Brancheninfo aktuell 16-06/2020

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Brancheninfo aktuell 16-06/2020 150 150 Klaus Henning Glitza

Teamwork für Nachhaltigkeit / Müllbilanz Berlin / Unfall / Lebende Kater “entsorgt” / Sammelcontainer angesteckt / Klimaschutzkonzepte präsentiert

 

Blick in den Arbeitsalltag eines Lackierbetriebes: Die mit Klebeband befestigte Spezialfolie deckt die Frontscheibe eines Pkw ab. Foto: Suez/Horn & Bauer

Nachhaltigkeit stellt für Unternehmen heutzutage keinen Trend dar, der eines Tages vorübergeht, sondern eine notwendige Voraussetzung, um zukunftsfähig zu bleiben. Doch die Umstellung auf kreislauffähige Lösungen ist zum Teil komplex und erfordert Unterstützung“. Diese Erkenntnis hat Horn & Bauer GmbH & Co. KG nach Eigenangaben bewogen, zusammen mit dem Umweltdienstleister SUEZ Deutschland das Recycling für seine Lackierfolien global voranzutreiben.

In Karosserie- und Lackierbetrieben sowie in der gesamten Automobilindustrie sind Spezialfolien erforderlich, um Teile der Fahrzeuge abzudecken, fachmännischer Ausdruck zu maskieren. Genau diesem Zweck Dazu dienen die Produkte der Horn & Bauer GmbH & Co. KG, einem traditionsreichen Familienunternehmen, das seit fast 100 Jahren führender Spezialist für die Herstellung und Veredlung von Kunststofffolien für funktionelle Schutz- und Verpackungslösungen ist.

Bislang wurde die benutzten Folien zusammen mit anderen Abfällen vor allem energetisch verwertet, sprich von den Entsorgern in die Verbrennung gebracht. Denn die unvermeidbar auftretenden Lack- und Klebebandreste sind nicht recycelbar und können das Recycling der Folien stören oder sogar verhindern.

In einigen Lackierereien gelangt so täglich eine ganze Rolle Lackierfolie in die Verbrennung, obwohl ein Großteil der Folie recycelt werden könnte. Dass dies in Bezug auf die wirtschaftliche und ökologische Nachhaltigkeit optimierungsfähig ist, erkannte der Umweltdienstleister SUEZ Deutschland, mit dem das Unternehmen jetzt zusammenarbeitet. Denn bei der Produktion der Lackierfolien für Fahrzeuge pro Jahr hunderttausende Tonnen Granulat verarbeitet, in denen eine große Menge natürlicher Ressourcen steckt. Das soll nun anderes werden. Ein erster Schritt wurde bereits gemacht; die Folien werden in sogenannten Reststoffsäcken separat gesammelt.

Mit dem Ziel, die Folien nahezu vollständig zu recyclen, untersucht SUEZ.rechain® unterschiedliche Lösungsansätze, um die Kunststofffolien im Kreislauf zu führen. „Wir prüfen zum Beispiel, ob wir am Produktdesign ansetzen können, um das Zusammenspiel von Klebeband und Folie zu optimieren, oder, ob die Folienteile mit Anhaftungen separiert werden können. Wir werden aber auch alternative Sortiermöglichkeiten und Verwertungswege prüfen. Von der Erstanwendung über die Abholung bis zum Recycling müssen alle Schritte transparent und datenbasiert nachvollziehbar sein, um Nachhaltigkeitserfolge zu erzielen“, erklärt Olaf Postel, Head of SUEZ.rechain®.

„Unser Ziel ist es, eine deutschlandweite Rücknahme der Folien in den Werkstätten der Kunden zu etablieren. Darüber hinaus streben wir eine stoffliche Verwertung bis hin zur Bereitstellung des wiedergewonnenen Granulats an“, so Postel. Davon profitiere schließlich auch der Folienanwender. Für die Werkstätten müsse der Prozess so einfach wie möglich gestaltet werden. Es dürfe auf keinen Fall ein Mehraufwand entstehen.

Deshalb melden die Betriebe zum Beispiel die Abholung der Folien bequem über ein Onlineportal an. Im vergangenen Jahr ist Horn & Bauer bereits einen großen Schritt in Richtung Nachhaltigkeit gegangen. Seitdem bezieht das Unternehmen die meisten Rohstoffe überwiegend aus Europa und verarbeitet diese in deren drei Produktionsstandorten in Deutschland. Jetzt folgt der nächste Schritt.

„Das Expertenteam von SUEZ.rechain® wird die Prozesse im Detail analysieren und gemeinsam mit uns an einer Lösung arbeiten, um die Lackierfolien in einem geschlossenen Kreislauf recyclingfähig zu machen und so wertvolle Ressourcen zu schonen“, kündigt Karsten Grötecke, Director Sales Automotive Aftermarket von Horn & Bauer, an. Begonnen wird bundesweit in Deutschland. Perspektivisch soll das System aber auch international ausgebaut werden. „Wir sind auf das Ergebnis gespannt und freuen uns schon auf das Feedback unserer Kunden“, so Grötecke.

LoM/rd

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Im Spandauer Heizkraftwerk Ruhleben, in dem rund die Hälfte des Berliner Hausmülls landet, wurden nach Angaben der Berliner Stadtreinigung (BSR) 567. 000 Tonnen Müll verfeuert- rund 15 000 Tonnen weniger als im Vorjahr

Dies berichtet berlin.de. Immissionsschutzrechtlich vorgesehen seien aber nur 520 000. Erst Ende vergangenen Jahres habe die die Umweltverwaltung nach anfänglichem Widerstand eingewilligt, die genehmigte Kapazität auf 580 000 Tonnen zu erhöhen so berlin.de. Beim Schadstoffausstoß seien aber die Grenzwerte zuverlässig und sicher eingehalten worden.

Be/rd

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Zu einem Verkehrsunfall, an dem auch ein Abfallentsorgungsfahrzeug beteiligt war, ist es am vergangenen Freitag gegen 16.15 Uhr in Löhne gekommen.

Ein 40-Jähriger aus Bad Oeynhausen war nach Angaben der Kreispolizeibehörde Herford an einer Einmündung mit seinem Pkw nach links abgebogen, ohne anzuhalten und auf den Gegenverkehr zu achten. Dabei kam es zum Zusammenstoß mit dem Müllfahrzeug. Durch die Wucht des Aufpralles wurde der Pkw in einen weiteren, im Einmündungsbereich wartenden PKW einer 57-jährigen Frau aus Hüllhorst, geschoben. Der 40-Jährige wurde bei dem Zusammenstoß schwer verletzt und mit einem Rettungswagen in ein Krankenhaus gebracht. An den beteiligten Fahrzeugen entstand mittlerer Sachschaden.

ge

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In der vergangenen Sonntagnacht bemerkte eine Anwohnerin beim Blick aus ihrem Fenster in Saalfeld-Gorndorf (Thüringen) offene Flammen und Feuer am nahen Containerstellplatz.

Ein Altkleidercontainer und daneben liegender Müll standen in Vollbrand.  Die alarmierte Feuerwehr stellte fest, dass das Feuer zweifelsfrei nicht durch Selbstentzündung entstanden sein konnte. Es entstand hoher, jedoch bislang nicht eindeutig bezifferbarer Sachschaden.

khg mit Material der Landespolizeiinspektion Saalfeld

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Dass sich derzeit eine Menge nicht-textiler Abfälle neben den Altkleidercontainern findet, ist ein betrüblicher Zustand. Dennoch gibt es Ereignisse, die alles Dagewesene noch toppen.

So geschehen im südlich von Wien liegenden Ort Maria- Lanzendorf. Eine Frau fand neben einem Altkleider-Sammelbehälter zwei lebende kleine Bengal-Kater, die dort in einer Transportbox „entsorgt“ worden waren. Sichtlich betroffene Mitglieder des Wiener Tierschutzverein kümmerten sich liebevoll um die ausgesetzten Tiere.

khg

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Innovationen der Kreislaufwirtschaft präsentiert der zur ALBA Group gehörende Umweltdienstleister Interseroh in seinem soeben veröffentlichten Nachhaltigkeitsmagazin. Das jährlich erscheinende journalistisch aufbereitete Magazin stellt nach Interseroh-Angaben auf 38 Seiten Beispiele zu gelungenen Klimaschutzkonzepten, recyclingfreundlicher Verpackungsoptimierung und digitalen Lösungen für mehr Nachhaltigkeit und bedachteren Konsum vor.

So wird beispielsweise über die Erfolge im Bereich Verpackungsoptimierung berichtet, teilt ALBA-Pressesprecherin Susanne Jagenburg mit. Mit dem eigens entwickelten Tool „Check for Recycling“ unterstütze der Umweltdienstleister einen der größten Discounter Deutschlands, die Recyclingfähigkeit seiner Verpackungen zu maximieren. Als weitere Beispiele für nachhaltigen Ressourcenschutz werde angeführt., wie aus dem Recyclingkunststoff Procyclen ein neuer Designerstuhl entstanden ist und wie der Online-Shop „STAY AWHILE“ mit der Vermietung von Kleidung das zunehmende Bedürfnis in der Bevölkerung nach nachhaltigem Konsum unterstützt.

„Das neue Nachhaltigkeitsmagazin zeigt, wie vielfältig die Möglichkeiten einer digitalen Welt für mehr Klima- und Ressourcenschutz genutzt werden können“, so das Statement von Markus Müller-Drexel, Geschäftsführer der INTERSEROH Dienstleistungs GmbH. „Der Klimaschutz ist nicht nur zum großen Thema der Politik geworden, sondern ist mittlerweile Motivator einer Vielzahl von Entscheidungen in der gesamten Wertschöpfungskette. Unsere Aufgabe bei Interseroh ist es, unsere Kunden in diesem Prozess zu begleiten und ich freue mich, im jährlichen Nachhaltigkeitsmagazin die Erfolge dieser Arbeit hervorheben zu können.“

Ein weiteres Highlight der diesjährigen Ausgabe des Nachhaltigkeitsmagazins von Interseroh ist ein Gespräch zwischen dem Nachhaltigkeitsexperten Prof. Dr. Günther Bachmann und Markus Müller-Drexel über die Bedeutung von Klimaschutzanstrengungen in der Kreislaufwirtschaft. Bachmann leitete von 2001 bis März 2020 die Geschäftsstelle des Rates für Nachhaltige Entwicklung und beriet in dieser Funktion fast 20 Jahre lang die Bundesregierung. Im Dialog mit Müller-Drexel appelliert Bachmann unter anderem für verbesserte Strukturen zur Rückführung von Rohstoffen in den Kreislauf. Das gesamte Gespräch gibt es auch als Podcast-Folge kostenlos unter www.interseroh.de/podcastzu hören.

Im Jahr 2018 formulierte Interseroh nach Eigenangaben die aktuelle Nachhaltigkeitsstrategie, die sich an den 17 Zielen der Vereinten Nationen (Sustainable Development Goals – SDGs) orientiert. Das aktuelle Magazin ist abrufbar unter www.interseroh.de/nachhaltigkeit.

SJ

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