Brancheninfo aktuell 10-06/2019

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150 150 Klaus Henning Glitza

Brand bei Koslow: Landratsamt Landshut bezieht Stellung / Zwei Unfälle mit Müllfahrzeugen

 

Das Landratsamt Landshut hat in einer Pressemitteilung zum Großbrand in der Recyclingfirma Koslow Stellung bezogen. Wie von EM bereits vorab gemeldet, ist in  enger Absprache mit der Leitung der Feuerwehren im Landkreis ein konkreter Maßnahmenplan vorgelegt worden, der künftige Brände nach Menschenermessen ausschließen soll.

Landrat Peter Dreier habe gegenüber dem Werksleiter der Firma zugleich mit Nachdruck deutlich gemacht, dass für ihn Schuldzuweisungen an Bürger und Kommunen, wie der Werksleiter sie gegenüber verschiedenen Medien gemacht hat, indiskutabel sind, heißt es in der von Pressereferent Elmar Stöttner
verfassten Pressemitteilung weiter.  In den 29 Jahren zum Beispiel, die der Landkreis ein Netz von Altstoff-Sammelstellen unterhält, habe „hier kein einziges Mal Elektro- oder sonstiger Schrott gebrannt“.

 Laut Pressemitteilung hat Landrat Peter Dreier  im Gespräch mit dem Werksleiter im Landratsamt Landshut dargelegt, dass die Behörde auf der Umsetzung einer Reihe von wirksamen Maßnahmen zur Brandvorsorge besteht. Wenn sie unverzüglich und Zug um Zug erfüllt werden, könne nach und nach auch der Betrieb der Recycling-Anlage wieder angefahren werden, habe der der Landrat im Beisein einer ganzen Reihe von Mitarbeitern des Landratsamts und von Feuerwehr-Führungskräften erklärt. Derzeit ist die Betriebserlaubnis bekanntlich durch das Landratsamt ausgesetzt.

Dreier betonte zudem, dass für den Fall der Wiederaufnahme des Gewerbebetriebs gelte, dass das gesamte an einem Tag angelieferte Material noch am selben Tag verarbeitet werden müsse und keine Haufen von unbearbeitetem Material über Nacht oder über die Wochenenden gelagert werden dürfen.

Von Seiten des Landratsamts und der örtlichen Brandschützer wie der Kreisfeuerwehr-Führung wird von dem Recycling-Unternehmen verlangt, dass alle Brandschutzmaßnahmen schnellstmöglich umgesetzt werden, die im Februar dieses Jahres von einer ganzen Reihe von Behörden gefordert worden sind. Zusätzlich wurde dem Werksleiter die Forderung unterbreitet, dass Schaummittel, wie sie bei dem Großbrand zum Einsatz gekommen sind, in geeigneter Weise auf dem Firmengelände gelagert werden müssen.

Der Pressemitteilung zufolge hob Landrat Dreier hervor, dass „insbesondere auch mit dem Bau von weiteren Trennmauern begonnen werden muss“. Eine solche massive Trennmauer habe bei dem Großbrand eine nochmalige Ausweitung der Feuersbrunst verhindert. Zudem muss eine ortsnahe Versorgung mit ausreichend Löschwasser gesichert sein durch zwei statt bisher einem Brunnen. Bei dem Großbrand Anfang Juni hätten die Feuerwehren große Wassermengen zum Teil aus größerer Entfernung heranpumpen müssen. Der Werksleiter habe gegenüber dem Landrat und den Vertretern von Landratsamt und Feuerwehren versichert, dass diese Forderungen erfüllt werden.

Der Werkleiter habe im Gespräch im Landratsamt darauf verwiesen, dass es in einer Reihe von Recycling-Anlagen und bei Mülltransporten deutschlandweit zu Bränden gekommen sei. Lautt Pressemitteilung habe er auch „gegenüber verschiedenen Medien Vorwürfe erhoben, dass Bürger achtlos auch regelrecht brandgefährliche Akkus und Batterien verschiedener Art unter ihren „Wohlstandsmüll“ wegwürfen und  es dadurch zu Bränden gekommen sei.

Landrat Dreier habe  entgegnet, dass Versäumnisse bei Sicherheitsbestimmungen und auf gesetzgeberischer Ebene im Bund und bei der Europäischen Union für ihn nicht Gegenstand einer Diskussion über den Schutz der Bürger vor Bränden sein könne. Er verwies darauf, dass die Recycling-Firma vertraglich gegenüber dem Landkreis Landshut für die größtmögliche Sicherheit bei dem Betrieb des Unternehmens verpflichtet ist. Von Seiten des Sachgebiets Abfallwirtschaft des Landratsamts wurde unter anderem deutlich gemacht, dass die Altstoff-Sammelstellen im Umgang zum Beispiel mit Lithium-Ionen-Batterien höchste Sorgfaltsstandards erfüllen.

Inzwischen liegen nach weiteren Angaben des Landratsamtes erste Untersuchungsergebnisse von Pflanzenmaterial und Erdbeeren vor aus dem Bayerischen Landesamt für Umwelt (LfU) sowie dem Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL). Wie das LGL heute (Freitag, 14. Juni) mitgeteilt hat, sind die Untersuchungsergebnisse von Erdbeeren, die auf einem Feld bei Wörth am Mittwoch, 5. Juni, gepflückt worden sind, in Bezug auf Dioxine, Furane und Schwermetalle „unauffällig“. Wisch-, Pflanzenmaterial- und Grasproben aus der Brandnacht sind vom LfU untersucht worden. Die am heutigen Freitag in schriftlicher Form übermittelten konkreten Messergebnisse dieser Untersuchungen sind in Kürze im Internet unter www.landkreis-landshut.de verfügbar. Das LfU habe, wie letzte Woche berichtet, diese Untersuchungen auf polychlorierte Dioxine, Furane und Schwermetalle ebenfalls als „unauffällig“ bewerte, so das Landratsrat Landshut.

LR/rd

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Zu zwei Unfällen, an denen Müllfahrzeuge beteiligt waren, kam es in den zurückliegenden Tagen.

Ein Leichtverletzter war bei einem Verkehrsunfall  auf der Landesstraße 7 in Rees (Niederrhein, NRW) zu beklagen. Nach Berichten der NRZ hatte ein Müllfahrzeug einen Lkw touchiert. Als Folge des Zusammenstoßes liefen erhebliche Mengen Öl aus. Verletzt wurde der Fahrer des Lkw. Wer  den Unfall verursachte, wird noch untersucht.

Ohne Verletzungen ging ein Unfall mit einem Müllfahrzeug in Adelsried (Landkreis Augsburg, Bayern)  ab,  Wie StadtZeitung online berichtet, stieß der Lkw beim Rückwärtsfahren gegen das Auto einer 75-jährigen Frau. Der 24-jährige Fahrer hatte, weil  offensichtlich die Sicht durch das ausladende Heck seines Fahrzeugs verdeckt war, den aus einer Garage auf die Straße fahrenden Pkw übersehen. Der Sachschaden wird auf 8.000 Euro geschätzt.

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