Brancheninfo aktuell 15-06/2020

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Brancheninfo aktuell 15-06/2020 150 150 Klaus Henning Glitza

Brand bei Uriel in Diez gelöscht- aber immer noch wird mit vereinzelten Glutnestern gerechnet

 

 

Flammendes Inferno in Diez bei Limburg: Blick auf den Brandort. Foto; Oliver Schäffer / VG Diez

 

Der Brand ist gelöscht, es sind nur noch vereinzelt kleine Glutnester vorhanden“. Dies teilte Markus Masur von Verwaltungsgemeinschaft Diez zum verheerenden Großbrand auf dem Betriebsgelände der Uriel Papierrohstoffe GmbH in Diez bei Limburg (Rheinland-Pfalz) mit.  Nach seinen Angaben ist auch am heutigen Montag eine Brandsicherheitswache in der Stärke einer Einsatzstaffel von sechs Mann am Einsatzort verblieben. Wie berichtet, war am vergangenen Mittwoch eine der insgesamt vier Hallen des Recyclingunternehmens ein Raub der Flammen geworden. Der voraussichtliche Sachschaden: viereinhalb Millionen Euro.

Trotz aller geradezu übermenschlichen Anstrengungen von zeitweise bis zu 650 Feuerwehrleuten ist auch die Produktionsstätte des benachbarten Kunststoffverarbeiters Entwicklungsgesellschaft für Verbundmaterial Diez mbH (EVD) zumindest leicht in Mitleidenschaft gezogen worden. Das Unternehmen stellt spritzgegossene und gepresste Hülsenstopfen und Kantenschutz­winkel als Transportsicherung unter anderem für schwedische Papierfabriken her.

Die eingesetzten Feuerwehrleute leisteten ganze Arbeit. Drei der vier Hallen, das Verwaltungsgebäude und der komplette Fuhrpark konnten gerettet werden. Bei den Löscharbeiten herrschten zum Teil so extreme Temperaturen, dass Stahl schmolz.

Wie die Kreisverwaltung Rhein-Lahn mitteilte, stellte eine größere Dachkonstruktion die Einsatzkräfte vor eine große Herausforderung. Unter dem Dach loderten immer wieder Glutnester auf.  Dieser Bereich ist zwar unter Kontrolle, jedoch muss diese Konstruktion entfernt werden, um das erneute Aufflammen zu verhindern. Eine Spezialfirma ist gegenwärtig mit den Abrissarbeiten beschäftigt, die noch einige Tage in Anspruch nehmen werden.

Das Ausmaß der Schadens wird in dieser Darstellung deutlich. Die rötlich markierte Fläche des Uriel-Betriebsgeländes ist vom Brand betroffen. Foto: Joshua Knierim/ ProConsult GmbH

Landrat Frank Puchler und die Diezer Bürgermeisterin Annette Wick informierten sich vor Ort. “Wir hoffen, dass das Privatunternehmen nach diesem Brand noch Perspektiven hat”, zitiert „Echo“ den Kreisverwaltungschef. “Wir gingen von einem kleinen Brand aus. Als wir das Feuer dann sahen, waren wir geschockt“, kommt die Bürgermeisterin im „Echo“ zu Wort. Beide lobten den Einsatz der Feuerwehren sowie auch des DRK, der Malteser und des THW.

Das geschädigte Unternehmen führt derweil den Betrieb so gut wie möglich weiter. Schwerpunkt ist die Weiterführung der Dienstleistungen für die Stammkunden. Bereits am Donnerstag hat der Fuhrpark wieder seine Arbeit aufgenommen.

Die Brandursachenermittlung dauert an.  Bislang steht nur fest, dass das Schadensfeuer in einer Sammelbox für gemischte Gewerbeabfälle seinen Ursprung hatte. Die Abwicklung des Schadensfalls ist bereits eingeleitet worden. Zehn Minuten nach der Brandmeldung war das Versicherungsmaklerunternehmen ProConsult GmbH vor Ort und hat unverzüglich erste Maßnahmen ergriffen.

Die meisten der weitreichenden Verkehrssperrungen im Stadtgebiet Limburg wurden bereits am Sonnabend teilweise aufgehoben werden, da die zur Brandbekämpfung benötigte Versorgungsleitung von der Lahn bis zur Brandstelle durch die Feuerwehrkräfte zurückgebaut werden konnte. Am heutigen Montag soll auch die Industriestraße, an der das betroffene Unternehmen seinen Sitz hat, wieder freigegeben werden.

In Teile lokaler Berichterstattungen und die nimmermüde Gerüchteküche hatten sich auch Fake-News eingeschlichen. So war die Rede davon, dass nahegelegene Märkte (Toom und Lidl) gleichfalls Feuer gefangen hätten. Auch wurde verbreitet, dass die betroffene Halle beim Eintreffen der Feuerwehr bereits im Vollbrand gestanden hätte. Beides entbehrt jeder Grundlage.

khg

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