Brancheninfo aktuell 20-03/2019

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150 150 Klaus Henning Glitza

Bremen: Voll digitalisierte Abfallboxen  / Chips im Main-Tauber-Kreis

Von Digitalisierung ist in unseren Tagen viel und oft zu hören. Längst hat dieser Megatrend bekanntermaßen auch die Abfallwirtschaft erreicht. So sind Mülltonnen in der Erprobung, die elektronisch ihrer Füllstand melden. So kann bedarfsgerecht und nicht nach unflexiblen festen Tourenplan entsorgt werden. Halbleere Sammelbehälter bleiben stehen, volle werden vorzeitig entleert.

Ein weiteres Beispiel ist die Abfallbox namens „Mr. Fill“, die die Bremer Stadtreinigung kürzlich in 15-facher Ausführung in der Innenstadt des Stadtstaates aufgestellt hat.

„Abfallbehälter voll und quillt über“, diese Meldung erfolgt bei „Mr. Fill“ im Stil der neuen Zeit, sprich digital. Ist die Kapazität erreicht, geht per WLAN ein Signal an die Disponenten. Die müssen nicht groß rechnen, sondern bekommen gleich per Software die optimale Route für die Entsorgung mitgeliefert.

Auch die Benutzer können sofort erkennen, ob im Bauch von „Mr. Fill“ noch Platz ist. Ähnlich dem Ampelsystem zeigen die Farben grün, orange und rot an, ob noch etwas hineinpasst.

Doch „Mr. Fill“ kann noch mehr. Der voll digitalisierte Abfallbehälter schluckt nicht einfach nur den Müll, er macht ihn auch handlicher.  Denn im Inneren befindet sich eine Presse, die nach Herstellerangaben 840 Liter Abfälle auf 120 Liter komprimiert.

Auch praktisch: Dank der WLAN-Verbindung kann „Mr. Fill“ durch Knopfdruck aus der Ferne verschlossen werden. Das ist nützlich bei sicherheitsrelevanten Veranstaltungen, man denke an Staatsbesuche, oder zu Silvester, wo gerne mal Pyrotechnik in die Abfallbehälter geworfen werden.

Nach Angaben der Bremer Stadtreinigung ersetzt „Mr. Fill“ die bisherigen Bigbelly-Boxen. Das Produkt eines US-amerikanischen Herstellers war technisch in die Jahre gekommen. Ersatzteile sind nicht mehr verfügbar- und auch die Wartung sei kein glänzendes Kapitel, ist zu hören.

Neben den 15 „Mr. Fills“ in der Bremer Innenstadt sollen im Laufe des Frühjahrs 13 weitere Exemplare im Stadtteil Vegesack folgen. Über den Preis der neuen Müllschlucker wird aus wettbewerbsrelevanten Gründen Stillschweigen bewahrt.  Nach Herstellerangaben soll Mr. Fill bis zu 40 Prozent der Sammlungskosten einsparen.

khg mit Material des Weser-Kuriers

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Der Abfallwirtschaftsbetrieb des Main-Tauber-Kreises (AWMT) stellt im Laufe des Jahres auf ein modernes Behälter-Identifikationssystem um. Hierzu erhalten alle rund 140.000 Restmüll-, Biomüll- und Papiergefäße im Gebiet des baden-württembergischen Landkreises eine eigene Identifikationsnummer, wie die Kreisverwaltung mitteilt.

„Mit dem neuen System gehören Warteschlangen beim Müllmarkenverkauf der Vergangenheit an“, erklärt Landrat Frank in einer Pressemitteilung der Kreisverwaltung.  „Bevor wir das neue bürgerfreundliche System einführen, müssen die Mülltonnen erst noch mit einem Chip ausgestattet werden. Dazu bitten wir um die Mithilfe der Bevölkerung“, so der Landrat  weiter.

Durch das sogenannte Ident-System kann jedes Müllgefäß eindeutig einem Grundstück zugeordnet werden. Wie die Kreisverwaltung betont, enthält oder sammelt der Chip keine personenbezogenen Daten. Auf dem Transponder sei lediglich eine weltweit einmalige Nummer gespeichert. Dies sei aus datenschutzrechtlicher Sicht unbedenklich.

rd/khg

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