Brancheninfo aktuell 17-12/2020

Brancheninfo aktuell 17-12/2020

Brancheninfo aktuell 17-12/2020 150 150 Klaus Henning Glitza

Kurznachrichten

 

Zweimal hatte es in kurzen Abständen auf dem Gelände des REMONDIS-Lippewerkes in Lünen gebrannt. Den Anwohnern fuhr deshalb ein gehöriger Schreck in die Knochen, als die App NINA  am vergangenen Donnerstag erneut vor giftigen Rauchgasen warnte, die von Lippholthausen in Richtung Lüner Norden ziehen würden.  Glücklicherweise handelte es sich diesmal um einen Fehlalarm.

„Ein Déjà-vu der unschönen Sorte“, schreiben dazu die Ruhr-Nachrichten. Denn exakt diese Warnmeldung war auch am 18. und am 23. November ausgegeben worden, als es wirklich brannte. Wie bereits berichtet, waren an diesen Tagen Elektroschrott beziehungsweise Kunststoffgranulat in Flammen aufgegangen und hatten massive Feuerwehreinsätze nach sich gezogen.

Die sonst zuverlässig funktionierende Notfall-Informations- und Nachrichten-App des Bundes, kurz NINA, wird vom  Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe  betrieben.

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„Invisible Waste: Abfälle, die wir nicht sehen – schau genau hin!“. Unter diesem Motto wurde die Europäische Woche der Abfallvermeidung 2020 zum Erfolg – trotz coronabedingter Einschränkungen.

Das Interesse an Abfallvermeidung ist ungebrochen hoch, resümiert  der Verband kommunaler Unternehmen (VKU), der die zu Ende gegangene  Aktionswoche koordinierte. Europaweit fanden über 10.600 Veranstaltungen rund um das Leitthema statt, sehr viele davon online. Allein in Deutschland waren es mehr als 1.000 Aktionen.

Der VKU hatte zum Start der Woche eine Auftaktveranstaltung veranstaltet, an der Bundesumweltministerin Svenja Schulze, der Präsident des Umweltbundesamtes Dirk Messner sowie VKU-Hauptgeschäftsführer Ingbert Liebing teilgenommen haben.

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Klimaschutz jawoll, sagen sich viele Zeitgenossen und düsen danach mit dem Benziner oder Diesel durch die Gegend. Nicht so die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Buhck  Gruppe.

Etliche der etwa 100 Beschäftigten ließen sechs Monate lang ihre Kraftfahrzeuge stehen und legten den bis zu 47 Kilometer langen Weg zur Arbeit mit Fahrrädern  zurück. Das war mehr als eine symbolische Aktion. Denn eingespart wurden in dieser Zeit 2.000 Kilogramm CO2eq. Auf das Jahr und alle Mitarbeiter hochgerechnet entspricht  das rund einem Viertel der jährlich ausgestoßenen CO2-Emissionen am Standort Wiershop.

„Buhck-Klimaretter-Challenge“ hieß die freiwillige Klimaschutz-Aktion. Die Arbeitswege der Mitarbeiter konnten mit von der Firma zur Verfügung gestellten E-Bikes oder dem eigenen Fahrrad zurückgelegt werden. Insgesamt wurden während der Aktion über 12.000 Kilometer und damit eine Strecke von Wiershop nach Timbuktu mit dem Fahrrad zurückgelegt. Positiver Nebeneffekt: Dabei wurden über 200.000 Kalorien verbraucht.

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Wie der Weser-Kurier berichtet, hat die Bremer Stadtreinigung  für den Bereich Bremen-Nord zwei neue Großkehrmaschinen angeschafft.

Die Fahrzeuge  (Kehraufbau Faun Viajet 6 R/H auf MAN-Fahrgestell) sind mit einem Umluftsystem ausgestattet, das die Abluft auf etwa 30 Prozent reduziert und zu einer geringeren Geräuschentwicklung führt. Kosten pro Kehrmaschine; zirka 210.000 Euro.

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Bei der Abfallentsorgung Kreis Kassel ist ein Batteriespeicher als Ersatz des bisherigen Dieselaggregats zur Notstromversorgung in Betrieb genommen worden.

Die Anlage, Kapazität 445 Kilowattstunden (kWh), ersetzt das bisher zur Notstromversorgung eingesetzte Dieselaggregat und kann zudem den Solarstrom, den die Abfallentsorgung mit einer eigenen Dach- und Freiflächenanlage produziert, speichern. Projektiert hat den modular erweiterbaren Speicher die Wiesbadener ABO Wind AG.

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Eine Million Euro- was könnte man damit alles machen. Stattdessen fließt diese siebenstellige Summe in die Entsorgung illegal abgeladener Abfälle- allein auf den öffentlichen Parkplätzen der Stadt Aachen. Flächen, die oftmals Müllhalden ähnlicher sind als ihrer eigentlichen Bestimmung.

Einer der Hotspots sei der Parkplatz an der Hermann-Löns-Allee, berichtet der WDR. „Ob demolierte Stoßstange oder kaputter Fernseher – hier wird fast alles an Müll abgeladen“, zitiert der öffentlich-rechtliche Sender einen Sprecher der Stadt Aachen. Darunter auch sechs Tonnen Grünschnitt, obwohl in  direkter Nähe ein Grünschnittcontainer steht.

Teuer werde es, wenn dermaßen große Müllmengen anfallen, dass der Stadtbetrieb Privatfirmen zur Unterstützung anfordern muss. Und das ist oft genug der Fall, denn täglich (!) fällt eine Tonne Müll auf Aachens Parkplätzen an.

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Außerplanmäßige Maßnahmen gegen vermehrten Müll in Rostock.

Die örtliche Stadtentsorgung (SR) wurde beauftragt, zusätzlich zu den bereits vorhandenen sieben Abfallbehältern weitere fünf Behälter mit einem Fassungsvermögen von 240 Litern aufzustellen und diese fünfmal wöchentlich zu leeren. Außerdem wird an den Wochenenden ein Handreiniger dafür sorgen, dass Verunreinigungen schnell entfernt und verstopfte Einwurf-Öffnungen von Papierkörben frei gemacht werden.

Das Problem:  Viele in Corona-Zeiten typischen Einwegverpackungen sind für die Papierkörbe zu groß und müssten zusammengepresst oder gefaltet werden, damit sie hineinpassen. Das geschieht aber oftmals nicht. Dabei werden dann die Einwurf-Öffnungen der Papierkörbe verstopft, obwohl die Behälter noch nicht ausgelastet sind. Die Öffnungen sind aber absichtlich klein gehalten, damit Tiere die Abfälle nicht herauszupfen.

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Zusammenstellung: nic/khg

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