Brancheninfo aktuell 17-12/2019

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150 150 Klaus Henning Glitza

Veolia Deutschland und LEAG planen gemeinsam Anlage in Jänschwalde/Brandenburg

 

Veolia Deutschland will gemeinsam mit der LEAG, dem größten Energieunternehmen Ostdeutschlands, in eine Anlage für die energetische Verwertung von Ersatzbrennstoffen (EBS) in Jänschwalde (Landkreis Spree-Neiße, Brandenburg)  investieren.

Die Gründung einer gemeinsamen Projektgesellschaft soll vorbehaltlich der kartellrechtlichen Genehmigung bis März 2020 erfolgen. Beide Partner werden zu je 50 Prozent beteiligt sein.

Mit dem Neubau im bestehenden Industriegebiet Kraftwerk Jänschwalde werden nach Veolia-Angaben „dringend erforderliche Kapazitäten für die thermische Behandlung nicht recycelbarer, als EBS aufbereiteter Abfälle geschaffen“. Die dabei freiwerdende Wärmeenergie könne als Fernwärme, Prozessdampf und zur Stromerzeugung genutzt werden. Mit dieser energetischen Nutzung werden fossile Brennstoffe ersetzt.

Die Genehmigung soll Anfang 2020 beantragt werden, der Baustart werde dann voraussichtlich 2021 erfolgen. Es wird mit einer Bauzeit von zirka drei Jahren gerechnet. Die Gründung einer gemeinsamen Projektgesellschaft soll vorbehaltlich der kartellrechtlichen Genehmigung bis März 2020 erfolgen. Beide Partner werden zu je 50 Prozent beteiligt sein.

Veolia: Partner ergänzen sich

„Veolia mit seinen umfassenden Kompetenzen im Aufbereitungsmanagement und die LEAG mit ihrem energiewirtschaftlichen Know-how ergänzen sich dabei hervorragend als Partner”, sagt Matthias Harms, Vorsitzender der Geschäftsführung von Veolia Deutschland. Hubertus Altmann, Vorstand im Ressort Kraftwerke der LEAG, ergänzt: „Wir sehen mit einem solchen Investitionsprojekt die Möglichkeit, ein Initial zu setzen für den langfristigen Erhalt und die Entwicklung des Energie- und Industriestandortes Jänschwalde.”

50 neue Arbeitsplätze

Die kurz EAVA genannte energetische Verwertungsanlage werde unter anderem mit rund 50 neuen Arbeitsplätze einen weiteren Beitrag zur Strukturentwicklung in der Region schaffen, heißt es in der Veolia-Mitteilung.  Geplant werde sie nach neuesten Effizienz- und Umweltstandards.

Wie Veolia des Weiteren mitteilt, entstand die Idee des gemeinsamen Projekts aus der langjährigen Zusammenarbeit der Partner im Bereich Mitverbrennung. Als EBS-Marktführer in Deutschland stelle Veolia mit dem Joint Venture den langfristigen Zugang zu Verwertungskapazitäten sicher. Der Umweltdienstleister versteht die Partnerschaft nach Eigenangaben als Chance und Beitrag zur Energiewende in Deutschland.

Die LEAG erweitere mit der EVA Jänschwalde ihre Aktivitäten im Bereich der thermischen Abfallverwertung über die Mitverbrennung in Braunkohlekraftwerken hinaus. Das Lausitzer Energieunternehmen werde die Aufgaben des Betriebs und der Instandhaltung sowie der Energieversorgung übernehmen. So solle beispielsweise Fernwärme aus der EVA künftig in die Lieferverträge der LEAG mit den Städten Cottbus und Peitz integriert werden. Gemeinsam bieten Veolia und LEAG mit dem Projekt eine auch in Zukunft sichere und effiziente Verwertungsmöglichkeit für regional anfallende Abfälle.

Zu den Unternehmen:

Die transnationale Veolia Gruppe mit Hauptsitz in Paris ist mit über 171 000 Beschäftigten auf allen fünf Kontinenten präsent. Mit ihren drei Tätigkeitsfeldern Wasser-, Abfall- und Energiemanagement sorgt sie für einen verbesserten Zugang zu Ressourcen, ihren Schutz und ihre Erneuerung. 2018 stellte die Veolia-Gruppe nach eigenen Angaben weltweit die Trinkwasserversorgung von 95 Millionen Menschen und die Abwasserentsorgung für 63 Millionen Menschen sicher, erzeugte fast 56 Millionen MWh Energie und verwertete 49 Millionen Tonnen Abfälle. Der konsolidierte Jahresumsatz von Veolia Environnement (Paris Euronext: VIE) betrug 2018 25,91 Milliarden Euro.

In Deutschland arbeiten bei Veolia und seinen Beteiligungsgesellschaften etwa 12.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an rund 300 Standorten. In seinen drei Geschäftsbereichen erwirtschaftete Veolia in Deutschland 2018 einen Jahresumsatz von 1,86 Milliarden Euro.

Die Lausitz Energie Bergbau AG und die Lausitz Energie Kraftwerke AG bilden unter der Dachmarke LEAG das größte Energieunternehmen im Osten Deutschlands. Mit rund 8.000 Megawatt installierter Kraftwerksleistung betreibt die LEAG heimischen Braunkohlebergbau und rekultiviert im Anschluss die Abbaugebiete zu nachhaltig nutzbaren Landschaften für Land- und Forstwirtschaft, Naturschutz, Freizeit und Erholung. Darüber hinaus wird unter anderem in den Bereichen Erneuerbare Energien, Speichertechnologien und innovative Energiedienstleistungen das Geschäftsfeld ausgebaut.

SK/rd

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