Brancheninfo aktuell 09-11/2019

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150 150 Klaus Henning Glitza

VKU: Nicht andere Abfälle produzieren, sondern weniger / Tödlicher Unfall 

 

Es dürfe nicht das Ziel sein, „andere Abfälle zu produzieren, sondern weniger“. Mit diesen. Worten hat der Vizepräsident des Verbandes kommunaler Unternehmen (VKU), Patrick Hasenkamp, zum Entschließungsantrag des Bundesrats zur Reduzierung unnötiger Kunststoffabfälle Position bezogen.

„Wenn man der ausufernden To-Go- und Wegwerfmentalität mit Weitblick entgegenwirken möchte, ist es im Sinne der Nachhaltigkeit folgerichtig, die Herstellerverantwortung nicht auf Einwegprodukte aus Plastik zu begrenzen, sondern alle Einwegverpackungen für Speisen und Getränke zum Außer-Haus-Verzehr in die Regelungen einzubeziehen“, erklärte er.   Sonst bestehe die Gefahr, dass die Hersteller etwa von Verpackungen aus Plastik auf Verpackungen aus Pappe umsteigen. „Das ist nicht die Art von Veränderung, die wir uns wünschen.

 Der Antrag des Freistaats Bayern, die Produktverantwortung der Inverkehrbringer für Einwegverpackungen für Speisen und Getränke zum Außer-Haus-Verzehr nicht nur auf Plastik zu beschränken, sondern auf alle im öffentlichen Raum anfallenden Verpackungen auszuweiten, geht aus VKU-Sicht noch einen Schritt weiter, als es die bis zum Mai 2021 umzusetzende EU-Einweg-Kunststoffrichtlinie fordert. Demnach sind Hersteller von Einweg- oder Wegwerfartikeln künftig an Reinigungs- und Entsorgungskosten im öffentlichen Raum sowie an Sensibilisierungsmaßnahmen zu beteiligen. Diese erweiterte Herstellerverantwortung gilt für Fast-Food-Verpackungen, Getränkebecher, leichte Kunststofftragetaschen sowie für Zigarettenfilter.

Nach VKU-Mitteilung sieht die  Richtlinie der Europäischen Union unter anderem vor, dass sich die Inverkehrbringer auch an den Reinigungskosten der litteringintensiven Produkte zu beteiligen haben. Das sei eine absolut sinnvolle Vorgabe, denn viele Produkte wie etwa Zigarettenstummel oder Kaffeebecher landen auf Straßen, in Gullis oder in Parks und müssten dort entsorgt werden.

Zur Frage, ob Produzenten nur für die Reinigung ihrer Produkte im Umfeld von Straßenpapierkörben verantwortlich gemacht werden sollen, erklärte der VKU: „Das ginge jedoch an der Realität vorbei. Erfahrungsgemäß landet ein Großteil der Abfälle, die gelittert werden, eben nicht neben den Straßenpapierkörben, sondern weiter entfernt davon. Die EU-Richtlinie hat den Nationalstaaten intelligente Werkzeuge an die Hand gegeben, Abfälle zu reduzieren und das Verursacherprinzip zu stärken. Das sollte nun nicht durch realitätsfremde Regelungen im Bundesrecht verwässert werden.“

VK/rd

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Bei einem Zusammenstoß mit einem Müllfahrzeug ist am gestrigen Freitag gegen 11.30 Uhr  im Landkreis Eichstätt (Oberbayern) ein 44-jähriger Autofahrer ums Leben gekommen.

Der Pkw war aus bisher ungeklärten Gründen auf die Gegenfahrbahn geraten und gegen das ordnungsgemäß fahrende Abfallsammelfahrzeug geprallt. Der 44-Jährige verstarb noch an der Unfallstelle. Der 51-jährige Fahrer des Müllfahrzeugs erlitt leichte Verletzungen sowie einen Schock und musste in einem Krankenhaus behandelt werden.

PO

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