Brancheninfo aktuell 13-10/2019

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150 150 Klaus Henning Glitza

Wie in Herdecker Kreisen der AHE-Vorschlag gesehen wird

 

Ein Vorschlag steht im Raum, doch ob und wann er realisiert werden könnte, ist eher ungewiss.

Wie von EM berichtet, hatte AHE-GeschäftsführerJohannes Einig im Rat der Stadt Herdecke vorgeschlagen, eine aus den Technischen Betriebe Herdecke (Ruhrgebiet) und der AHE GmbH mit Hauptsitz in Wetter bestehende gemeinsame Gesellschaft  zu gründen.

Einig hatte damit auf die Beschlussfassung des Rates reagiert, die Verwaltung möge die  „Möglichkeit der Einführung weiterer Betreiber- und Kooperationsmodelle in Herdecke am Beispiel der Stadt Hattingen“ prüfen. „Im Rahmen dieser Prüfung soll insbesondere darauf eingegangen werden, in welchen Bereichen derartige Modelle möglich sind und welcher konkrete Mehrwert dadurch für die Stadt Herdecke zu erzielen ist. Die Prüfung solle sich nicht ausschließlich auf das Kanalnetz der Stadt Herdecke beziehen, sondern auch auf andere Bereich ausgeweitet werden, in denen durch Zusammenschlüsse mit anderen Kommunen, Privaten oder sonstigen Systembetreibern Einsparungen und Mehrwerte erzielt werden können“, heißt es in dem von der SPD initiierten Prüfauftrag.

Doch mögliche konkrete Schritte in dieser Richtung dürften voraussichtlich  vor Ablauf von zwei Jahren kaum in eine konkrete Phase treten. Denn im nächsten Jahr stehen in Nordrhein-Westfalen Kommunalwahlen an- und da werden erfahrungsgemäß Themen, die tiefgreifende Veränderungen bewirken könnten, nur in seltensten Fällen vorher angefasst.

Die mit einem notorisch unausgeglichen Haushalt kämpfende Stadt Herdecke hätte zwar gute Gründe, über Kooperationsmodelle nachzudenken, doch von einer Entscheidung für eine solche Option sei man nach Aussagen örtlicher Beobachter weit entfernt. Schließlich gebe es auch andere Möglichkeiten, zum Beispiel die Einbeziehung des kommunalen Wohnungsunternehmens und die Nutzung der sich daraus ergebenden Synergieeffekte. Denkbar sei aber auch eine Kooperationslösung mit einem privaten Dienstleister, bei der die Einflussmöglichkeiten der Stadt  und eine Partnerschaft auf Augenhöhe  gewahrt blieben.  Partnerschaft ginge aber nur, wenn beide Seiten und das kommunale und privatwirtschaftliche Interesse beteiligt blieben- und nicht nur eine Seite im Spiel sei, ist aus Verwaltungskreisen zu hören.

Eine solche partnerschaftliche Lösung ist beim gemeinsamen Betrieb des Recyclinghofs in Herdecke gegeben. Die von AHE übernommene Vorberg-Gruppe bewirtschaftet im TB-Auftrag diese Einrichtung. Mit dieser Option ist der kaufmännische Betriebsleiter der TB, Volker Kioschis, hochzufrieden. Das Serviceangebot habe deutlich ausgeweitet werden können. Früher gab es aufgrund der eingeschränkten Öffnungszeiten (nur am Wochenende) Autoschlangen von mehreren 100 Metern. Das sei jetzt nichtmehr der Fall, lobt er. Mit dieser PPP-Option wurde in kleinem Maßstab eine mögliche Partnerschaft erprobt, sagt die TB-Führungskraft. Auf EM-Anfrage erklärt er, dass auch er eine partnerschaftliche Lösung für besser halte als einen Komplettverkauf.

Die generelle Bereitschaft der Stadt Herdecke, über PPP-Modelle nachzudenken, hat neben AHE inzwischen eine Reihe weiterer Kooperationswilliger auf den Plan gerufen. So hat der Ruhrverband sein Interesse an einer Kanalnetzübernahme signalisiert. Auch ein Dortmunder Entsorgungsunternehmen hat ebenso wie die Gelsenwasser AG Kontakt aufgenommen.

In kommunalen Kreisen wird die Aussage von Johannes Einig, es könnten 500.000 Euro Mehrwert für die Stadt durch die Zusammenlegung generiert werden, kritisch gesehen. Der AHE-Geschäftsführer hatte allerdings selbst eingeräumt, dass diese Summe aus Erfahrungen anderer Bereiche, es handelt sich um die Wirtschaftsbetriebe Lünen, abgeleitet worden sei.

Wie neuere Informationen besagen, hat Herdeckes Bürgermeisterin Dr. Katja Strauss-Köster im Zusammenhang mit der Zusammenlegung nicht von einer Win-Win-Situation gesprochen. Diese Aussage stammte von Geschäftsführer Einig. Aus dem kommunalen Bereich ist zu hören: „Entschieden ist nichts. Es ist noch alles offen.“

khg

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