Brancheninfo aktuell 11

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150 150 Klaus Henning Glitza

Joghurtbecher: Klein, leicht- aber ungetrennt ein Problem auch für modernste Sortieranlagen

 

 

So funktioniert das Recycling- eine erläuternde Grafik der Kampagne “Mülltrennung wirkt”. Foto: Die Dualen Systeme

Klein und leicht sind sie, die Joghurtbecher- und dennoch ein Mix unterschiedlicher Materialien. Wer diese Verpackungen so entsorgen will, dass sie recycelt werden können, sollte die Stoffe voneinander trennen. Das macht nicht viel Arbeit, aber es hilft der Umwelt und ist ein Beitrag zum Klimaschutz.

Auf das richtige Trennen ist aktuell im Rahmen der Kampagne „Mülltrennung wirkt“ der dualen Systeme hingewiesen worden. Am Beispiel von Joghurtbechers wird aufgezeigt, dass auch modernste Sortieranlagen die unterschiedlichen Komponenten nicht erkennen können. Ein „unbehandelter“ Becher wird als „undefinierbar“ aus dem Strom der Wertstoffe gekickt und landet unweigerlich im Verbrennungsofen.

Dies ist vermeidbar: „Vor der Entsorgung der Verpackungsbestandteile des Joghurtbechers in der richtigen Tonne sollten die unterschiedlichen Materialien voneinander getrennt werden. Das heißt: Der Deckel aus Aluminium wird abgezogen und die Papierummantelung entfernt“, heißt es in einer Mitteilung der Kampagne Mülltrennung wirkt. Zudem sollte der Joghurtbecher restentleert sein, ein Ausspülen ist nicht erforderlich. Nur so können alle Bestandteile den richtigen Recyclingkreisläufen zugeführt werden.

Der vollständig abgezogene Alumiumdeckel und der Kunststoffbecher kommen dann in den Gelben Sack, die Gelbe Tonne, die Papierummantelung ist in der Papiertonne richtig aufgehoben.

 „Aus vielen gebrauchten Verpackungen entstehen neue Produkte“, erläutert Axel Subklew, Sprecher der Kampagne „Mülltrennung wirkt“. Das funktioniere aber nur, „wenn uns die Verbraucherinnen und Verbraucher im Rahmen der Mülltrennung unterstützen“. Richtig sortiert, könnten die einzelnen Komponenten des Joghurtbechers zu nachhaltigen Recyclingrohstoffen verarbeitet und im Anschluss zur Herstellung neuer Verpackungen, Haushaltsartikel, Autoteile, Rohre oder auch Transportboxen zur Verfügung gestellt werden.  Korrekte Abfalltrennung sei deshalb „eine wichtige Voraussetzung für einen nachhaltigen Umgang mit unseren Ressourcen“, so Subklew.

Ähnliches gilt auch für andere Verpackungskombinationen wie etwa Käse- oder Wurstverpackungen: Deren Verschlussfolie besteht häufig aus einem anderen Kunststoff als die Schale. Da moderne Sortieranlagen mit modernster Technik nach Kunststoffart sortieren, ist es daher am besten, beide Komponenten voneinander getrennt in den Gelben Sack/die Gelbe Tonne zu geben. Auch bei Kunststoffflaschen sollte die Ummantelung vor der Entsorgung entfernt werden. Das Ausspülen der Verpackungen ist allerdings nicht erforderlich, „löffelrein“ reicht aus.

Allgemein gilt: Verpackungen aus Kunststoff, Metall und Verbundstoff gehören in den Gelben Sack oder die Gelben Tonne. Verpackungen aus Papier, Pappe und Karton kommen in die Papiertonne und Glasverpackungen nach Farben sortiert in die jeweilige Glassammlung. Bei der Gelben Tonne/dem Gelben Sack gibt es zum Teil regionale Ausnahmen wie Wertstofftonnen.

Weitere Informationen und Tipps & Tricks rund um das Recycling von Verpackungen:  www.mülltrennung-wirkt.de.

Die dualen Systeme, die die Kampagne „Mülltrennung wirkt“ ins Leben gerufen haben, organisieren in Deutschland die Sammlung, Sortierung und Verwertung gebrauchter Verkaufsverpackungen, damit die vom Gesetzgeber vorgeschriebenen Recyclingquoten erreicht werden. Aktuell sind es zehn privatwirtschaftlich organisierte Systeme, die mit ihren Dienstleistern aus der Entsorgungs- und Recyclingbranche diese Aufgabe erfüllen.

HSK/rd

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