Brancheninfo aktuell 10-03/2021

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Brancheninfo aktuell 10-03/2021 150 150 Klaus Henning Glitza

Bundesumweltministerium fördert weitaus energieeffizienteres Recyclingverfahren von Altpapier

 

Energieeffizienter bei hoher Qualität. Das sind die Hauptmerkmale eines innovativen Recyclingverfahrens von Altpapier, das vom Bundesumweltministerium (BMU) mit über 770.000 Euro gefördert wird.

In den Genuss dieses Geldsegens  kommt die Papierfabrik Palm GmbH & Co. KG.  Das Unternehmen mit Sitz in Aalen (Baden-Württemberg)  plant, bei der Herstellung von Wellpappenrohpapier  im Vergleich zu konventioneller Technik den Energieverbrauch um 27 Prozent zu reduzieren.

Bei einer jährlichen Produktionsmenge von 750.000 Tonnen Wellpappenrohpapiere kann das Familienunternehmen nach BMU-Angaben  so 7.440 Megawattstunden Energie einsparen und als Folge dessen den Ausstoß von CO2-Emissionen um 2.403 Tonnen verringern. Bedingt durch die hohe Festigkeit des aufbereiteten Papiers werden zudem weniger chemische Additive eingesetzt und das Kreislaufwasser wird entlastet.

Das ist aber nicht der einige Pluspunkt des neuen Verfahrens. Auch die Faserausbeute könne auf nahezu 100 Prozent erhöht werden, so das BMU. Hintergrund ist, dass Wellpappenrohpapiere, die das Ausgangsprodukt für Verpackungen sind, in einem ständig optimierten Recyclingprozess zu 100 Prozent aus verschiedenen Sorten Altpapier hergestellt werden. Dabei kommt es vor, dass auch noch wertvolle verwertbare Fasern gemeinsam mit den im Altpapier vorhandenen Störstoffen aussortiert werden und dem Prozess verloren gehen. Daher ist es sinnvoll, die Auflöseaggregate den jeweiligen Festigkeitseigenschaften der verwendeten Altpapiere anzupassen.

Mit einer neuartigen Zerfaserungstechnologie für Altpapier soll das bei der Papierfabrik Palm umgesetzt werden. Die technische Lösung hinter dem optimierten Recyclingprozess ist das „Green Pulping Concept“, bei dem zwei Pulpingtechnologien miteinander verknüpft werden.

„Die innovative Technologie ist grundsätzlich auch auf andere Papierfabriken übertragbar, so dass ein Multiplikatoreffekt für die gesamte Branche möglich ist“, teilt das BMU mit.

Mit dem Pilotprojekt wird erstmals  aus dem Umweltinnovationsprogramm  die großtechnische Anwendung einer innovativen Technologie gefördert. Voraussetzung ist laut BMU, dass das Vorhaben über den Stand der Technik hinausgeht und Demonstrationscharakter haben sollte.

Link:

Informationen zum Förderprogramm und zum Vorhaben:

http://www.umweltinnovationsprogramm.de/projekt

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