Brancheninfo aktuell 19-10/2020

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Brancheninfo aktuell 19-10/2020 150 150 Klaus Henning Glitza

PreZero testet gemeinsam mit Projektpartner die Möglichkeiten des chemischen Recyclings

 

Das zur Schwarz Gruppe gehörende Entsorgungs- und Recyclingunternehmen PreZero testet im Rahmen eines Pilotprojektes auch die Praxistauglichkeit von Verpackungen, die durch chemisches Recycling gewonnen werden. Im ersten Schritt werden auf diesem Wege hergestellte Beutel für Karotten zum Jahresende in einigen Lidl- und Kaufland-Filialen im Bundesgebiet eingesetzt, kündigt die Gruppe an.

Nach Angaben der Schwarz Dienstleistung KG ließen sich diese Verpackungen nach Gebrauch mechanisch recyceln. Das für die Verpackung eingesetzte Material sei ISCC zertifiziert (Nachhaltigkeitszertifizierungssystem für Rohstoffe und Märkte).

Ansatzpunkt des Pilotprojektes ist, dass es beim mechanischen Recycling bislang nur sehr eingeschränkt möglich ist, aus recycelten Lebensmittelverpackungen wieder neue herzustellen. „Unser Ziel ist es, Wertstoffkreisläufe zu schließen und Ressourcen zu schonen“, erläutert dazu Dietmar Böhm, Geschäftsführer von PreZero.  Kunststoffe würden durch sein Unternehmen bereits erfolgreich entlang des eigenen Wertstoffstroms recycelt. „Das mechanische Recycling von Kunststoffen ist hier der ökonomisch und ökologisch sinnvollste Ansatz, den wir mit modernsten Sortiertechniken noch weiter ausbauen wollen“, so Böhm. Um aber neben “dem erfolgreichen mechanischen Recycling auch das chemische Recycling besser kennenzulernen und zu verstehen“ sei gemeinsam mit dem Projektpartner SABIC ein erster Pilot initiiert worden. SABIC habe schon vor über einem Jahr mit den chemisch recycelten Produkten aus dem TRUCIRCLETM Portfolio Erfahrungen gesammelt“, so Stephan Eltink, Direktor Polyethylen Europa bei SABIC.

Beim chemischen Recycling von gemischten Kunststoffabfällen werden nach Angaben der Schwarz Gruppe die Altkunststoffe, insbesondere Verbundkunststoffe und Verpackungsabfälle, die andernfalls lediglich energetisch verwertet werden könnten, in einem Hochtemperaturverfahren in Pyrolyseöl umgewandelt. Dieses werde dann wie die fossilen Rohstoffe am Beginn der chemischen Produktionskette eingesetzt. Die hohen Qualitäts- und Hygieneanforderungen an Lebensmittelverpackungen würden mit diesen Produkten erfüllt.

Die Schwarz Grupp (Lidl, Kaufland, PreZero) ist damit nach Eigenangaben das erste Handelsunternehmen in Deutschland, das Verpackungsmaterialien einsetzt, die durch chemisches Recycling hergestellt werden. Die Unternehmensgruppe hat sich im Rahmen ihrer Plastikstrategie REset Plastic zum Ziel gesetzt,  “alle Kunststoffverpackungen der Lidl- und Kaufland-Eigenmarken bis 2025 maximal recyclingfähig zu machen“ sowie „20 Prozent Plastik einzusparen“.

UK/rd

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