Brancheninfo aktuell 19-07/2019

Brancheninfo aktuell 19-07/2019

150 150 Klaus Henning Glitza

Pikrin- Alarm in Hamburg / Brandstifter? / VKU unterstützt Aktion Abbiegeassistent

Schnell und umsichtig reagierte am Montag ein Mitarbeiter der Stadtreinigung Hamburg (SRH) im Stadtbereich Hoheluft-West (Eppendorfer Weg). Als eine 71-jährige Frau am späten Nachmittag ein Behältnis amen “Umweltmobil”, einer mobilen Problemstoffsammlung der SRH abgeben wollte, stellte der geschulte Mann sofort fest, dass das Behältnis laut Aufschrift Pikrinsäure, eine hochexplosive Flüssigkeit, enthielt. Er alarmierte umgehend Polizei und Feuerwehr.

Pikrinsäure ist eine Art Wolf im Schafspelz. Solange sie flüssig ist und ordnungsgemäß gelagert wird, ist sie weitestgehend ungefährlich. In getrocknetem oder angetrocknetem Zustand dagegen kann sie bereits bei Erwärmung, Reibung oder Erschütterung mit erheblicher Sprengkraft explodieren. Theoretisch kann es bereits beim unsanften Öffnen des Deckels zur Auslösung kommen.

Den Rest der Geschichte erzählt der Polizeibericht: „Aufgrund der von der Substanz ausgehenden Gefahr sperrten die eintreffenden Beamten das Gebiet um das ‚Umweltmobil‘ herum mit einem Radius von 150 Metern ab. Geschäfte in diesem Bereich wurden geräumt. Anwohner wurden mittels Lautsprecherdurchsage aufgefordert, die Fenster zu schließen und sich in die rückwärtigen Räume ihrer Wohnungen zu begeben.

Die diensthabenden Entschärfer des Landeskriminalamtes (LKA 724) untersuchten das Behältnis vor Ort unter Vollschutz. Nachdem sich der Verdacht, es könne sich bei dem Inhalt um Pikrinsäure handeln, konkretisiert hatte, transportierten die Beamten das Gefäß sicher zur anschließenden Vernichtung ab.

Durch Polizeibeamte des örtlich zuständigen Polizeikommissariats 23 (PK 23) wurde ein Verfahren wegen des Verdachts des unerlaubten Umgangs mit Abfällen gegen ungekannt eingeleitet.

Die Ermittlungen werden bei der Fachdienststelle für Umweltdelikte bei der Wasserschutzpolizei (WSP 51) geführt und dauern an.“

Die 71-jährige Frau, gegen die diese Ermittlungen nicht geführt werden, gab in aller Unschuld an, sie habe das Behältnis im Gemeinschaftskeller gefunden. Sie glaubte richtig gehandelt zu haben, als sie das Behältnis zum Umweltmobil brachte.

Ka/rd

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Erneut waren in Überlingen (Bodenseekreis, Baden-Württemberg) offenbar Brandstifter am Werk.

Auf dem Gelände der Wiestorschule hatten Mülltonnen und gelbe Säcke nach einem Bericht des Südkuriers in der Dienstagnacht Feuer gefangen. Die Feuerwehr hatte alle Mühe, das Übergreifen der Flammen auf Hecken und das Schulgebäude zu verhindern. Eine Imkerhütte mit vier Bienenstöcken war aber nicht mehr zu retten und brannte nieder. Bereits am 19. Juni war auf dem Überlinger Schulgelände Müll in Flammen aufgegangen.

SK/rd

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Mehr Sicherheit im Straßenverkehr ist das Ziel der „Aktion Abbiegeassistent“- einer Sicherheits-partnerschaft unter Federführung des Bundesverkehrsministeriums.

Privatwirtschaftliche und kommunale Unternehmen verpflichten sich dabei auf freiwilliger Basis, Neufahrzeuge mit technischen Abbiegeassistenten anzuschaffen, bestehende Fahrzeuge nachzurüsten, Trainings für Fahrer zu organisieren und Informationen für Kitagruppen und Schulklassen zur Verkehrssicherheit aufzubereiten. Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) unterstützt die Aus- und Nachrüstung von Lkw und Bussen mit Abbiegeassistenzsystemen mit einem Förderprogramm.

Minister Andreas Scheuer hat Anfang dieser Woche neue Sicherheitspartner für die „Aktion Abbiegeassistent“ begrüßt. Wie der Verband kommunaler Unternehmen mitteilt, sind auch viele seiner Mitgliedsunternehmen dabei.

Unter anderem handelt es sich um:

  • Bottroper Entsorgungsbetriebe und Stadtreinigung AöR
  • Dienstleistungsbetrieb Dreieich und Neu-Isenburg AöR
  • Wirtschaftsbetriebe Duisburg AöR
  • Stromnetz Hamburg GmbH
  • KreisAbfallWirtschaft Hameln-Pyrmont
  • Zweckverband Abfallwirtschaft Region Hannover
  • AWB Abfallwirtschaftsbetriebe Köln GmbH
  • Stadtwerke Leer AöR
  • Entsorgungsbetriebe Lübeck
  • Abfallwirtschaftsbetrieb München
  • Technische Betriebe Offenburg
  • Abfallwirtschaftsbetrieb Stadt Oldenburg
  • Kreiswirtschaftsbetrieb Salzlandkreis
  • Schweriner Abfallentsorgungs- und Straßenreinigungsgesellschaft mbH
  • Abfallwirtschaftsbetrieb LK Wolfenbüttel

Hintergrund der Aktion ist, dass beim Rechtsabbiegen großer Fahrzeuge und Lkw ein „toter Winkel“ entsteht, in dem andere Verkehrsteilnehmer, beispielsweise Fußgänger und Radfahrer, übersehen werden können. Da die Fahrerkabine deutlich höher liegt und das Fahrzeug im Ganzen wesentlich breiter ist, ist dieser Winkel größer als bei normalen Pkw. Nach Schätzungen von VKU-Mitgliedern biegen Fahrer von Abfallsammelfahrzeugen – abhängig von der jeweiligen Verkehrsführung – etwa 300 bis 400 Mal pro Tagestour rechts ab.

„Sicherheit im Straßenverkehr hat oberste Priorität“, betonte VKU-Hauptgeschäftsführerin Katherina Reiche. Die Teilnahme von VKU-Mitgliedern zeige, dass kommunale Unternehmen –mit all ihren Fahrzeugen, die tagtäglich im Einsatz sind –ihre Verantwortung für die Sicherheit im Straßenverkehr sehr ernst nehmen. „Umso mehr begrüßen wir, dass der Bundesverkehrsminister die Aktion und das Förderprogramm fortsetzt und verstetigen wird“.

 Nach VKU-Angaben machen insbesondere VKU-Mitgliedsunternehmen aus den Bereichen der Abfallwirtschaft und Stadtreinigung, die große Fuhrparks haben, von dem Förderprogramm Gebrauch. Der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) ist Unterstützer der Aktion.

VK/rd

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