Brancheninfo aktuell 14-09/2020

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150 150 Klaus Henning Glitza

 Kommunale Unternehmen schließen Kooperation mit der KSR Klärschlammrecycling GmbH

 

Eine langfristige, länderübergreifende  Kooperation zur Klärschlamm-Monoverbrennung werden am Donnerstag, 10. September 2020,  die Leipziger Wasserwerke und die Hallesche Wasser und Stadtwirtschaft GmbH mit der KSR Klärschlammrecycling GmbH (KSR) im Chemiepark Bitterfeld-Wolfen abschließen.

In der noch im Bau befindlichen Klärschlamm-Verwertungsanlage in Bittergeld-Wolfen, auf die sich die Kooperation bezieht, sollen künftig jährlich ungefähr 260.000 Tonnen entwässerte Klärschlämme aus kommunalen Kläranlagen des mitteldeutschen Raums verwertet werden.

Nach der neuen Klärschlammverordnung dürfen Klärschlämme bekanntermaßen nicht mehr wie früher als Dünger auf landwirtschaftlich genutzten Flächen eingesetzt werden. Klärschlämme weisen zwar einen hohen Stickstoff- und Phosphorgehalts auf, enthalten aber auch viele bedenkliche Schadstoffe, zum Beispiel Medikamentenrückstände. Bei der Verbrennung werden die Schadstoffe neutralisiert, während die nutzbaren Rohstoffe erhalten bleiben. Phosphor ist, da in Deutschland nicht vorkommend und aus tendenziell unsicheren Herkunftsländern stammend, als „kritischer Rohstoff“ klassifiziert.

Wie Dr. Susanna Zapreva, Vorstandsvorsitzende der enercity AG, am 2. Oktober 2019 bei der Grundsteinlegung betonte, werde „mit dem Neubau einer der größten Klärschlammverbrennungsanlagen in Deutschland (…) ein deutliches Zeichen für mehr Ressourcenschonung und Nachhaltigkeit“ gesetzt. „Mit der thermischen Verwertung des Klärschlamms beseitigen wir Schadstoffe, so dass diese keinen Einzug in den Naturhaushalt finden können.“ Der Vorstandsvorsitzende der Gelsenwasser AG, Hennig R. Deters unterstrich: „Mit diesem Projekt leisten wir einen Beitrag zum Boden- und Grundwasserschutz sowie zur ressourcenschonenden Phosphorrückgewinnung.“

Am Betreiber der Klärschlammverwertungsanlage PD energy GmbH sind zu je 50 Prozent die Danpower GmbH – ein Unternehmen der enercity AG Hannover – und die Chemiepark Bitterfeld-Wolfen GmbH – ein Unternehmen der Gelsenwasser-Gruppe – beteiligt.

Nach Angaben der KSR Klärschlammrecycling GmbH (KSR, 100-prozentige Tochter der PD energy GmbH baut) werden sich die Investitionskosten für diese Anlage sich auf zirka 80 Millionen Euro belaufen. Es werden 15 neue Arbeitsplätze geschaffen.

Zur Funktionsweise der künftigen Anlage erläutert die KSR: „Die angelieferten Klärschlämme werden in einem Mischbunker zwischengelagert und über verschiedene Fördersysteme zwei großen Scheibentrocknern zugeführt. Über den selbsterzeugten Dampf wird der Klärschlamm auf zirka 40 Prozent Wassergehalt getrocknet und dem Wirbelschichtofen zur Verbrennung zugeführt. Der erzeugte Dampf aus dem Kessel wird auf eine Dampfturbine geleitet. Abzüglich des Eigenbedarfs wird der dadurch erzeugte Strom in das öffentliche Netz gespeist.“

Die neue Anlage entsteht nach KSR-Angaben direkt neben der seit über zehn Jahren in Betrieb befindlichen Thermischen Restabfallbehandlungsanlage.

An der Kooperationsunterzeichnung nehmen teil:

 –          Dr. Michael Polk, Geschäftsführer KSR Klärschlammrecycling Bitterfeld-Wolfen GmbH

–          Dr. Hartmut Liebisch, Geschäftsführer KSR Klärschlammrecycling Bitterfeld-Wolfen                        GmbH

–          Jörg Schulze, Geschäftsführer der Halleschen Wasser und Stadtwirtschaft GmbH

–          Dr. Ulrich Meyer Technischer Geschäftsführer der Kommunalen                                                            Wasserwerke Leipzig (KWL)

 –          Iris Rudolph, Pressesprecherin Stadtwerke Halle GmbH

IR/rd

 

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