Brancheninfo aktuell 19-06/2019

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Brancheninfo aktuell 19-06/2019 150 150 Klaus Henning Glitza

Pfand-Aktion in Schönefeld / Dringender Appell/ Anerkennung aus Berlin / Weniger CO2

 

 

Vor dem Abflug Gutes tun. Das ist jetzt auch auf dem Berliner Flughafen Schönefeld möglich. Dort können Passagiere seit kurzem ihre Pfandflaschen zugunsten bedürftiger Menschen in der Region spenden.

Die Flughafengesellschaft, der Grüne Punkt, der Bildungs- und Beschäftigungsträger Goldnetz und die Berliner Tafel haben das Kooperationsprojekt „Spende Dein Pfand“ am 17. Juni 2019 am Flughafen Schönefeld gestartet und insgesamt acht Sammeltonnen in den Abflugterminals A, B, C und D aufgestellt.

Bei der Eröffnung von “Spende Dein Pfand” im Flughafen Schöneberg. Alle Beteiligten freuen sich über das Projekt, das mit kleinen Spenden Großes bewirken kann. Foto:: Ekaterina Zershchikova / Flughafen Berlin Brandenburg GmbH

Bereits vor zwei Jahren wurde die bundesweite Pfandaktion am Flughafen Berlin-Tegel eingeführt. Dort kamen bisher über 420.000 Euro Spendengeld für die Berliner Tafel zusammen. Durch die gemeinsame Initiative wurden zudem 23 Arbeitsplätze für Langzeitarbeitslose geschaffen.

Die Aktion „Spende Dein Pfand“ hängt mit einer Regelung der Europäischen Union zusammen. Passagiere dürfen bei einer Flugreise lediglich Flüssigkeitsbehälter bis 100 Milliliter im Handgepäck mitführen. Getränkeflaschen werden daher oft vor der Sicherheitskontrolle noch schnell ausgetrunken und entsorgt. Die neuen Plexiglas-Sammeltonnen mit der Aufschrift „Spende Dein Pfand“ finden Passagiere daher in unmittelbarer Nähe der Sicherheitskontrollen auf den Abflugebenen der Terminals. Gesammelt werden sämtliche Ein- und Mehrwegpfandflaschen, unabhängig davon, aus welchem Pfandsystem sie stammen.

Neben der Unterstützung für die Projekte der Berliner Tafel bietet „Spende Dein Pfand“ an den Flughäfen Tegel und Schönefeld Jobperspektiven für Langzeitarbeitslose. Denn für die regelmäßige Leerung, Reinigung und die anschließende Sortierung der Pfandgebinde sind Pfandbeauftragte verantwortlich, die eigens für das soziale Projekt bei der Goldnetz gGmbH beschäftigt sind. Mit Hilfe des Grünen Punkts werden die Flaschen zur Verwertung in den Recycling-Kreislauf eingespeist und das Pfand eingezogen.

Dr. Manfred Bobke-von Camen, Geschäftsführer Personal der Flughafen Berlin Brandenburg GmbH freut sich darüber, dass die „Pfandtonnen sind nicht nur ein praktischer Service für unsere Fluggäste sind, sondern ein beeindruckendes Spendenaufkommen für Menschen in der Hauptstadtregion, die diese Unterstützung dringend benötigen, generieren. .

Norbert Völl, Pressesprecher Der Grüne Punkt, betonte: „Wir helfen ganz besonders gern dabei, die Erfolgsstory von ‚Spende Dein Pfand‘ am Flughafen Tegel nun am Flughafen Schönefeld fortzusetzen. Mit den kleinen Spenden können Fluggäste Großes bewirken und das Recycling fördern – das macht das Projekt so nachhaltig.“

Auch Karin Pfluger, stellvertretende Geschäftsführerin Goldnetz gGmbH, ist begeistert: „Wir sind sehr stolz nun auch am Flughafen Schönefeld den Fluggästen die Möglichkeit geben zu können, ihre Pfandflaschen in den Verwertungskreislauf zurückführen zu können. Somit kommt das bisher weggeworfene Pfandgeld einem wohltätigen sinnvollen Zweck zugute und entlastet zusätzlich die Umwelt. Zudem verschafft das Projekt Langzeitarbeitssuchenden den Zugang zu einem sozialversicherungspflichtigen Arbeitsverhältnis in Voll- oder Teilzeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt. Unsere Pfandbeauftragten stehen voll und ganz hinter dem Projekt und freuen sich nun auch am Flughafen Schönefeld fleißig sammeln zu können.“

„‚Spende Dein Pfand‘ ist ein großartiges Projekt, weil es Nachhaltigkeit und soziales Engagement gelungen miteinander verbindet“, brachte Sabine Werth, Gründerin und Vorsitzende der Berliner Tafel e.V., zum Ausdruck. Die Berliner Tafel unterstützt 125.000 bedürftige Menschen pro Monat mit Lebensmitteln und finanziert ihre Arbeit ausschließlich durch Spenden und Mitgliedsbeiträge.

NV/rd

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Einen dringenden Appell haben die Abfallwirtschaft Region Hannover (aha) und die MARIUS Maschinenring Umweltservice GmbH an die Anlieferer  der Grüngutannahmestelle in Uetze-Hänigsen gerichtet.

Da seit Frühjahr diesen Jahres vermehrt Plastikmüll zusammen mit dem Grüngut angeliefert werde, werden die Anlieferer gebeten, , ihre Grünabfälle vor dem Abladen auf Plastik zu untersuchen. Oft sei der Plastikmüll so gut mit Grünschnitt verdeckt, dass die Platzaufsicht ihn beim Abladen nicht entdecken könne.. So würdenen beispielsweise Verpackungen von Süßigkeiten, diverse Plastiksäcke sowie Schnüre und Bindfäden mit angeliefert. Auch Blumenstecker aus Plastik oder Holzbretter mit Nägeln seien immer wieder zu finden.

„Im Moment häuft es sich wieder. Eigentlich sollte den Bürgern doch bewusst sein, dass das Plastik mit dem Grüngut auf dem Acker landet und so die Umwelt verschmutzt. Wir müssen es nach dem Streuen in mehreren Durchgängen mühsam vom Feld sammeln. Es ist wirklich frustrierend,“ so Platzbetreiber Christian Feldmann.

Seit Mitte der 1990er Jahre bietet aha gemeinsam mit dem Maschinenring die Annahme und Verwertung von Grünschnitt im Umland der Region Hannover an. Auf den 54 landwirtschaftlichen Grüngutannahmestellen werden Baum-, Strauch- und Heckenschnitt angenommen. Drei bis viermal im Jahr werden die Grünabfälle geschreddert und gelangen als Dünger auf die Felder der Landwirte. Somit entsteht eine dezentrale Kreislaufwirtschaft, die den Bürgern kurze Wege zur Entsorgung bietet.

Informationen zu den Anlieferbedingungen und Öffnungszeiten der Grüngutannahmestellen: www.aha-region.de

HH/rd

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Anerkennung aus Berlin für den Abfallwirtschaftsbetrieb (AWB) Stadt Oldenburg: Das Bundesverkehrsministerium ist auf das städtische Engagement im Kampf gegen „tote Winkel“ zur Vermeidung von Unfällen mit abbiegenden Lastwagen aufmerksam geworden und will den AWB nun zum „offiziellen Sicherheitspartner“ im Rahmen der von Minister Andreas Scheuer initiierten „Aktion Abbiegeassistent“ machen.

Ein zusätzlicher Bildschirm ermöglicht es dem Fahrer, den „toten Winkel“ einzusehen. Foto: Stadt Oldenburg

Wie die Stadt Oldenburg mitteilt, hat der AWB Teile seines Fuhrparks freiwillig mit zusätzlicher Sicherheitstechnik ausgestattet. Anfang des Jahres sei die Einführung von Abbiegeassistenzsystemen an Abfallsammelfahrzeugen erprobt. „Nun haben wir die Probephase abgeschlossen und alle Abfallsammelfahrzeuge, die für die Ausrüstung von Abbiegeassistenten in Frage kommen, mit solchen Systemen bestückt“, informiert Betriebsleiter Volker Schneider-Kühn. 15 Lkw – von Müllwagen über Containerfahrzeuge bis zu Kranwagen der Sperrmüllabfuhr – wurden bisher mit Kamerasystemen nachgerüstet, mit deren Hilfe der Fahrer den „toten Winkel“ beim Abbiegen seines Fahrzeugs voll einsehen kann. Sechs Streufahrzeuge sollen bis zur nächsten Wintersaison folgen.Anlass für die Ausstattung der Fahrzeuge mit Abbiegeassistenzsystemen waren deutschlandweit tragische Unfälle beim Rechtsabbiegen von Lastwagen. Dabei war es wiederholt zu Zusammenstößen gekommen, insbesondere mit Fahrradfahrerinnen und Fahrradfahrern, die schwere oder sogar tödliche Verletzungen nach sich zogen. „Zum Schutz der Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer, aber auch unserer Fahrer, haben wir uns zu dieser Präventivmaßnahme entschlossen. Dabei haben wir Kamerasysteme installiert, die den toten Winkel erfassen.  Und Neufahrzeuge, die wir beschaffen, werden schon ab Werk ausschließlich mit diesen Sicherheitssystemen ausgerüstet“, informiert Schneider-Kühn.Darüber hinaus gibt es im AWB-Fuhrpark auch so genannte Low-Entry-Fahrzeuge, bei denen keine Nachrüstung notwendig ist, weil der Fahrer aufgrund der bis auf den Kabinenboden hinabreichenden Glasfalttür über eine ausreichende Sicht verfügt. Als unproblematisch gelten auch die Rechtslenker, also die Seitenladerfahrzeuge und die Großkehrmaschinen.Das Bundesverkehrsministerium war durch einen Medienbericht auf die freiwillige Initiative des AWB aufmerksam geworden. Ein Mitarbeiter von Bundesminister Scheuer hatte sich daraufhin bei AWB-Chef Volker Schneider-Kühn ausführlich über die Oldenburger Aktivitäten informiert. „Dabei wurde uns angeboten, zum offiziellen Sicherheitspartner des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur ernannt zu werden“, freut sich Schneider-Kühn. Insgesamt wurden seit Juli 2018 bisher 45 Unternehmen, vorwiegend aus der Logistikbranche, vom Ministerium als Sicherheitspartner berufen.

OLD/rd

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Nach Mitteilung des Verbandes Österreichischer Entsorgungsbetriebe (VOEB) sind die Emissionswerte der österreichischen Abfallwirtschaft deutlich gesunken, nämlich von 4,3 Millionen im Jahr 1990 auf 2,9 Millionen Tonnen CO2-Äquivalent im Jahr 2017. 

Diese Verbesserung ist unter anderem auf das Deponieverbot für biogenes Material zurückzuführen, das 2004 in Kraft getreten ist und bis 2009 flächendeckend in ganz Österreich umgesetzt wurde, sowie auf umfassende technologische Erneuerungen der Abfallanlagen. Damit allein ist der Verband aber noch nicht zufrieden und fordert ein EU-weites Deponieverbot von Siedlungsabfällen, hohe Umweltstandards für die Abfallwirtschaft aller EU-Länder und eine strenge Kontrolle der Umsetzung.

Hauptgrund für diese erfreuliche Entwicklung sei der Beschluss eines österreichweiten Deponieverbots, sowie umfassende Investitionen in technologische Erneuerungen der Abfallanlagen, so der VOEB. Damit allein ist der Verband aber noch nicht zufrieden und fordert ein EU-weites Deponieverbot von Siedlungsabfällen, hohe Umweltstandards für die Abfallwirtschaft aller EU-Länder und eine strenge Kontrolle der Umsetzung.

VOEB Präsident Hans Roth: „Wir sind wirklich stolz darauf, einen wichtigen Beitrag zur Reduktion der Treibhausgase zu leisten. Die Zahlen zeigen sehr deutlich, dass ein Deponieverbot und umfassende Investitionen in umweltschonende Entsorgungsanlagen zum gewünschten Erfolg führen. Es ist höchste Zeit, dass in ganz Europa ein ähnliches Deponieverbot durchgesetzt wird.“ Nur so könnten die Klimaziele erreicht werden.

 Seit dem Jahr 1990 konnten die Treibhausgasemissionen der österreichischen Abfallwirtschaft um ein Drittel – nämlich 1,4 Millionen Tonnen CO2-Äquivalent – reduziert werden. Der biologische Abbau von Müll setzt Methan frei, welches einer der Hauptverursacher des anthropogenen Treibhauseffekts ist. Deponien gehören somit unter anderem zu den größten vom Menschen verursachten Methanquellen. „Wir sehen in der Beseitigung von Deponiegas ein erhebliches Potential für die Abfallwirtschaft. Unser gemeinsames Ziel muss sein, Deponierung nicht nur in Österreich, sondern in der ganzen EU zu verbieten“, so Roth. Für den Rückgang der Emissionswerte sei auch die verpflichtende (Vor)Behandlung von Abfällen gemäß Deponieverordnung und die Deponiegaserfassung verantwortlich.

Auf EU-Ebene gebe es also aus VOEB-Sicht Verbesserungspotential: Deswegen wurden im März erste Schritte gesetzt, indem das Europäischen Parlament gegen eine Finanzierung von Deponien gestimmt hat. Damit sollen diese gestoppt werden. Roth: „Die aktuellen Entwicklungen sind zwar begrüßenswert, reichen jedoch nicht aus, um das Problem der Emissionen grundlegend zu lösen.”

Die nachhaltige Lösung liege hier in einem klaren EU-weiten Verbot von Deponien für Siedlungsabfälle und strengeren Auflagen für die europäische Abfallwirtschaft.“ Roth fordert, dass die österreichische Abfallpolitik auf europäischer Ebene fortgesetzt wird.

Die allgemeinen Emissionswerte in Österreich sind laut Umweltbundesamt keinesfalls positiv ausgefallen. Seit 1990 haben sie sich um 4,6 Prozent klar erhöht und liegen 2017 bei 82,3 Millionen Tonnen CO2-Äquivalent im Jahr 2017 (1990: 78,7). Im Rahmen der EU-Klimaziele sollten die Emissionen jedoch jährlich gesenkt werden – 2017 war das zum ersten Mal in Österreich nicht der Fall. Während die Sektoren Gebäude (-35%), Abfallwirtschaft (-33%), und Landwirtschaft (-13%) ihre Treibhausgasemissionen reduzieren konnten, verzeichnen die Sektoren Verkehr (+72%), F-Gase (+32%) und Energie (+1) zum Teil deutlich höhere Werte als noch 1990.

Der Verband Österreichischer Entsorgungsbetriebe (VOEB) ist die freiwillige Interessensvertretung der kommerziell geführten Entsorgungsunternehmen in Österreich. Der Verband vertritt derzeit über 220 Mitgliedsunternehmen und repräsentiert somit – gemessen am Umsatz bzw. an den Beschäftigten –zwei Drittel der privaten österreichischen Entsorgungsbetriebe.

Treibhausgas-Bilanz des Umweltbundesamtes Österreich:
https://www.umweltbundesamt.at/news_190129/

DK/rd

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