugt gereinigt“, wirbt Kaufmann um ein bisschen Geduld.

Bis zum Ende der Herbstsaison Mitte November werden die Teams der Abfallwirtschaftsbetriebe Münster (AWM) rund 1000 Tonnen Laub von Münsters Straßen und Wegen gekehrt haben. „Insgesamt sind in der Stadtreinigung aktuell bis zu 75 Mitarbeitende im Einsatz, teilweise im Zweischichtbetrieb“, berichtet der AWM-Einsatzleiter.

sms/rd

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