Brancheninfo aktuell 20-07/2019

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Brancheninfo aktuell 20-07/2019 150 150 Klaus Henning Glitza

Nach Störfall in Marl: Ist doch ein Umweltschaden entstanden?

 

Nach Information des WDR ist nach dem unkontrollierten Austritt im ReFood-Standort Marl wohl doch ein Umweltschaden entstanden.

Der Rennbach sei sauber, so der Landkreis Recklinghausen, aber diese Fische sind zweifelsohne tot. Foto: Fritz Dechert

Wie bereits von EM berichtet. hatten Bürger und Politiker mehrere tote Fische im Rennbach entdeckt, der direkt hinter dem Betriebsgelände verläuft. In dieses Fließgewässer waren nach einer Panne bei ReFood größere Mengen einer „braunen Brühe“, nach Angaben von Refood-Pressesprecher Marcel Derichs Flüssigdünger, gelangt.

Aufgrund der alarmierenden Funde verendeter Fische hat die Untere Wasserbehörde des Kreises Recklinghausen am 12. Juli nochmals die Wasserqualität des Rennbachs überprüft. Alles sei sauber, lautetet das Ergebnis dieses zweiten Checks. Auch Wasserproben, die unmittelbar nach den Störfallen entnommen wurden, hatten nach Angaben der Kreisverwaltung  keine negativen  Auffälligkeiten gezeigt.  Kreissprecher Joachim Manz bezeichnete den Rennbach seinerzeit als sauber.

Ein sauberes Gewässer, aber tote Fische, das will nach Aussagen des Fraktionsvorsitzenden der Bürgerliste WIR in Marl, Friedrich Dechert, nicht so recht zusammenpassen. Gegenüber dem WDR erklärte der kurz Fritz genannte Kommunalpolitiker,  ein Nachweis eine Woche nach dem Stoffaustritt sei erschwert.  „Denn es habe geregnet, viel Wasser sei durch den Bach gelaufen und habe ihn gespült. Der wirkliche Schaden sei auch durch das stundenlange Absaugen des Düngers durch die Feuerwehr nicht mehr realistisch nachweisbar“, wird Dechert vom WDR zitiert.

Wie berichtet, war bei turnusmäßigen Revisionsarbeiten am Freitag, 5. Juli, aus einem Fermenter (Durchmesser 16 Meter, Höhe zehn Meter) Flüssigkeit, die bei der Vergärung von Lebensmittelresten entsteht, aufgrund zweier technischer Störungen ausgetreten. Nach örtlichen Angaben wurden von der Feuerwehr   90 Kubikmeter Flüssigkeit, das entspricht 14 Lkw-Ladungen, aus dem Bach gesaugt.

Der Vorfall wurde dadurch bekannt, dass Anwohner bei Behörden und örtlichen Medien anfragten, welchen Hintergrund der unübersehbare Großeinsatz der Feuerwehr bei Refood gehabt habe. Eine offizielle Nachricht oder Medienmeldung hatte es bis dahin nicht gegeben. In Kreisen der Anwohner wird von Vertuschung gemunkelt.

khg

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