Brancheninfo aktuell 20-06/2020

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Brancheninfo aktuell 20-06/2020 150 150 Klaus Henning Glitza

Tragisch: Arbeiter erlag den schwersten Verletzungen / „Feuer aus“ am Dienstag/  Anlage der EEW heute Thema im Rat

 

Tragischer Verlauf eines Arbeitsunfalls auf dem REMONDIS-Betriebsgelände in Lünen. Der Mitarbeiter einer Fremdfirma, der am 28. März bei Sanierungs- und Wartungsarbeiten am Heizkraftwerk in die Schneckenförderanlage des Heizkraftwerkes geraten war, ist seinen schwersten Verletzungen erlegen.

Nach EM-Informationen war der Verstorbene gerade mit dem Säubern der scharfkantigen Walzen des Schneckenförderers beschäftigt, als die Anlage testweise wieder angefahren wurde. Ein Warnsignal, das darauf hinwies, hatte der berufserfahrene Mann nach Unternehmensangaben nicht auf sich bezogen. So kam es zu den lebensgefährlichen Verletzungen.

Bis zuletzt hatten Krankenhausärzte um sein Leben gekämpft. In der Klinik wurde der Schwerverletzte in ein künstliches Koma versetzt. Ein Bein musste amputiert werden, ob das zweite gerettet werden könnte, blieb nach aktuellem Kenntnisstand  offen

Nach Angaben der Ruhr Nachrichten hat die Staatsanwaltschaft Dortmund Ermittlungen gegen drei Beschuldigte aufgenommen. Nach dem Todesfall hat der mögliche Tatvorwurf eine andere Qualität angenommen.

khg

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Beim Großbrand auf dem Betriebsgelände der Uriel Papierrohstoffe GmbH in Diez bei Limburg (Rheinland-Pfalz) zogen sich die Löscharbeiten fast eine Woche hin. Erst am Dienstagabend konnte „Feuer“ aus gemeldet werden.

“Alle Maßnahmen sind abgeschlossen, die Feuerwehr hat den Einsatzort verlassen”, teilt die Verwaltungsgemeinschaft Diez mit. Wie dpa mit Berufung auf Geschäftsführer Andreas Uriel berichtet, loderten noch in der Nacht zum vorgestrigen Dienstag einzelne Brandnester auf. Der Großbrand, bei dem eine der insgesamt vier Produktionshallen vollständig zerstört wurde, war am Mittwochabend der vergangenen Woche ausgebrochen. Zeitweise waren bis zu 650 Feuerwehrleute im Einsatz. Der Sachschaden wird auf 4,5 Millionen Euro geschätzt.

Bürgermeister Michael Schnatz hat sich nach Angaben der Verwaltungsgemeinschaft Diez  vor Ort über die Arbeiten informiert und die Brandstätte in Augenschein genommen. “Allen beteiligten Einsatzkräften, das heißt den zahlreichen Feuerwehren aus mehreren Landkreisen und aus zwei Bundesländern, den Sanitätskräften, der Rettungshundestaffel, dem Technischen Hilfswerk und der Polizei”, so Michael Schnatz, “gilt allerhöchste Anerkennung und ein besonders herzliches Dankeschön für ihren beispielhaften Einsatz an diesem Großbrand.” Besonders froh ist Schnatz, “dass es mit Ausnahme der zwei leicht verletzten Feuerwehrleute, die aber schon am nächsten Tag wieder ihren Dienst aufnehmen konnten, keinerlei Personenschäden zu beklagen gibt.”

Hervorragend sei auch und besonders das Zusammenspiel der zahlreichen Wehren gelaufen. “Ein großartiger Erfolg ist außerdem, dass nicht nur das Übergreifen der Flammen auf Nachbargrundstücke und -gebäude verhindert werden konnte, sondern dass sogar drei Hallen vor der völligen Zerstörung gerettet wurden”, so Schnatz weiter.

Brandermittler und Sachverständige werden nach Abschluss der Löscharbeiten und Freigabe des Brandortes ihre Arbeit aufnehmen. Die Brandursache ist derzeit noch unklar.

nic

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Die Pläne von Energy from Waste (EEW), eine Klärschlamm-Verbrennungsanlage in Stavenhagen (Landkreis Mecklenburgische Seenplatte) zu errichten, sind am heutigen Donnerstag Thema im Rat der Kleinstadt im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte.

Die definitive Entscheidung trifft aber laut NDR 1 Radio MV nicht der Rat, sondern das Staatliche Amt für Landwirtschaft und Umwelt. Unter den Einwohnern gebe es Bedenken, unter anderem wegen der Verkehrs- und der Feinstaubbelastung, zitiert der NDR den Stadtpräsidenten Klaus Salewski (Die Linke). EEW-Geschäftsführer Morten Holpert kommt hingegen mit der Aussage zu Wort, die 20 zusätzlichen Lkw, die nach Inbetriebnahme täglich durch Stavenhagen führen, fielen kaum ins Gewicht und entsprächen 0.75 Prozent der aktuellen Verkehrsbelastung,

Dem Vorwurf der Grünen, EEW würde nicht nach BVT-Norm (BVT = bestmögliche  verfügbare Technik), widersprach laut NDR Geschäftsführer Holpert mit den Worten: “Wir werden unsere Anlage so konzipieren, dass wir keine zusätzlichen Investitionen oder Nachbesserungen brauchen und schon heute die BVT-Richtlinien ganz klar erfüllen.”

Für den Bau der Klärschlamm-Verbrennungs-Anlage sprechen dagegen unter anderem höhere Steuereinnahmen für Stavenhagen. Auch könne die Stadt „von der Wärmegewinnung profitieren, mit ihr ließen sich offenbar etwa 90 Prozent aller Wohnungen der Kleinstadt heizen“, so der NDR. Da EEW sich auch als Sponsor von Sportvereinen in Stavenhagen beliebt gemacht hat, dürften voraussichtlich die Zeichen im Rat heute eher auf Zustimmung stehen.

RF/rd

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