Brancheninfo aktuell 15-09/2020

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150 150 Klaus Henning Glitza

 Posse von Bad Dürkheim: Der stinkende Biomüll und die skurrilen Sprüche

 

Biomüll stinkt. Gerade bei den zurückliegenden fast schon tropischen Temperaturen. Da ist es schon gravierend, wenn die Abfälle aus Küchen und Gärten einfach „übersehen“ werden. Und es zu allem Überfluss im Nachgang skurrile Sprüche hagelt.

Dem Ehepaar Manuela und Rainer Sieber aus Ungstein, einem Stadtteil von Bad Dürkheim im gleichnamigen Landkreis, ist – genau dies passiert. Wie offenbar anderen Bewohnern auch. Die Biomülltonne wurde ordnungsgemäß am Abfuhrtag herausgestellt. Direkt am Bordstein, mit der Griffleiste zur Straße, um den Müllwerkern die Arbeit zu erleichtern. Geleert wurde sie dennoch nicht.

Als das Ehepaar dieses Versäumnis dem zuständigen Entsorger REMONDIS telefonisch meldete, wurde es richtig skurril.  Die Worte „Wir können niemanden schicken, wir haben kein Personal“ hätten die Siebers ja vielleicht noch, wenn auch zähneknirschend, verstehen können. Aber dann folgte ein „toller Tipp“ der ganz besonderen Art. Der nach der Nicht-Leerung anfallende Biomüll möge in einem Karton gesammelt werden.  Sie, die REMONDIS-Dame, werde dann vermerken, dass der Karton außerplanmäßig bei der nächsten Tour mitgenommen werde. Rainer Sieber fühlte sich wie im falschen Film. Er wolle doch keine Maden züchten, war seine entrüstete Reaktion.

Doch „gute Tipps“ geben, darauf verstehen sich offenbar auch die Abfallwirtschaftsbetriebe (AWB) des Landkreises Bad Dürkheim. Als Rainer Sieber zusätzlich auch dort anrief, schlug ihm die kommunale „Telefonfee“ vor, er solle die biogenen Abfälle in die schwarze Restmülltonne befördern. Ein klarer Verstoß gegen das Kreislaufwirtschaftsgesetz, das die getrennte Erfassung und Verwertung von Bioabfällen vorschreibt. Und das von öffentlich-rechtlicher Seite. „Entweder wir trennen unseren Müll oder wir lassen es bleiben“, machte der abermals konsternierte Rainer Sieber seine begrüßenswerte Haltung deutlich. Übrigens hat sich der Geschäftsführer der AWB inzwischen von diesen Aussagen seiner Mitarbeiterin distanziert.

Dummer Zufall oder nicht.  Als Rainer Sieber kürzlich Haus und Grundstück verlassen wollte, ließ sich die Pforte nicht mehr öffnen. „Mein Mann war regelrecht eingeschlossen“, berichtete Manuela Sieber. Der kühle Grund: die Restmülltonne war so unter die Klinke geschoben, dass sie regelrecht verkantet war. Zum Glück ist die Pforte Teil eines Doppeltors, so dass Rainer Sieber sein Grundstück durch den zweiten Zugang verlassen konnte.

So kam zu zwei negativen Erlebnissen des Ehepaars nicht noch ein drittes dazu. Immerhin…

P.S.: Peinlich scheint der Vorfall auch dem zuständigen Entsorger zu sein. Gegenüber der Tageszeitung RHEINPFALZ, die als erstes Medium über diesen Fall berichtete, hat REMONDIS bis dato keinen Kommentar abgegeben.

khg

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Basis dieses EM-Beitrages ist ein Artikel in der RHEINPFALZ mit der Überschrift „Ich will keine Maden züchten“ und ein Gespräch mit Manuela Sieber.

 

 

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