Brancheninfo aktuell 13-02/2019

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Brancheninfo aktuell 13-02/2019 150 150 Klaus Henning Glitza

Verdreckte Müllcontainer sind in Düsseldorf zum Politikum geworden

 

Überfüllte und verdreckte Müllcontainer- das sei nicht nur vielen Bürgern ein Ärgernis, sondern sei in den vergangenen Wochen nach massiven Vorwürfen  von Düsseldorfs Oberbürgermeister Thomas Geisel (SPD) gegen das REMONDIS-Beteiligungsunternehmen AWISTA zu einem Politikum geworden, schreibt die Rheinische Post, Es gehe um  Verträge, Profite und die Stadtsauberkeit – Problemfelder, zu denen die Awista schweige. „Konflikt um Entsorgungsunternehmen in Düsseldorf: Das Schweigen der Awista“ lautet die Überschrift eines Artikels, den Laura Ihme verfasst hat.

 (…) Volle Papiercontainer sind für offenbar gar nicht so wenige Menschen eine Einladung, ihren Müll (und zwar in den meisten Fällen nicht nur Papier) dazu zu werfen. (…) Wer muss es weg machen und wann? Das Wer ist leicht geklärt: die Awista. (…) Nach Informationen unserer Redaktion sieht der Vertrag zwischen Stadt und Awista vor, dass wilde Müllkippen an Containerstandorten spätestens einen Tag nach Bekanntwerden beseitigt werden müssen, beziehungsweise am nächsten Werktag, wenn der Dreck etwa am Wochenende gemeldet wird. Tut die Awista dies nicht, erfüllt sie ihren Vertrag nicht – und der Vorwurf von OB Geisel, die Awista komme ihrem Auftrag nicht nach, ist damit gerechtfertigt.  (…)

Nach dem Brandbrief des OB wurden im Januar Sofortmaßnahmen verabredet wie die tägliche Kontrolle der 50 dreckigsten Container. Das sei gut angelaufen, heißt es von der Stadt.  (…) „Allerdings habe man auch festgestellt, dass nach wie vor Container überfüllt und vermüllt seien. Geisel will sich mit der neuen Entwicklung nicht zufriedengeben, die Awista müsse auch ausreichende personelle Kapazitäten schaffen.  (…)

In seinem Brandbrief warf Geisel der Awista-Spitze vor, es entstehe der Eindruck, dass Profite auch zulasten der Servicequalität erwirtschaftet werden – auch dazu äußert sich das Unternehmen nach wie vor nicht. Ein Blick in die Zahlen zeigt: Seit 2006 ist die Umsatzrendite von 4,2 Prozent auf 12,4 Prozent im Jahr 2017 gestiegen. Schüttete die Awista damals noch 6,1 Millionen Euro an ihre Anteilseigner aus, waren es 2017 21,2 Millionen. Gleichzeitig ist die Zahl der Mitarbeiter immer weiter gesunken von 966 im Jahr 2006 auf 782 im Jahr 2017.  (…)

Den Streit um die Stadtsauberkeit erschwert auch das unternehmerische Konstrukt der Awista: Für die Leerungen der Papiercontainer ist sie gar nicht selbst zuständig, sondern das übernimmt ihre Tochterfirma Awista Logistik. Sie wurde 2010 gegründet, und zwar eigentlich zunächst, um die gelbe Tonne zu leeren. „Damals herrschten in dem Bereich verschärfte Wettbewerbsbedingungen. Die Mitarbeiter dieser Gesellschaft wurden deshalb nicht nach dem Tarif im Öffentlichen Dienst, sondern einem anderen Tarif bezahlt“, sagt Henning Brust (ver.di-Gewerkschaftssekretär- die Redaktion). (…). Verdi führt deshalb aktuell Tarifverhandlungen mit der Awista Logistik über die Löhne der Mitarbeiter. Einem Insider zufolge, der lange für das Unternehmen tätig war, arbeiten diese unter erschwerten Bedingungen: Die Krankenstände seien hoch, es gebe außerdem nicht genügend Wagen für die Leerung der Papiertonnen. „Gleichzeitig ist die Zeit knapp und die Runden sind groß. Ihnen bleibt deshalb gar keine Möglichkeit, alles ordentlich aufzusammeln, und sie sind teilweise gezwungen, Container nicht vollständig zu leeren“, sagt er im Gespräch mit unserer Redaktion.  (…)

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Zusammenstellung: bem

Die Redaktion behält sich vor, aus Gründen der überregionalen Relevanz und der Lesbarkeit sowie der Einhaltung der Zitierregeln Kürzungen in den wiedergegebenen Medienbeiträgen vorzunehmen,

Kürzungen werden durch (…) kenntlich gemacht.

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