Brancheninfo aktuell 19-04/2021

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150 150 Klaus Henning Glitza

Vulkaneifel: Biotonnen-Befürworter kritisieren „Gefälligkeitsgutachten“

 

Harte Kritik an dem Abschlussbericht zum Biotütenbringsystem „Modell Trier Plus“  hat die   Interessengemeinschaft (IG): „Für den Erhalt der Biotonne in der Vulkaneifel!“ geübt. Das dem Bericht zugrundeliegende Gutachten des Witzenhausen-Instituts sei „weder als wissenschaftlich noch als repräsentativ anzusehen“ und gleiche „eher einem Gefälligkeitsgutachten“.

Die IG-Sprecher Ingrid Wesseler und Stephan Müller bemängeln insbesondere die „eklatante Fehleinschätzung des Gutachters. der dem im A.R.T,-Verbandsgebiet  praktizierten Bringsystem die Gleichwertigkeit zur Biotonne als Holsystem“ bescheinigt. Elementarer Kritikpunkt ist  dabei „die fehlende und vom Gesetzgeber geforderte flächendeckende Erfassung“. Ebenso wird bemängelt, „dass das System ein Erfassungssystem für Autofahrer ist“. Der Gutachter selbst komme zu dem Ergebnis, dass 90 Prozent der Mengen mittels Pkw transportiert werden müssen. „Demnach summiert sich die Fahrleistung für den Individualverkehr auf mindestens 12 Mio. km pro Jahr für lediglich 10.000 t Biomüll“, führt die IG an.  Dieser Zustand sei in Zeiten der Klimaveränderungen und Forderung nach Mobilitätswende  inakzeptabel.

Überdies sei die „Art und Weise wie der Zweckverband das Thema der nicht vorhandenen Barrierefreiheit behandelt,  ein Affront gegen alle Menschen mit Beeinträchtigung“. Die IG: „ Es ist beschämend, wenn hier lapidar die Lösung in der Reduzierung der Einfüllöffnung von 1,37 m auf 1,23 m um 14 cm am Container gesehen wird“.

Zudem stellt die Interessengemeinschaft die „selbstdiagnostizierte gute Qualität des Bioabfalls mit einem Fremdstoffanteil von lediglich 2,6 Prozent“ infrage. Der tatsächliche Anteil liege nach IG-Recherchen „deutlich höher“. Das System gebe „nachweislich aufgrund der Anonymität massive Anreize für widerrechtliche Nutzungen und illegale Ablagerungen“.

Kritisiert wird auch, dass ein „objektiver Vergleich mit dem System ‚Biotonne‘, wie zum Beispiel mit den 30 Gebietskörperschaften in Rheinland-Pfalz, die mit großem Erfolg dieses System ihren Bürgern teils seit Jahrzehnten anbieten“  überhaupt nicht stattfinde. „Aspekte wie Bürgerfreundlichkeit, Komfort bei der Abholung und die tatsächliche Leistungsfähigkeit finden keinerlei Beachtung“, so die IG.  Wirtschaftliche Kriterien, wie die Finanzierung des Systems durch die Gemeinden, die kostenfrei Standplätze zur Verfügung stellen sollen, oder die Transportfahrten der Verbraucher mit dem PKW, würden „großzügig ignoriert“. Stattdessen werde ein „Erfolgsmodell“ propagiert, „was jedoch in allen Belangen versagt hat“.

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