Brancheninfo aktuell 11-12/2018

Brancheninfo aktuell 11-12/2018

Brancheninfo aktuell 11-12/2018 150 150 Klaus Henning Glitza

SUEZ-Betriebsrat reagiert / RMG hat Auftrag/ Dr. Dirk Textor: “Mehr recyclingfähige Verpackungen” / Wertmüllcontainer brennt/ Duale Systeme sind gesprächsbereit

 

Zu regionalen Medienberichten über den SUEZ-Standort in Herne hat der 1. Betriebsratsvorsitzende der SUEZ RR IWS Remediation GmbH Standort Herne, Bernd Duevel, Stellung bezogen. Er sehe sich gezwungen, auf die „vielen unsachmäßigen und falschen Darstellungen/ Behauptungen in den Medien zu reagieren“, macht er in einem an die „Sehr geehrten Anwohner, Leserinnen, Leser und Redakteure der Funke Media Gruppe, WDR“ gerichteten Schreiben deutlich..

„Wir betreiben einen internationalen Umweltbetrieb, der nachweislich alle gesetzlichen Richtlinien einhält. Wir sind keine Müllverbrennungsanlage, sondern eine Bodensanierungsanlage, die es sich auf ihre Agenda geschrieben hat, die Umwelt in Ihrer Nähe, in Deutschland und Europa für Sie und Ihre Kinder und für die nächsten Generationen lebenswerter zu gestalten.

Es ist eine Behauptung und absolut nicht nachweisbar, dass durch unsere Anlage eine höheres Gesundheitsrisiko in Ihrer Nähe in Herne besteht. Dazu gehört auch, dass wir keine radioaktiven Böden angenommen haben oder werden. Das Wort Atommüll wird in diesem Zusammenhang unrechtmäßig gegen uns missbraucht.

Die Erweiterung der Genehmigung heißt nicht, dass wir uns baulich vergrößern. Es bedeutet jedoch tatsächlich, dass wir unseren hohen Sicherheitsstandard immer wieder den neusten Entwicklungen anpassen. Aufgrund der deutschen Gesetzgebung müssen aber auch technische Verbesserungen behördlich genehmigt werden.

Mit der leider nicht objektiven Berichterstattung in den Medien, verschiedener Bürgerinitiativen und Politiker, gefährden Sie Arbeitsplätze, Familien, örtliche Versorger und Zulieferbetriebe hier in Herne und Umgebung. Wir hatten konstruktive Gespräche mit Bürgern, Parteien, Vereinen und Schulen. Leider wurde das in der Berichterstattung nicht erwähnt. Die Überschrift ,Giftmüll … kommt nach Herne‘ suggeriert ein absolut falsches Bild. Wir, der Betriebsrat, bitten Sie, sich ein objektives Bild zu machen und sich nicht bedingungslos der Angstmacherei anzuschließen. Für ehrliche und sachliche Gespräche stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.”

bem/rd

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In Delmenhorst (Oldenburger Land, Niedersachsen) sammelt ab dem 1. Januar 2019 die Firma RMG Rohstoffmanagement die gelben Säcke ein. Bisher hatte Gesellschaft für Abfall u. Recycling mbH & Co. KG (GAR) aus Stuhr den Auftrag inne.  Die Stadt Delmenhorst hat mit dem Unternehmen aus Eltville vereinbart, dass die LVP-Säcke wieder frei in haushaltsüblichen Mengen verteilt werden. Die Delmenhorster Bürger müssen somit keine Wertcoupons mehr vorlegen.

khg

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Wir brauchen mehr recyclingfähige Verpackungen, dann werden wir auch deutlich mehr Kunststoffe recyceln“. Dies war eine der Kernaussagen von Dr. Dirk Textor, Vorsitzender des bvse-Fachverbandes Kunststoffrecycling, der jüngst vor mehr als 200 Teilnehmern der Berliner Konferenz von AGVU, bvse und BDE zum Verpackungsrecycling einen vielbeachteten Vortrag hielt.

“Design for Recycling”, das Prinzip, bei dem schon bei der Herstellung der Verpackung an die Wiederverwertung gedacht wird, sei die entscheidende Stellschraube für das Recycling, hob Textor hervor. Hier würden immer noch gravierende Fehler von Seiten der Hersteller gemacht. So würden momentan neue Verpackungen in den Waschmittelmarkt eingeführt, die aus opakem PET bestehen, welches wahrscheinlich aus PET-Recyclat hergestellt wird

“Dass Recyclat verwendet wird, ist ja grundsätzlich schon einmal ein Fortschritt. Der Haken bei der Sache ist jedoch, dass diese Verpackung nach dem Stand der Technik nicht recyclingfähig ist und nur noch verbrannt werden kann.” Vor dieser Neueinführung, so erklärte er, bestand die Verpackung des gleichen Waschmittels aus Polypropylen und konnte hervorragend recycelt werden.

Es gebe also beim „Design for Recycling“ viel zu beachten, denn Recycling-Produkte seien Dr. Textor zufolge nur dann wirklich nachhaltig, wenn sie so hergestellt werden, dass sie nach der Gebrauchsphase auch wieder neu in den Recyclingprozess geführt werden können.

Zwar belegten aktuelle Erhebungen, dass das Kunststoffrecycling gegenüber 2013 um 32 Prozent zugenommen hat, doch zur Wahrheit gehöre auch dazu, dass „von den insgesamt mehr als 5,2 Millionen Tonnen Kunststoffabfällen, die durch den privaten oder gewerblichen Endverbraucher entstehen (Post-Consumer-Abfälle), immer noch fast 3,2 Millionen Tonnen Kunststoffabfälle verbrannt und lediglich rund 2 Millionen Tonnen recycelt“ werden, so der Fachverbandsvorsitzende.

Wenn man nur die Kunststoffverpackungen betrachte, sehe die Bilanz jedoch deutlich besser aus, sagte Textor. „Zwar werden mit 1,54 Millionen Tonnen Abfällen aus Kunststoffverpackungen immer noch mehr Verpackungen verbrannt als recycelt, doch ist die Bilanz inzwischen fast ausgeglichen, denn immerhin 1,5 Millionen Tonnen werden werkstofflich recycelt.“

Die so gewonnenen Recyclate hätten auch ihren Markt. Aus ihnen würden von der kunststoffverarbeitenden Industrie neue Verpackungen, Paletten, Wasserrinnen, Kabelkanäle oder auch Spielplatzgeräte hergestellt.

Als Fazit seines Vortrages machte Textor deutlich, dass der Trend zu mehr Kunststoffrecycling sich immer weiter verstärkt. Das setze jedoch zwingend voraus, dass die Kunststoffprodukte recyclingfähig sind. Das gelte auch für Produkte, die aus Recyclaten hergestellt werden.

JL/rd

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Bereits zum zweiten Mal haben Unbekannte einen Wertstoffcontainer auf einem Friedhofsparkplatz in Rösrath (Bergisches Land, NRW) in Brand gesetzt.  Nachdem vor gut einem Jahr ein Sammelcontainer für Elektrokleingeräte in Flammen aufging, brannte jetzt ein Altkleidercontainer. Das ist nicht das einzige Problem: In den vergangenen Wochen gehen nahezu täglich Meldungen über wilde Müllablagerungen an diesem Standort ein, die von Mitarbeitern der StadtWerke Rösrath, des Bergische Abfallwirtschaftsverband (BAV), BAV sowie von Bundesfreiwilligendienstlern der Stadt Rösrath entfernt werden müssen. Eine ersatzlose Schließung des Problem-Standortes ist nicht auszuschließen.

nic

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Die im BDE Bundesverband der Deutschen Entsorgungs-, Wasser- und Rohstoffwirtschaft e. V. organisierten dualen Systeme haben ihr Angebot erneuert, in puncto Papiererfassung die Gespräche mit den kommunalen Spitzenverbänden nach der Weihnachtspause fortzuführen, um eine einvernehmliche Gesamtlösung als Empfehlung für den Verhandlungsrahmen in den jeweiligen Vertragsgebieten geben zu können.

Gleichzeitig haben Zentek GmbH & Co. KG, Veolia Umweltservice Dual GmbH, Reclay Systems GmbH, BellandVision GmbH, Landbell AG für Rückhol-Systeme, Interseroh Dienstleistungs GmbH, Noventiz GmbH und Der Grüne Punkt – Duales System Deutschland GmbH ihre Bereitschaft zur Übernahme und Finanzierung der gemeinsam mit den kommunalen Papiermengen erfassten Verpackungsanteile unter fairen und angemessenen Rahmenbedingungen erklärt.

Wie aus einer Pressemitteilung hervorgeht, bedauern die dualen Systeme, dass es zunächst nicht zu einer gemeinsamen Empfehlung der kommunalen und privaten Spitzenverbände aus dem Beirat der Zentralen Stelle Verpackungsregister  gekommen ist. Die Ausgangsposition der beiden Seiten habe noch sehr weit auseinander gelegen – „insbesondere der so genannte Volumenfaktor, welcher nahezu vernachlässigbar bei Anwendung der Differenzkostenmethode und unter der Berücksichtigung des sogenannten Pressfaktors aus Sicht der Systeme ist, war ein großer Diskussionspunkt gewesen.“ Uneinigkeit habe zudem auch über die Erlösbeteiligung sowie die Regelungen zur Berücksichtigung des unterschiedlichen Wertes der Papierqualitäten bestanden.

„Bisher ist es jedoch leider noch nicht zu einer einvernehmlichen Gesamtlösung gekommen“, bedauern die dualen Systeme. Dabei sei Anfang Dezember „nach konstruktiven Gesprächen und dem Entgegenkommen beider Seiten ein Kompromiss nahezu erreicht worden“.  Damit die haushaltsnahe Papiererfassung auch unter dem Verpackungsgesetz weiterhin verursachergerecht finanziert wird, „wurde in den letzten Gesprächsrunden mit kommunalen Vertretern ein fester Masseanteil von ca. 33 Prozent der Gesamtpapiermenge und eine Transparenz hinsichtlich der anfallenden anteilig zu tragenden Gesamtkosten diskutiert“, heißt es in der Pressemitteilung. „Ein etwaiger Wertausgleich im Falle der körperlichen Übernahme der Verpackungsmengen muss in jedem Einzelfall nach den jeweiligen regional unterschiedlichen Konzepten bilateral geregelt werden, um hier eine faire Kosten- und Ertragsaufteilung zu erreichen und der im Verpackungsgesetzt geforderten angemessenen Kostenaufteilung Rechnung zu tragen. Dazu zählt ebenfalls, dass die dualen Systeme für den Verpackungsanteil, für welchen sie die Kosten tragen, auch an den Erlösen beteiligt werden“, wird weiter mitgeteilt.

bem/rd

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