Brancheninfo aktuell 20-08/2019

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150 150 Klaus Henning Glitza

BDE: Geht Zuwachs der kommunalen Wirtschaft  zu Lasten der mittelständischen Unternehmen?

Der Zuwachs der Kommunalwirtschaft gehe zu Lasten der mittelständischen Unternehmen. Dieser Auffassung ist der  BDE Bundesverband der Deutschen Entsorgungs-, Wasser- und Rohstoffwirtschaft an. Den privaten Unternehmen würde oftmals in ihren Regionen die wirtschaftliche Basis entzogen, kritisiert BDE-Präsident Peter Kurt.

Laut BDE sei der Trend zum Staat in der Entsorgungs- und Kreislaufwirtschaft ungebrochen. So läge der Anteil kommunaler Unternehmen an der Restmüllsammlung in diesem Jahr mit 49 Prozent auf einem Höchststand. Zehn Jahre zuvor seien noch 41,1 Prozent der Restmüllsammlung auf öffentliche Unternehmen entfallen. „Diese Entwicklung ist eine schleichende und vollzieht sich von vielen unbemerkt. Deshalb ist sie umso gefährlicher“, so Peter Kurth.

Nach Ansicht des BDE ist diese Entwicklung gerade angesichts der kommenden Herausforderungen für die Branche fatal. In einer Pressemitteilung heißt es dazu: „Die Kreislaufwirtschaft kann und muss einen weiteren erheblichen Beitrag zum Erreichen der Klimaschutzziele leisten. Was wir dabei überhaupt nicht brauchen, ist der weitere Zuwachs an kommunalen Monopolen, weil diese zu der notwendigen ökologischen Modernisierung unserer Wirtschaft kaum einen Beitrag leisten können. Um unsere Klimaschutzziele zu erreichen, ist eine Modernisierung der Wirtschaft unverzichtbar. Dazu gehört ein umfassend geänderter Rohstoffeinsatz. Statt natürliche Ressourcen mit hohem Energieeinsatz auszubeuten, müssen wir immer mehr Rohstoffe im Kreislauf führen. Die dazu benötigten Innovationen und Investitionen sind nicht ohne den Mittelstand und ohne faire Rahmenbedingungen denkbar.“

Nach BDE-Angaben ging der Zuwachs der Kommunalwirtschaft gleichermaßen zu Lasten der größeren wie der kleineren Privatunternehmen. Unverändert sei der Kreislaufwirtschaftssektor stark mittelständisch geprägt. Der Marktanteil der drei größten Unternehmen an der Restmüllsammlung liege nur noch bei zirka 15,5 Prozent.

SCH/rd

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